[obr] Den Glockenturm an der westlichen Friedhofsmauer, aus dem einmal die große Georgsglocke und die kleinere Katharinenglocke („Sterbeglöckl") ertönten, schützt eine erneuerte Bedachung. Die Umgebung wirkt verändert und fremd. (Unser Heimatbuch widmet der Kirchengeschichte einen eigenen Abschnitt, S. 283 ff.)
[obr] Die ehemalige Knabenvolks- und Bürgerschule oberhalb des Zehentplatzes an der Bahnhofstraße ist von üppigem Grün umgeben. Dahinter erkennt man noch ein Stück vom unteren Turnplatz. Neben der Schule stand früher das sog. Amthaus, in dessen „Parterre" die Feuerwehr untergebracht war.
Anm. d. Red.: Der Reisebericht über „Horní Slavkov" deutet Versäumnisse an, die sich auf die Renovierung der beiden Kirchen beziehen. Die aus ihrer Heimat Schlaggenwald Vertriebenen haben sich nach Entrechtung und Enteignung durch die Tschechen offensichtlich dagegen ausgesprochen, für die Instandsetzung und Unterhaltung der Sakralbauten finanzielle Mittel (Spenden) aufzuwenden. Für diese Einstellung gibt es gute, verständliche Gründe.
[obr] Der frühere Marktplatz, nun „einseitig", wie er nur bedingt unserer Erinnerung entspricht. Rechts unten fehlt das imposante Rathaus, des 1976 abgebrannt ist. Links oben grüßt die St.-Anna-Kirche in der Neustadt. Das Gebäude vom ehemals „Zum roten Ochsen" (heute „U karkulky" d.h. „Rotkäppchen") beherrscht den zentralen Platz der alten Stadt.
[obr] Der Friedhof, auch „Gottesacker" genannt, bei der St.-Georgs-Kirche mit den lückenhaften Gräberzeilen. Der kurzgehaltene Grasbewuchs verstärkt den Eindruck von Öde und Verlassenheit. Nach dem Aufgang (oberhalb der Bildmitte) fehlen das im Jahre 1992 errichtete und geweihte, später ersetzte Holzkreuz und die Gedenk- bzw. Widmungstafeln. Sie wurden entfernt. (Vgl. Heimatbrief, Nr. 4/2009, S. 13).
Die fünf Bilder, vom Kirchturm aus aufgenommen, veranschaulichen und ergänzen die Schilderung der Reise.
## Ein Kaffeetippl erzählt
Ihr erlaubt, daß ich mich vorstelle? Ich bin ein waschechtes Kaffeetippl und stamme aus dem Egerland, aus Schlaggenwald, um genau zu sein. Meine Wiege stand einst in der bekannten Porzellanfabrik „Haas & Czjzek" (abgek. „H.&C.") im romantischen Zechtal. Als einprägsames Zeichen meiner Herkunft trage ich am Boden die Marke mit den zwei Tannen, die Ihr alle gut kennt. – Ich bin nicht gerade von zierlicher Statur und habe einen leichten Bauchansatz. Ich gehöre nicht zur kleinschwesterlichen Gattung der Tassen, habe aber große Brüder, die man Töpfe nennt. Ich fühle mich als echtes Egerländer Produkt, standfest, robust und von gediegener Beschaffenheit; ein Henkel an der Seite verleiht mir mehr Stabilität. Mein Äußeres schmückt rundum ein goldverziertes Blumenmuster, dessen Farben auf weißer Glasur noch genauso strahlen und glänzen wie vor achtzig Jahren, als ich als Porzellanerzeugnis auf die Welt kam.
Obwohl ich in meiner Jugend hübsch und schön anzuschauen war, zählte ich nur zum einfachen Gebrauchsgeschirr. So fand ich bei einer gutbürgerlichen Familie einen Platz im Glaskasten, einer Art Etagere. Da wir dort viele Geschwister waren, hatte ich die meiste Zeit nichts zu tun. Neugierig beobachtete ich durch
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