Schlaggenwälder Heimatbrief — duben / květen 2012
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Doma u svatého Jiří

Geistliche aus Elbogen, der am Sonntagnachmittag in der St.-Anna-Kirche eine Messe hält, wäre sicherlich froh, wenn wenigstens dort mehr Gläubige teilnähmen. Wer käme denn für eine Restaurierung auf? Der atheistische Staat, die ungläubigen Bewohner, eine bettelarme Kirchenverwaltung, eventuell die EU? Man liest in den Heimatzeitungen, daß an einigen Orten vor allem die Vertriebenen erhebliche Spendenbeträge für Renovierungen aufgebracht haben und noch immer Mittel sammeln. Über den Sinn solcher „Geschenke“ kann man durchaus geteilter Meinung sein!

Doch zurück zum früheren Wahrzeichen unserer Bergstadt. Es macht betroffen, wenn man von weitem feststellen muß, daß von diesem einstmals religiösen Mittelpunkt nur noch wenig zu sehen ist. Längst hat hoher Baumbestand um den Glockenberg und auch in der Umgebung die Sicht auf ihn erheblich eingeschränkt. Betriebe und Siedlungen nicht nur am Kaunitz, auch hohe Kamine verändern augenfällig das uns vertraute Bild der Stadt. Die Erinnerung sucht mühsam Anhaltspunkte, manchmal vergeblich. Die Silhouette des Ortes stimmt nicht mehr; sie ist uns fremd geworden wie die Menschen, die jetzt dort wohnen. St. Georg duckt sich einsam und vergessen am Berghang.

Am Friedhof ist es wie immer still. Verlassen liegt er da. Der graue Glockenturm, verriegelt und verrammelt, aber mit erneuerter Bedachung, erhebt sich oben an der Friedhofsmauer, schaut auf die verfallenen Gräberfelder zu seinen Füßen und wacht über der Toten Ruhe. Auch seine Glocken schweigen. Das erst 1992 errichtete hölzerne Gedenkkreuz am Aufgang zum oberen Teil des Gottesackers verwitterte bald; auch ein zweites verfiel mit der Zeit und wurde inzwischen samt Gedenkstein entfernt.

Einzelne Grabstätten erfahren gelegentlich etwas Pflege, wenn ein besonderer Anlaß dies gebietet oder sich barmherzige Hände finden. Viele Grabmäler sind eingewachsen, die Hügel eingesunken, hier und da ragen Steine schief aus dem oft hohen Gras und Unkraut. Die Inschriften sind nach mehr als sechzig Jahren verblaßt, verwaschen, verwittert. Und doch findet der forschende Blick bekannte Namen. Auch sie lassen Erinnerungen aufleben. So manches Gesicht nimmt vor dem geistigen Auge wieder vertraute Züge an. Der zögernde Schritt hält inne, man betet ein Vaterunser, vergißt eine Weile die Gegenwart und schiebt das Weggehen vor sich her. Man spürt wehmütig den unausweichlichen, oft endgültigen Abschied und fühlt, wie uns auch die Verstorbenen noch immer an die alte Heimat binden.

St.-Georgs-Kirche, einst Wahrzeichen unserer Stadt, Am Kirchturm ist der neue Rundgang um die frühere Türmerwohnung zu sehen. Der Aufgang dazu befindet sich in dem holzverschalten Anbau (links). Rechts – zur Ostseite der Kirche hin – verdeckt dichtes Gerank(?) die eingebrochene Mauer um das hohe Kirchenfenster. Das Areal wirkt ausgeräumt und leer, weil die Bäume im Umfeld des Gotteshauses entfernt wurden. Der Zutritt zum Innern der Kirche ist nicht möglich; Kirchenschiff und Altarraum gelten als einsturzgefährdet. Kuriosum: Der ruinöse Sakralbau wurde nach dem Dachstuhlbrand von 1964 neu eingedeckt, eine Maßnahme, die den weiteren Verfall nicht verhindert. Franz Pöttig

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„Mostní světec“

## Der „Brückenheilige“
Johannes von Nepomuk, einer der bekanntesten Heiligen Böhmens, ist so oft wie kein anderer in Statuen und Bildern dargestellt. Sein Namenstag fällt auf den 16. Mai. Er ist Landespatron von Böhmen und gilt als Schutzheiliger der Priester, Beichtväter, Flößer, Schiffsleute, Müller und des Hauses Habsburg.

