Schlaggenwälder Heimatbrief — duben / květen 2014
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Zázrak vzkříšení

## Das Wunder der Auferstehung
Die Menschen trauerten in tiefer Stille –
denn der Tod macht unsagbar stumm;
nur die Soldaten erfaßte Unruh' –
vernahmen Gespenstisches um sie herum.

Einer mißtraute dem Verstorb'nen –
Pilatus, Herrscher der Gerichtsbarkeit;
schuldbeladen, voller Zweifel,
grenzenlos seine Ratlosigkeit.

Er ließ den Stein versiegeln, bewachen,
nahm die Soldaten in strenge Pflicht;
niemand sollte ihn berühren, bewegen –
bis daß der neue Tag anbricht.

Als die Frauen zum Grabe kamen,
gebeugten Hauptes, vor Sonnenaufgang –
da zog der Stein, der weggewälzte,
sie erschaudernd in seinen Bann.

Der Stein war weg, der mächtige,
das Grab dahinter leer.
Pilatus forderte Zeugen, Beweise,
verteufelte der Bewacher Heer.

Das Wunder bedurfte keiner Beweise
für das nächtliche Gescheh'n;
sie war wahrhaftig die Auferstehung –
obwohl „es" niemand hat geseh'n.

Trautl Irgang (1926 – 2010),
Egerländer Schriftstellerin

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Kříž s Kristem

## Christuskreuz
Ein am hiesigen Trödelmarkt feilgebotenes Christuskreuz aus dunkelbraun gebeiztem Holz, einen halben Meter groß, mit dem Korpus des Gekreuzigten aus Bronzeguß, erregte meine Aufmerksamkeit. Die Kreuzenden trugen die Inschrift: „Herr, gib uns unsere Heimat wieder." Auf die Frage nach seiner Herkunft gab der Händler an, ein Nachkomme einer Flüchtlingsfamilie aus den Masuren (Ostpreußen), der 1945 die Flucht über die Ostsee gelang, habe es ihm überlassen. Mehr war über die Vergangenheit des sakralen Gegenstandes nicht zu erfahren.
Ich war beeindruckt vom Sinnbild unseres christlichen Glaubens. Das Kreuz gefiel mir. Ich erwarb es ohne zu feilschen.
Das Kruzifix erhielt einen Ehrenplatz, es hängt am Bücherregal gleich neben meinem Schreibtisch, immer in meinem Blickfeld, und gemahnt an die unausbleibliche Endlichkeit irdischen Daseins.

Jubileum kmotřeneckého města

## Jubiläum der Patenstadt
Wie bereits berichtet, feiert die Bergstadt Auerbach i.d. Opf. heuer das Jubiläum der Erhebung zur Stadt anno 1314 durch König Ludwig IV., den Bayern, aus dem Hause Wittelsbach, also vor 700 Jahren.
Das Festprogramm sieht, über das ganze Jahr verteilt, über hundert Veranstaltungen verschiedener Art vor (gehäuft in den Monaten Mai bis Juli). Dazu zählen u.a. die Rockoper „Faust" (12.4.), Museumseröffnung (1.5.), das Preußische Kammerorchester (1.5.), Altstadtfest (4.-6.7.), Konzert des Heeresmusikkorps 12 (17.7.), die Maffeispiele/Bergbaumuseum (19./ 20.7.), der Auftritt von Konstantin Wecker (20.7.) und der Altneihauser Feierwehr (11.10.). Weitere kulturelle Höhepunkte sind z.B. Musicals, Gastspiele bekannter Künstler, Theateraufführungen, Volksmusikabende. Sportliche Wettkämpfe, ein Dutzend unterhaltsamer Anlässe, wie Berg-, Garten-, Kirwa-, Pfarr- und Seniorenfeste, Marktsonntage und historisch interessante Stadtführungen ergänzen die bunte Palette vergnüglicher Ereignisse.
Die Festbroschüre weist auf Örtlichkeit, Datum/Uhrzeit, Kartenvorverkauf/Eintrittspreise hin. Ausführliche Informationen enthält das Internet unter „www.aub.de"; Auskünfte erteilt auch das Einwohnermeldeamt im Rathaus.
Das reichhaltige und ausgewogene festliche Programm für groß und klein wird viele Gäste aus nah und fern nach Auerbach führen. Wir „alten" Patenkinder von 1956 sollten dabei nicht fehlen!
Die Stadt Auerbach lädt alle herzlich ein. F.P.

Ochrana, útočiště a záštita

## Obhut, Schutz und Schirm
Wir erinnern uns noch gut: Nach der Vertreibung aus unserer böhmischen Heimat in den Jahren 1945/46 war der neue Anfang in der Fremde für jeden von uns nicht leicht, die Schwierigkeiten groß. Hilfe war dringend vonnöten und willkommen. Unsere Volksgruppe lebte in der Zerstreuung, das war politisch gewollt. Der Zusammenhalt drohte verlorenzugehen. Es galt, wieder Verbindung aufzunehmen, uns zusammenzufinden und zu sammeln.
Die Initiativen verantwortungsbewußter Gremien führten bald zu Beschlüssen und Entscheidungen, die die Aufnahme und Eingliederung (Integration) der vertriebenen Landsleute (heute: Immigranten) erleichterten und förderten. In Beratungen und Verhandlungen mit den Regierungen der Länder und den tragenden Parteien verfolgten namhafte, verdiente Vertreter der heimatlosen „Neubürger" gezielt deren Interessen. Die Ergebnisse aus dem Jahr 1950 erregten Aufsehen, fanden landesweit Zustimmung und Anerkennung; sie sind als besondere Erfolge zu werten:
– Am 14. Juli 1950 bestätigte der Deutsche Bundestag das Heimatrecht der in die Bundesrepublik aufgenommenen Deutschen aus der Tschechoslowakei (Obhutserklärung).
– In der feierlichen Erklärung der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen" vom 5.8.1950 in Bad Cannstatt bei Stuttgart verzichteten diese vom grausamen Schicksal des „Abschub" (tsch. odsun) betroffenen und gezeichneten Deutschen auf Rache und Vergeltung, jedoch nicht auf ihre unverjährbaren Ansprüche (Recht auf Heimat).
Am 10.11.1951 übernahm die alte Reichs- und Bischofsstadt Regensburg die Patenschaft über die Sudetendeutschen.
Weitere Verhandlungen erwiesen sich für die heimatpolitische Entwicklung als bedeutsam und richtig; sie brachten u.a. eine Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Notlage (Bundesvertriebenen-, Lastenausgleichsgesetz).
Vor 60 Jahren, beim fünften Sudetendeutschen Tag 1954 in München, übernahm der Freistaat Bayern die Schirmherrschaft über die sudetendeutsche Volksgruppe, gliederte sie als vierten Stamm – zu Bayern, Franken und Schwaben – ein und empfahl seinen Gemeinden die Einrichtung von Patenschaften über die Heimatorte und die daraus vertriebenen Bewohner.
Als Zeichen besonderer Verbundenheit mit dem Schirmland Bayern verfaßte unser Lm. Hans Slezak, München, den Text zu einer vierten Strophe der bekannten Bayernhymne:

Bayern-Hymne, 1. Strophe:
„Gott mit Dir, du Land der Bayern,
deutsche Erde, Vaterland!
Über deinen weiten Gauen
ruhe seine Segenshand!
Er behüte deine Fluren,
schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben
seines Himmels weiß und blau!"

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