Schlaggenwälder Heimatbrief — duben / květen 2012
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Milí krajané!

Liebe Heimatfreunde! Ich wünsche Euch allen in nah und fern, wo auch immer Ihr unseren „Heimatboten“ lest, ein frohes Osterfest, gesegnete Pfingstfeiertage und eine gute Zeit.
Mit heimatlichem Gruß Euer Lm. Franz Pöttig

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Velikonoční pozdrav patronátního města

## Ostergruß der Patenstadt
Die Stadt Auerbach i.d. Opf. wünscht ihren Patenkindern aus dem Kirchsprengel Schlaggenwald im Egerland „Frohe Ostern!“
Joachim Neuß, Erster Bürgermeister

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Doma u svatého Jiří

## Daheim bei St.Georg
Ich weiß nicht, wie es Euch ergeht. Bei uns vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht einen Anlaß gibt, von früheren Zeiten zu reden. Ein politisches Ereignis, ein unpassender Beitrag in den Medien, eine lange nicht mehr vernommene mundartliche Redewendung oder ein Anruf von Landsleuten sind geeignet, wieder Erinnerungen an daheim aufkommen zu lassen.

Bei einem Hutscha-Nachmittag der hiesigen Egerländer Gmoi drehten sich die Gespräche auch um die Kirchen und die Seelsorge, wie sie einmal in der alten Heimat waren, wobei die Zustände nach der Vertreibung, der Niedergang, die Verwahrlosung und Zerstörung nicht ausgespart blieben. Ich hing meinen Gedanken nach.

Wer sich zu unserer Zeit der Heimatstadt näherte, sah, aus welcher Richtung er auch immer kam, zuerst das Wahrzeichen der Bergstadt: die St.-Georgs-Kirche. Oben am Glockenberg überragte sie die Gliederung der Häuserzeilen, die Gassen und Plätze des Ortes. Gotische und barocke Elemente, An- und Umbauten verhalfen dem sakralen Renaissancebau zu seiner charakteristischen, einprägsamen Form.

Es kommt nicht von ungefähr, daß gerade diese Kirche auch den Umschlag des Heimatbuches schmückt, viele seiner Seiten illustriert, und der „Dekanalkirche“, wie sie auch genannt wurde, im Abschnitt „Kirchengeschichte“ (ab Seite 283) eine ausführliche Beschreibung gewidmet ist.

Das unmittelbar daneben angegliederte Domizil der katholischen Geistlichen und etliche Wirtschaftsgebäude ergänzten den kirchlichen Bereich zu einem beeindruckenden Bild. Das Pfarrhaus hieß bei uns – auf gute, altösterreichische Weise – „Dechantei“; eigentlich müßte es „Dechanei“ heißen, weil man (laut Duden) unter Dechantei oder Dechanat den Amtsbereich eines Dechanten zu verstehen habe. Unser letzter Dechant, Hw. Josef Bühl, versah seit 1934, ab 1940 zusammen mit seinen Kaplänen Anton Pinzka und Nepomuk Wommes, wie seine ehrwürdigen Vorgänger die seelsorgerischen Aufgaben für Stadt und Dörfer, zu denen die hl. Taufe, Erstkommunion, Firmung, die Trauung und die Totenmesse sowie das Geleit zur letzten Ruhe für den Lebenskreis der bodenständigen Bevölkerung gehörten. Im Jahre 1946 begleitete er seine Pfarrkinder auch auf ihrem beschwerlichen und schmerzlichen Weg in die unbekannte Fremde.

Einprägsame Erinnerungen verbinden sich mit den kirchlichen Festen und ihrem Brauchtum, die in unserer christkatholischen Gemeinde im Jahreslauf in Frömmigkeit und Gottesfurcht gefeiert wurden. Nach dem Dreikönigsfest führte uns der Ostersonntag in das Mysterium der Auferstehung Christi, der Monat Mai zu den Andachten Mariens und Bittgängen an Christi Himmelfahrt, zum Hochamt an Pfingsten; unvergeßlich bleiben die feierlichen Prozessionen an Fronleichnam zu den vier Altären am Marktplatz, die traditionellen Festlichkeiten an Kirchweih bis hin zur heiligen Christmette vor dem eindrucksvollen Szenarium der lebensgroßen Krippenfiguren am Hochaltar.