Johannes, geboren um 1350 im böhmischen Ort Nepomuk, lebte in der Zeit der Regentschaft Kaiser Karls IV. (1316, †1378); er gelangte später, vor allem in der Gegenreformation (16./17. Jh.) zu großer Beliebtheit. Da er sich als Generalvikar des Prager Erzbischofs der Einflußnahme von König Wenzel IV. (1361, †1419) widersetzt, ließ ihn dieser im Jahre 1393 von der Karlsbrücke in die Moldau werfen. Johannes wurde im Prager Veitsdom bestattet, wo ihm als Märtyrer hohe Verehrung zuteil wurde. Anno 1683, fast dreihundert Jahre nach seinem gewaltsamen Tod, errichtete man auf eben dieser Prager Karlsbrücke ein Standbild des mutigen Kirchenmannes, das zum Vorbild für unzählige „Brückenheilige“ in ganz Europa, vor allem in Böhmen und Mähren, in Süddeutschland und Österreich gereichte. Viele Kirchen und Kapellen wurden ihm geweiht. Wohl eine der schönsten Kirchen erbaute ihm in reinem Rokokostil der Baumeister und Künstler Egid Quirin Asam (1692-1750) in München neben seinem Wohnhaus, die berühmte Asamkirche. Ein großes Deckenfresko zeigt Szenen aus dem Leben des böhmischen Heiligen.

Eine Statue des Johannes von Nepomuk stand (steht) daheim an der nördlichen Brüstung der Flutbachbrücke beim ehemaligen Café Reinhold und an der südlichen Brüstung der Brücke über die „Flout“ an der Auffahrt zum früheren Malzmühlendamm (letztere stand zu unserer Zeit in einer Vierer-Baumgruppe unmittelbar am Malzmühlenteich, am Einlauf der Flutbachableitung). Das Gelände dort diente den Kindern als bevorzugter Spielplatz, sehr zum Mißvergnügen der lärmgeplagten Nachbarin Maria Schmieger (Büglerin).

Historische Anmerkungen: Der Geburtsort Nepomuk liegt etwa 30 km südöstlich von Pilsen am Rande des Mittelböhmischen Waldgebirges an der Bahnstrecke Pilsen-Budweis.

Nach dem Tode König Wenzels II. 1305 und der Ermordung Wenzels III. 1306 war das Herrschergeschlecht der Přemisliden im Mannesstamm erloschen. Nach der zwischenzeitlichen Regentschaft Rudolfs III. (I.) aus dem Hause Habsburg 1306/07 und Heinrichs von Kärnten (1307-10) über Böhmen erfuhr das Land mit König Johann (dem Blinden) aus dem Hause Luxemburg, vermählt mit Elisabeth, der jüngeren Tochter Wenzels II., ab 1310 wieder neuen Glanz und erlebte unter seinem ältesten Sohn Karl IV. (1316, †1378), der ab 1347 die böhmische Wenzelskrone trug, das „Goldene Zeitalter“. Aus seinem Leben: 1346 römisch-deutscher König, 1348 Gründer der ersten Universität nördlich der Alpen in Prag, 1355 König von Italien und Krönung zum röm.-dt. Kaiser in Rom, 1356 Erlaß der „Goldenen Bulle“ (Regelung der Wahl und Krönung der röm.-dt. Könige und Kaiser durch die sieben Kurfürsten). Unter seinem ältesten Sohn Wenzel IV. (1361, †1419, seit 1376 röm.-dt. König, aber anno 1400 abgesetzt, seit 1378 König von Böhmen und Schlesien) war die Politik von Machtverfall gekennzeichnet, und die hussitische Bewegung kam in Gang. Franz Pöttig

[obr] (bez popisku) (kruhový plakát se sudetoněmeckým znakem a paprsky)
63. Sudetendeutscher Tag
Herkunft pflegen
Zukunft sichern
26. und 27. Mai 2012 in Nürnberg

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63. sudetoněmecký den

63. Sudetendeutscher Tag
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26. und 27. Mai 2012 in Nürnberg

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