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u.a.m., umrahmt von gekonnt musikalischer Begleitung, fanden bei den Teilnehmern – ältere Landsleute waren mit ihren Gehhilfen gekommen – reges Interesse.
Für das Treffen und die Begegnungen war allein die anschließende geräumige Halle 5 vorgesehen, die sich erst am frühen Nachmittag zögerlich zu füllen begann. Das Auffinden der Ortsschilder auf den Tischen gestaltete sich mühselig und zeitraubend, zumal sogar bekannte Städte fehlten. Die Bänke waren nur dünn besetzt, erheblich und unübersehbar die Lücken. Zufällig trafen wir unseren Lm. Karl Markoff (früher Leßnitzgasse) und seine Frau aus Neumarkt/Opf., sonst wären wir beide mit unserem Pappschild „Schlaggenwald und Dörfer" allein geblieben!
Wenn der Augenschein nicht trog, dann war die Zahl der Teilnehmer bedeutend geringer als vor zwei Jahren. Die Gründe für den ständigen Rückgang sind bekannt; wir haben sie auch im Heimatbrief schon genannt.
Szenenwechsel: Bespitzelung und Korruption in Prag! Ein politischer Skandal erschütterte zu Sommerbeginn Tschechien und erregte auch international beachtliches Aufsehen. (Die Medien berichteten ausführlich über die Einzelheiten.) Ministerpräsident Petr Nečas sah sich in die Affäre verwickelt, zog, diplomatischen Gepflogenheiten folgend, die Konsequenzen, strich die Segel und trat von seinem Amt zurück. Mit ihm, der erst im Feber in München in einer vielbeachteten Rede uns Vertriebene frei heraus mit „Liebe Landsleute und ehemalige Mitbürger" begrüßte und dann den Weg zu einer Art „Aussöhnung" zu beschreiten schien – für den er sogleich von allen Seiten großen Beifall erhielt – trat auch das ganze Kabinett ab, den uns freundlich gesinnten Außenminister Karel Schwarzenberg inbegriffen.
In den Kreisen der bayerischen Politik und bei den Amtsträgern der SL gab es lange Gesichter; tiefe Betroffenheit und Enttäuschung über diesen unerwarteten Abgang des erhofften tschechischen „Wendepartners" von der politischen Bühne machten sich breit, auf der der linksgerichtete Staatspräsident Miloš Zeman das Sagen hat und nun dominant Regie führen wird. Er ist uns Sudetendeutschen gegenüber alles andere als wohlgesonnen. Vor einiger Zeit verstieg sich der eingefleischte Nationalist zur verbalen Entgleisung, daß (unsere) Vertreibung doch gnädiger gewesen sei als die Erschießung, die wir eigentlich verdient hätten!
An der Moldau geht man unruhigen Zeiten entgegen, sind doch alle Nachfolgefragen offen. Wieder einmal: So weit, so schlecht. Und wir, die „früheren Mitbürger", werden als Zaungäste die kommenden Ereignisse gelassen, aber aufmerksam verfolgen und uns dann einen Reim darauf machen.
Liebe Landsleute!
In der nächsten Folge berichtet der Heimatbrief über das Wiedersehen von Heimatfreunden beim Bürgerfest der Patenstadt Auerbach i.d.Opf. am 6./7. Juli 2013.
Ich wünsche allen ein gutes Befinden, Zufriedenheit, viel Freude und wenig Kummer, angenehme sommerliche Tage im Kreis lieber Menschen. In heimatlicher Verbundenheit,
Euer Landsmann Franz Pöttig
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## Aus dem Kalender
Im August – Ernting:
10. (Sa) Tag des hl. Laurentius. Spruch: Laurenzi kommt in finst'rer Nacht ganz sicher mit Sternschnuppenpracht – im Volksglauben gerne „Laurentiustränen" genannt. In den Nächten huschen Schwärme von Meteoriten über den Himmel.
Wetterregel: Laurenzi schön – Herbst schön.
15. (Do) Festtag Mariä Himmelfahrt, Mutter Jesu von Nazareth, Fürbitterin der Glaubenden
24. (Sa) Tag des hl. Bartholomäus. Ende der hochsommerlichen „Hundstage" (ihr Beginn am 22.7.). In dieser Zeit steht die Sonne im Zeichen des hellsten Fixsterns Sirius (Hundsstern) im Sternbild „Großer Hund".
Sternzeichen: Löwe (23.7. – 23.8.)
Im September – Scheiding:
8. (So) Festtag Mariä Geburt. Volkes Stimme reimt: „... zöiha d'Schwalbm wieda furt."
15. (So) Tag der hl. Ludmilla († 921), Herzogin und Patronin von Böhmen
21. (Sa) Tag des hl. Matthäus, Apostel und Evangelist. Wetterregel: Wöis da Matthäus treibt, es vöia Wochn bleibt.
22. (So) Herbstbeginn, Tag- und Nachtgleiche
29. (So) Tag des hl. Michael, Schutzheiliger der Kirche und der deutschsprachigen Völker.
Sternzeichen: Jungfrau (24.8. – 23.9.)
## Bild der Heimat
[obr] Marktplatz Schlaggenwald 1924.
Der Blick fällt vom oberen Marktplatz, beim „Scharfen Eck", auf die linke Häuserzeile in Richtung Neustadt. Links im Vordergrund befindet sich das bekannte Gebäude „Conditorei Andreas Hess' Wwe". Vor dem Ladeneingang steht im weißen Bäckergewand Wenzel Jakob, Geselle und Geschäftsführer, daneben mit Kind Amalie Hess und der Polizist Siart. Dahinter erhebt sich das allen vertraute „Niedermann-Haus" (Nr. 52), in dessen Erdgeschoß der Laden von Marie Dörfel zum Kauf von süßem Naschwerk einlud und das Friseurgeschäft von Anton Dörfel seine Dienste anbot.
Die seitlich gesetzten Strommasten wurden später in die Platzmitte verlegt. Die Aufnahme von 1924 stellte Lm. Herbert Jakob zur Verfügung.
[obr] Ansichtskarte aus den zwanziger Jahren.
Der langgestreckte, spätmittelalterlich geprägte Marktplatz, auf alten Abbildungen auch „Ringplatz" genannt, lag zwar nicht in der Ortsmitte, war aber in seiner guten alten Zeit der lebendige Mittelpunkt unseres Städtchens. Hier versammelten sich die
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