11.2. (Mo) Rosenmontag
12.2. (Di) Faschingsdienstag, Kehraus
13.2. (Mi) Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit
14.2. (Do) St. Valentin, Kyrillos († 869), Methodios († 885), Apostel der Slawen
Ist Lichtmeß hell und rein, wird ein langer Winter sein. Agathe (5.2.) und Dorothee (6.2.) viel Schnee, Sommer guten Klee. Ist Valentin noch weiß, blüht an Ostern schon das Reis. Mücken, die im Feber summen, oft auf lange Zeit verstummen.
Im März – Lenzing:
3.3. (So) Hl. Kunigunde („ ...kinnt die Wirm va unt")
4.3. (Mo) Gedenktag für die Opfer tschechischer Willkür im Jahre 1919
19.3. (Di) St. Josefstag
20.3. (Mi) Frühlingsanfang, Tag- und Nachtgleiche (Äquinoktium)
24.3. (So) Palmsonntag
28.3. (Do) Gründonnerstag
29.3. (Fr) Karfreitag
30.3. (Sa) Karsamstag
31.3. (So) Ostersonntag, Hochfest der Auferstehung Christi, Beginn der Sommerzeit (Uhren um eine Stunde vorstellen)
Donnergrollen um Kunigund, treibt's noch lang der Winter bunt.
*
Die Faschingszeit endet mit dem Faschingsdienstag. Am Aschermittwoch beginnt die vorösterliche Zeit; sie dauert 46 Tage und endet am Karsamstag.
Der Frühlingsanfang hat seinen "festen" Termin: 20. oder 21. März. Dem ersten Vollmond im Lenz (heuer schon am 27.3.) folgt unmittelbar das Osterfest. Diese beiden Termine sind „beweglich" und ändern sich jedes Jahr. Daher richtet sich auch die Dauer der „närrischen" Zeit nach dem ersten Vollmond im Frühjahr und fällt somit recht unterschiedlich lang aus.
## Närrische Weisheiten
Humor ist der Schwimmgürtel auf dem Strom des Lebens. Genießt ihn, genießt ihn! So ist das Leben nicht vergebens.
Ein Junggeselle ist ein Mann, der den Frauen in die Arme sinkt, ohne ihnen in die Hände zu fallen.
Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt,
der ist nicht nur dumm, der ist verrückt!
Der einzige Ort der Welt, an dem die Frauen den Männern nicht widersprechen, ist das Standesamt.
## Beim „Federnschlöißn"
Wenn die Feiertage an Weihnachten und Neujahr vorüber waren und man wieder Alltagspflichten zu erfüllen hatte, kam in den Wintermonaten Jänner und Feber die Zeit des Federnschlöißens.
Die Hausfrau hatte zu dieser mühevollen Arbeit weibliche Verwandte, Bekannte oder Nachbarn eingeladen. Es galt, an mehreren, vor allem abendlichen „Sitzungen", mit flinken Fingern den Flaum vom Federkiel zu trennen und zu sammeln. (S. Gedicht „Gänsrupfm – Federnschlöißn" im Heimatbrief, Folge 1/1999.)
Die Männer verzogen sich an den Stammtisch im Wirtshaus; sie waren bestenfalls geduldet und mußten sich ruhig verhalten. Die Kinder sollten abseits spielen und ebenfalls keinen Wind machen. Heftige Bewegungen, Blasen und Niesen waren absolut unerwünscht, weil sonst die Flaumfedern „flogen".
War der ganze Federnvorrat aufgearbeitet, feierten die fleißigen Zupferinnen das sog. „Federmannl" (Federlegh). Da ließ sich die Frau des Hauses nicht lumpen, es gab Kuchen, Tee, Kaffee oder Punsch.
[obr] Die Frauen und der Hausherr (als „Hahn im Korb") haben sich vor dem Eingang des Hauses Nr. 199 in der Bräuhausgasse zum Foto aufgestellt. Die Personen v.l.: Frau Grieß, Anna Kerstner (Sackgasse), Emma Bräutigam (Trafik Leßnitzgasse), Marie und Fritz Bräutigam (Hausleute), Frau Schröck (Seifertsgrün), eine Verwandte; vorne die Kinder Frieda Grieß und Emmi Bräutigam (Jg. 1932). Die Aufnahme entstand im Jahre 1937.
Vertrauter Anblick: Die Frauen tragen Kopftuch und Kleiderschürze. Die Fensterflügel waren (nur) nach außen zu öffnen.
(Im Heimatbrief, Folge 12 vom 1.2.1951 schilderte die allseits geschätzte Lehrerin Ernestine Müller ihre Erlebnisse.)
## Winter
Ihr Winterkleid trägt jetzt die Welt
aus blendend weißem Schnee,
berieselnd immer neuer fällt
auf Täler, Berg und Höh'.
An Strauch und Hecken glitzert Eis,
der Wald ist tief verschneit;
in seinen Ästen piepsen leis'
die Vögelein ihr Leid.
Kein Blümlein ist auf weiter Flur,
am Baum kein Blatt zu seh'n,
Eisblumen an den Scheiben nur
der Fenster zierlich steh'n.
Ist auch der Winter noch so kalt
und frostig eingestellt –
der Frühlingssonne Lichtgewalt
jagt ihn aus Wald und Feld.
Alois Schloßbauer (1887-1971), Heimatpoet
věta pokračuje na dalším listu ⟶
## Schlaggenwald – Siechtum der alten Bergstadt
Nach der Vertreibung unserer Landsleute aus ihrer Heimat gingen Abriß von Häusern und Verfall in allen Stadtteilen unaufhaltsam weiter. Der frischgefallene Schnee steht im bedrückenden Gegensatz zu den grauen Fassaden der Häuser. Die menschenleere Hauptstraße um das markante Pflughaus in Bildmitte (Nr. 497) verstärkt noch den trostlosen Eindruck.
Die Häuserzeile links der „Flout" endet im Foto bei Hs-Nr. 208 (Häuser Hermann). Da die Bergbrauerei Kirchner fehlt, ergibt sich der Durchblick auf das Seidl-Haus (ganz rechts). Die Anwesen Kühnhackl und Ubl (Nr. 297-299) rechts vom Flutbach fehlen ebenfalls. Füßl- und Zehentplatz wurden für die Trassierung von neuen Straßen „leergeräumt".
Noch boten die Häuser beiderseits der Straße bzw. des Weges den uns vertrauten Anblick. Doch auch ihre Tage waren gezählt.
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
