Schlaggenwälder Heimatbrief — říjen / listopad 2011
/ 6
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 1
Milí krajané!

## Liebe Landsleute!
Es ist wieder Herbst geworden nach den ewigen Gesetzen der Natur, die auch für unser Leben gelten. Und manch einer mag mit Sorge schon an die nächste Jahreszeit mit ihren Beschwernissen denken.

Doch jede Zeit hat auch ihre Reize! Während ich Ende August diese Zeilen zu Papier brachte, erfreute uns noch des späten Sommers letzte Blütenpracht. Ist dann die Getreideernte eingebracht und streicht der Wind über die kahlen Stoppelfelder, ist auch die heiße Zeit voller Licht und Wärme unwiederbringlich vorüber. Spaltet die Pflugschar wieder die Erde, wird der Schnitter zum Sämann, und die neue Saat findet ihr „gemachtes" Bett.

„Nun schleicht der bunte Sommer aus der Welt,
das grüne Laub im Wald vergilbt und fällt.
In grauer Luft der Stare Wanderflug –
in brauner Ackerscholle blitzt der Pflug."

Soweit ein Dichterwort. Es kommt Erntefreude auf, wenn sich die Äste der Obstbäume früchteschwer neigen und die Rebstöcke uns süße Trauben verheißen.

Unsere Altvorderen nannten den Oktober „Gilbhardt". Nomen est omen! Denn das Laub färbt sich bunt, vom Gelb über Rostrot bis hin zum satten Braun; es fällt langsam, sachte zu Boden, sofern nicht ein böiger Windstoß die Blätter vorzeitig von den Zweigen reißt und in die Weite tanzen läßt.

In manchen Jahren schenkt uns der „Altweibersommer" noch sonnenwarme „goldene" Tage. Er versteht es unnachahmlich, hauchzarte, tauglitzernde Spinnweben hervorzuzaubern und ihre feinen, silberglänzenden Fäden im gleißenden Sonnenlicht wehen zu lassen, unverkennbare Zeichen seiner Regentschaft. Es erfreuen uns die blaßblau-violetten Blütenkelche der Herbstzeitlosen auf den Wiesen ebenso wie die Farben der Astern und Dahlien in den Gärten. Wir stehen nachdenklich vor den letzten dahinwelkenden Rosen des vergangenen Sommers und bewundern das flammendrote Weinlaub an Hängen und Wänden.

Doch langsam werden die Schatten länger, und die Nächte können schon recht kalt sein. Frischer Herbstwind läßt die Drachen fröhlicher Kinder gaukeln und steigen, und treibt die weißgrauen Wolken vor sich her. Auch Regen und Nebel bleiben nicht aus, erste Nachtfröste stellen sich ein und weisen auf den nahenden Winter hin. Unser Leben draußen zieht sich ganz allmählich nach drinnen zurück.

Liebe Heimatfreunde! Ich wünsche uns einen milden, freundlichen Herbst mit reicher Ernte. Möge die Sonne noch an vielen Tagen scheinen. Und für stürmische, dunkle Tage sei uns immer ein trockenes, warmes Plätzchen gegönnt! Ich wünsche Euch viel Freude, wenig Kummer und Sorgen, eine zufriedenstellende Gesundheit, den Kranken unter uns Linderung ihrer Beschwerden und recht bald Genesung, uns allen eine helfende, schützende Hand, die uns hält, wenn wir ins Stolpern geraten, und eine segensreiche Zeit.

Mit heimatlichem Gruß, in alter Verbundenheit
Euer Lm. Franz Pöttig

věta pokračuje na dalším listu ⟶

Z kalendáře

## Aus dem Kalender
Im Oktober – Gilbhardt:
2.10. (So) Erntedankfest
3.10. (Mo) Tag der deutschen Einheit (gesetzlicher Feiertag)
16.10. (So) Kirchweih (Kaiserkirchweih)
30.10. (So) Ende der Sommerzeit
31.10. (Mo) Reformationstag
Oktoberhimmel voller Sterne hat die warmen Öfen gerne.

Im November – Nebelung:
1.11. (Di) Hochfest Allerheiligen
2.11. (Mi) Allerseelen
11.11. (Fr) St. Martinstag, „Martini sågt da Schnäi: Dåu bin i"
13.11. (So) Volkstrauertag
16.11. (Mi) Buß- und Bettag
20.11. (So) Totensonntag
27.11. (So) 1. Advent
30.11. (Mi) St. Andreastag; 29./30. Losnacht, „Annaresnå(bmd"
Hängt's Laub in den November rein, wird der Winter lange sein.
Im November ist hinter jeder Staude ein anderes Wetter.

Oprava

## Berichtigung
zum letzten Heimatbrief (4/2011): Auf Seite 11 im Beitrag „Wertl, der Lebensgenießer" muß es in der vierten Zeile von oben schon richtig „Porzelliner" (statt „Porzellaner") heißen, wie es im Manuskript angegeben ist. Es ist ein regional üblicher, gängiger Ausdruck für einen in der Porzellanindustrie Beschäftigten, vor allem, wenn er manuelle Arbeit verrichtete. Druckfehler?
F.P.

Setkání na Bürgerfestu

## Treffen beim Bürgerfest
Am 9./10. Juli veranstaltete unsere Patenstadt wieder ihr Bürgerfest und feierte es in gewohnter Weise. Sie hatte uns dazu herzlich eingeladen. Der Heimatbrief rief mehrmals zum Besuch und zum Treffen auf.

Das Zitat „Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen" kommt einem in den Sinn, wenn über die Teilnahme von Landsleuten an diesem festlichen Ereignis zu berichten ist. Die Feststellung wirkt ernüchternd und wiegt schwer, daß von einem „Heimattreffen", wie es bisher üblich und von uns gewohnt war, leider nicht mehr gesprochen werden kann, fiel doch dieses Mal die Zahl der Besucher erschreckend gering aus. So zählte man am Samstag 15, am Sonntag 16 Teilnehmer mit heimatlicher Herkunft, wobei die Gäste aus Gfell in der Überzahl waren.

Am Wetter lag es wohl nicht, denn es war (und blieb) freundlich, sonnig und warm. Andere Gründe waren dafür maßgeblich und sind allgemein bekannt: hohes Alter, Gebrechlichkeit, Krankheit, mangelnde Reisefähigkeit, weite Entfernungen u.a. mehr. Man darf nicht vergessen, daß viele Heimatfreunde uns schon für immer verlassen haben.

list 1 z 6
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.