## Liebe Landsleute!
Wenn man um eine Einleitung verlegen ist, und das gilt auch für den Heimatbrief, helfen manchmal Themen des Alltags. Das Wetter ist ein solches; ein Grund mehr für eine kleine Rückschau.
Diese Zeilen wurden gegen Ende August verfaßt, der sich wie die Wochen zuvor recht wechselhaft zeigte. Die unbeständige Witterung hatte Bestand, es gab nur wenig heiße Tage, die Azorenhochs fehlten, die „Hundstage" des Hochsommers fielen recht zahm aus und die Badesaison war kurz bemessen. Schade drum! Regnerische Tage und kühle Nächte setzten schon frühherbstliche Akzente, stimmten verdrießlich und ließen Gedanken an das Heizen aufkommen.
Wollen wir doch hoffen, daß ein schöner Herbst noch angenehmmilde Tage bringt – wir Alten sind doch der Wärme sehr zugetan! Wenn uns dann am dritten Sonntag im Oktober zur Kaiserkirwa Sonnenschein vergönnt ist, sind die erduldeten Unbilden des Sommerwetters schon vergessen.
Liebe Heimatfreunde! Ich hatte gehofft, daß sich vielleicht doch jemand zur Weiterführung unseres Heimatbriefes entschließt. Diese Erwartung wurde (bis jetzt) leider enttäuscht. Euch, die Ihr unsere Heimat im Egerland noch bewußt erlebt habt, und allen wohlgesonnenen Freunden empfehle ich, den Elbogener Heimatbrief (EHB) nicht voreilig abzubestellen, nur weil der bisher eigenständige Schlaggenwalder ab Feber 2015 nicht mehr in der gewohnten Form erscheint.
Es widerstrebt mir, diese letzte Verbindung unter uns ganz sang- und klanglos aufzugeben. So gänzlich sollten wir uns nicht aus dem Heimatbrief verabschieden. Der Gedanke liegt nahe, zumindest übergangsweise im EHB, wie andere Orte auch, in vermindertem Umfang präsent zu bleiben. Geburtstage, Jubiläen, Sterbefälle, gelegentlich Nachrichten und Mitteilungen, kleine Beiträge sollten auch weiterhin veröffentlicht werden. Manchem Bezieher wird das wohl zu wenig sein.
Auch der vom Verlag beabsichtigte Zusammenschluß mit dem „Falkenauer Heimatbrief" sollte uns nicht beirren. Wartet bitte in Ruhe ab! Die Fusion könnte noch so manches Interessante und Wissenswerte vermitteln und den heimatlichen Horizont erweitern. So kann die seit einiger Zeit vollzogene Verbindung des „Kaadner Heimatbriefes" mit „Mei' Erzgebirg'" als durchaus annehmbares, gelungenes Beispiel gelten.
Noch sollen die kritischen Stimmen nicht recht behalten, die den Heimatbrief schon als Auslaufmodell sehen.
Etwas anderes. Neulich erregte ein sinniges Gleichnis meine Aufmerksamkeit. Da diese Parabel über die nahen Gedenktage im November hinaus zeitlos gültig ist, möchte ich sie wiedergeben:
Das Leben ist wie eine Zugfahrt, mit all den Haltestellen, Umwegen und Unglücken. Wir steigen ein, treffen unsere Eltern und meinen, daß sie immer mit uns reisen. An irgendeiner Stelle aber werden sie aussteigen, und wir müssen unsere Reise ohne sie fortsetzen. Doch es werden viele Passagiere in den Zug steigen, unsere Geschwister, Verwandte, Freunde, sogar die Liebe unseres Lebens. Viele werden wieder aussteigen und eine große Leere hinterlassen. Bei anderen werden wir gar nicht merken, daß sie ausgestiegen sind.
Es ist eine Reise voller Freude, Leid, mit Begrüßung und Abschied. Wir werden erfolgreich sein und zu jedem Mitreisenden eine gute Beziehung haben.
Das große Rätsel ist: Wir wissen nie, an welcher Station wir aussteigen müssen. Deshalb müssen wir leben, lieben, verzeihen und immer das Beste geben! Denn wenn der Augenblick gekommen ist, wo wir aussteigen müssen und unser Platz leer ist, sollen nur gute und schöne Gedanken an uns bleiben und für immer im Zug des Lebens weiterreisen.
Meine lieben Landsleute! Denkt daran, daß hier auf Erden das einzig Beständige stets der Wandel war und bleibt. Dabei braucht unser Dasein manchmal auch Zeiten, in denen wir in uns gehen, einwärts schauen, zu uns finden, einkehren bei uns selbst; aus Besinnung und Ruhe wieder Kraft, Zuversicht und Lebensmut schöpfen, auch wenn es mitunter schwer fällt.
Ich wünsche Euch Wohlbefinden, den Kranken Besserung und Genesung, allen noch sonnige „goldene" Tage im Herbst und eine gute, gesegnete Zeit.
Es grüßt Euch herzlich Euer Landsmann Franz Pöttig
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## Im Oktober – Gilbhardt:
3.10. (Fr) Tag der deutschen Einheit (gesetzlicher Feiertag)
5.10. (So) Erntedankfest
8.10. (Mi) Vollmond
19.10. (So) Kirchweih-Sonntag, „Kaisakirwa"
23.10. (Do) Neumond
26.10. (So) Ende der Sommerzeit
31.10. (Fr) Reformationstag, Freinacht
Bringt der Oktober viel Regen, so ist's für die Felder ein Segen.
Oktoberhimmel voller Sterne hat warme Öfen gerne.
Sternzeichen: Waage (24.9. – 23.10.)
## Im November – Nebelung:
1.11. (Sa) Hochfest Allerheiligen
2.11. (So) Allerseelen
6.11. (Do) St. Leonhardstag, Vollmond
11.11. (Di) St. Martinstag
16.11. (So) Volkstrauertag
19.11. (Mi) Buß- und Bettag
22.11. (Sa) Neumond
23.11. (So) Totensonntag
30.11. (So) St. Andreastag, 1. Advent, 29./30. Losnacht
Novemberschnee tut den Saaten nicht weh.
Ein früher Wintereinbruch war noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nicht selten. So wußte der Volksmund zu reimen: „Ua Martini sågt da Schnäi: Dåu bin i." – Andere Erfahrungen sprechen aus: „Hängt's Laub in den November rein, wird der Winter lange sein" und „Im November ist hinter jeder Staude ein anderes Wetter".
Am Andreasabend (mundartlich „Anaresnå(bmd"), einer Freinacht, wurde gerne allerlei Unfug getrieben; siehe dazu auch unser Heimatbuch S. 275.
Sternzeichen: Skorpion (24.10. – 22.11.)
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