Schlaggenwälder Heimatbrief — červen / červenec 2013
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Milí krajané!

## Liebe Landsleute!
Kommende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, sagt man. Vergangene geben hin und wieder auch Anlaß zur Rückschau. Die kalte Jahreszeit, die sich heuer lange hinzog, ist ein solcher, zugleich aber dankbares Thema für einen, bereits im April fälligen Beitrag für den Heimatbrief.
Der bekannte Münchner Humorist Karl Valentin soll einmal in seiner kurzen, trockenen Art gesagt haben: „Alle reden vom Wetter, aber keiner tut etwas dagegen." Diese schrullige Bemerkung kam mir an den Ostertagen in den Sinn, als die ungewöhnlich langen Unbilden des Winters nicht enden wollten.
So fiel es dem darob mißmutig gestimmten Egerländer nicht allzuschwer, für den bedrückenden Mißstand klagende Reime zu finden.

A långa Winta in aan Stickl,
die Költ håut uns fei årgh am Wickl,
mia håbm sa längst schu soot!
As Schnäischuan wår aah recht vadrießlich,
daß d'Sunn uns fahlt, is niat ersprießlich;
Katarrh mecht d'Leit marod.

So sehr sich die Ansager in den Radio- und Fernsehnachrichten auch mühten, schöneres Wetter mit Plusgraden herbeizureden – vergebens! War es doch wieder einmal anders gekommen als erwartet. Der an sich liebliche Lenz hielt das sanfte Erwachen in der Natur mit viel frischem Grün noch zurück und überließ Feld und Flur weiter dem „bäihmischn Wind", der in gefühlter bissiger Kälte seine Abkunft vom östlichen Vetter aus den Weiten von Taiga und Tundra erkennen ließ. Ein nahezu ständig bleigrauer Himmel tat ein übriges, um die sonnenhungrigen Gemüter in Depressionen zu versetzen. Und ein jeder fragte sich, wann denn endlich der ersehnte Frühling käme!
Das ist verständlich, hängt doch unser Wohlbefinden weitgehend auch vom oft launenhaften Verhalten der Witterung ab. Mehr als die Hälfte aller Leute ist wetterfühlig, und viele leiden sogar unter ernsten Beschwerden. Es ist erwiesen, daß die Anfälligkeit dafür noch zunimmt.
Aber Hand aufs Herz! Wir Älteren unter uns Heimatfreunden erinnern uns noch gut, wie lang und meist schneereich die strengen Winter daheim, so in den vierziger Jahren, gewesen sind; von Ende Oktober bis in den April hinein, von Allerheiligen bis Ostern!
Doch bleiben wir im Lande. Mitte April wendete sich von einem Tag auf den anderen das Blatt. Wie so oft in unseren Breiten wurde es ohne Übergang sommerlich warm – wieder eine Kapriole („Bocksprung!"). Hoffentlich hielten sich die Herz- und Kreislaufbeschwerden und ähnliches bei so manchem von uns in Grenzen!

Szenenwechsel. In der Heimatpolitik ist derzeit das Bemühen verstärkt auf die Verbesserung und Pflege guter freundschaftlicher Beziehungen zu Tschechien gerichtet. Besuch und Rede des tschechischen Ministerpräsidenten Nečas am 21. Feber 2013 in München lieferten dazu willkommene Vorgaben. Das Auditorium dankte für seine Ausführungen mit Zustimmung und Beifall. Verständigung und Versöhnung stehen weiter im Vordergrund, während das ungesühnte Unrecht der Entrechtung, Enteignung, Vertreibung, begangen an uns Sudetendeutschen, und die Verweigerung von Entschädigung nach wie vor völlig in den Hintergrund gerückt, d.h. auf die unendlich „lange Bank"

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