## Liebe Landsleute!
Wenn dieser erste Heimatbrief des neuen Jahres zu Euch ins Haus kommt, haben wir den an sich winterlich-strengen Jänner, den man früher auch „Hartung" nannte, wieder hinter uns gebracht.
Vierzig Tage nach der Geburt Christi schließt der kirchliche Feiertag Mariä Lichtmeß (2.2.) den weihnachtlichen Festkreis endgültig ab. Das Tageslicht, so sagte man, dauere an „Löichtmeß" schon eine Stunde länger. Heuer geht „d'Foosnat" (Fastnacht), die bei uns auch „die Fasching" hieß, recht früh zu Ende. Bereits am 13. Feber (Aschermittwoch) ist Schluß mit Lustig, mit Ausgelassensein, Mummenschanz und Tanz. Unentwegten Karnevalisten wird diese Zeit zu kurz sein, andere Zeitgenossen hingegen meinen, das närrische Treiben, vom 11.11. des Vorjahres an gerechnet, habe doch wirklich lange genug gedauert. Måch's amål an jedn recht!
Am 14.2., an Valentin, schenkt man Blumen. Der Tag ist nicht, wie böse Zungen behaupten, eine Erfindung der Floristen oder von Fleurop. Schon in der Antike feierten die Römer an diesem Tag ein Fest zu Ehren des Hirtengottes, Gott Amor stand dazu Pate. Ein Priester namens Valentin soll am gleichen Datum anno 269 enthauptet worden sein, weil er heimlich Liebespaare getraut habe. Im Mittelalter galt Valentin als Schutzpatron der Liebenden.
Der 4. März erinnert uns an das tragische Ereignis politischer Ohnmacht, als am Tag der Nationalversammlung Deutsch-Österreichs in Wien in fast allen Städten Deutschböhmens und Nordmährens friedliche Demonstrationen für das vorenthaltene Selbstbestimmungsrecht stattfanden und das tschechische Militär wahllos von der Schußwaffe Gebrauch machte. Es waren 54 Todesopfer und mehr als hundert Verwundete zu beklagen.
Am 19. März, an Josefi, dem Namenstag aller Personen, die Seff, Sefferl, Pepp, Pepperl, Josl, Fini oder Finerl gerufen werden, sollte sich auch ein langer Winter endlich verabschieden; heißt es doch: „Josefi sågt da Schnäi: Ich gäih!"
Nur wenige Tage trennen den Frühlingsanfang (20.3.) vom Palmsonntag, dem Beginn der Karwoche mit ihrer Fülle des daheim geachteten österlichen Brauchtums, wie es jedes Jahr bei den Vorbereitungen auf das Osterfest zu Ehren kam. Und wenn sich dann gegen Ende März der Lenz in etwa an die vorgegebenen Regeln hält und uns mit mehr Licht und Wärme verwöhnt, könnten uns schon die ersten Schneeglöckchen, Krokusse, Hasel- und Weidenkätzchen und das liebliche Märzveilchen erfreuen.
Ich wünsche Euch, daß Ihr die Widrigkeiten der winterlichen Witterung noch gut übersteht, in der vorösterlichen Zeit und im erwachenden Frühling neue Kräfte sammeln könnt.
Im Gedanken an die Auferstehung Christi allen Heimatfreunden ein frohes, friedvolles und gesegnetes Osterfest!
Es grüßt Euch herzlich und in heimatlicher Verbundenheit
Euer Landsmann Franz Pöttig
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## Ostergruß der Patenstadt
Die Stadt Auerbach i.d. Opf. wünscht ihren Patenkindern aus dem Kirchsprengel der ehemaligen Bergstadt Schlaggenwald im Egerland ein frohes Osterfest. Joachim Neuß
Erster Bürgermeister
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## Aus dem Kalender
Im Feber – Hornung.
2.2. (Sa) Mariä Lichtmeß, kirchlicher Feiertag, 40 Tage nach Geburt Christi (25.12.)
3.2. (So) St. Blasius (Segen)
10.2. (So) Faschingssonntag
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