Nicht unerwähnt bleiben darf am Ende der Neustadt die „untere“, im Barockstil errichtete St.-Anna-Kirche, die man auch „Spitalkirche“ nannte, weil neben dem Pfarrhaus ein Bürgerspital für die Ortsarmen und Kranken angebaut war. Katechet Rudolf Schmitt betreute von 1917 an in seiner schlichten, liebevollen Art die katholischen Gläubigen, stand denen bei, die in der Heimat verblieben waren, und fand 1960 am Schlaggenwalder Friedhof seine letzte Ruhestätte.

[obr] (bez popisku) (kostel sv. Jiří v Horním Slavkově — loď kostela s vysokou věží s cibulovou bání a dřevěnou přístavbou; popisek k tomuto snímku je vytištěn až na následující straně)

Wie es heute um die uns früher so vertraute Kirche am Glockenberg steht, ist inzwischen vielen von uns bekannt. Der Heimatbrief hat darüber schon des öfteren berichtet. Den Besucher erwarten dort schlimme Erfahrungen. Mehr als sechzig Jahre Atheismus und Kirchenfeindlichkeit haben überall ihre Spuren hinterlassen. Man erinnert sich der Worte Präsident Masaryks: „Wir haben mit Wien abgerechnet, wir werden auch mit Rom fertig werden!“ Der Anteil der Katholiken an der tschechischen Bevölkerung beträgt kaum 30 Prozent.

Während an der Dechantei in den vergangenen Jahren immer wieder Renovierungen vorgenommen wurden, ohne daß bekannt oder erkennbar war, was aus dem Gebäude einmal werden soll, verfällt die St.-Georgs-Kirche mit jedem Tag weiter. Nach dem Brand vom 14. März 1964 hat man dem verbliebenen Bauwerk ein neues Dach aufgesetzt, das in krassem Gegensatz zum erbärmlichen Zustand der Mauern und des Innern steht. Den Zugang von außen über die ehemalige Sakristei behinderten lange Zeit Gerümpel und das mutwillig zerstörte Inventar von einst. Im Kirchenschiff reichte ein aufgestelltes Gerüst aus Metallrohren bis hinauf zur Decke und füllte fast den gesamten Innenraum aus, der in sich ein Bild der Verwüstung bot.

Die hohen, bunten Glasfenster sind zerschlagen, nur von einzelnen Teilen kann man noch auf die religiösen Motive in ihren herrlichen ursprünglichen Darstellungen und Farben schließen. Feuchtigkeit und Kälte ließen jeden Eindringling auch im Sommer schaudern, beklemmender Modergeruch machte sich breit. Dunkelheit und Stille taten ein übriges. Man fühlte sich eher wie in einer riesigen Gruft denn in einem Gotteshaus; man atmete erleichtert auf, wenn man wieder in das helle Licht des Tages trat. Ob sich an diesem desolaten Zustand inzwischen etwas geändert hat, ist nicht bekannt, da der Zutritt angeblich nicht mehr möglich ist.

Der Kirchturm ragt mahnend wie ein Finger Gottes anklagend in den Himmel. Sein Zustand ist besorgniserregend schlecht. Das nackte Gemäuer aus groben Feldsteinen zeigt unübersehbare Längsrisse. Lange Zeit war die Galerie außen an der früheren Türmerwohnung herabgebrochen, und die hölzernen Tragbalken standen als Stummel radial ins Leere. Inzwischen wurde dieser Rundgang erneuert und ist wieder begehbar. Die obere Haube und die Turmspitze neigen sich nach wie vor erkennbar stadtwärts.

Wie zu vernehmen ist, können sich die Vertreter der Amtskirche und der Staat über die Besitzverhältnisse nicht einigen. Andere Äußerungen besagen, daß nun die Stadtgemeinde Besitzerin (Eigentümerin?) sei. Was aus unserer St.-Georgs-Kirche von einst mit ihrem Turm einmal werden wird, steht wohl in den Sternen. Eine Instandsetzung würde ungeheure Summen verschlingen. Und selbst wenn: wozu, für wen? Der tschechische

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