Schlaggenwälder Heimatbrief — prosinec 2009 / leden 2010
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Vánoční a novoroční pozdrav patronátního města

## Weihnachts- und Neujahrsgruß der Patenstadt
Liebe Freunde aus Schlaggenwald und Umgebung!
Unser Bürgerfest im Juli gab Ihnen auch heuer erneut Gelegenheit, an einem Treffen Ihrer Landsleute teilzunehmen. Wenn auch die Zahl der Besucher kleiner geworden ist, so konnte man wieder die Verbundenheit untereinander und mit Ihrer alten Heimat im Egerland spüren, die Sie vor nunmehr über 60 Jahren unter Zwang verlassen mußten. Die Erinnerungen daran sind noch immer lebendig. Besinnlichkeit und Dankbarkeit für die Jahrzehnte friedlichen Zusammenlebens sollen uns auch in dieser Adventszeit begleiten.
Sie sind in Ihrer Patenstadt stets willkommen. Wir, die Bürger von Auerbach, würden uns freuen, wenn Sie auch im nächsten Jahr zu uns kommen, um mit Ihren Freunden von daheim ein frohes Wiedersehen zu feiern. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das neue Jahr vor allem Gesundheit und viel Glück.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Joachim Neuß, Erster Bürgermeister

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Ohlédnutí

## Rückbesinnung
Nach den schmerzlichen Erfahrungen der Vertreibung, als uns täglich der Verlust der vertrauten Heimat quälte und wir unsere unverschuldete Not im fremden Land spürten, waren wir niedergeschlagen und ohne Hoffnung. Und voller Sehnsucht sangen wir das Volkslied:

„Nach der Heimat möcht' ich wieder,
nach dem teuren Vaterort,
wo man singt die frohen Lieder,
wo man spricht manch trautes Wort.
Teure Heimat, sei gegrüßet,
in der Ferne sei gegrüßet,
sei gegrüßt in weiter Ferne,
teure Heimat, sei gegrüßt.

Deine Täler, deine Höhen,
deiner heil'gen Wälder Grün,
o die möcht' ich wiedersehen,
dorthin, dorthin möcht' ich zieh'n.
Teure Heimat ...

Doch mein Schicksal will es nimmer,
durch die Welt ich wandern muß.
Trautes Heim, dein denk' ich immer,
trautes Heim, dir gilt mein Gruß.
Teure Heimat ..."

Text & Musik: Karl Kramer (ca. 1885)

Poselství

## Botschaft
Wieder brennen die Kerzen,
und ihr wärmendes Licht
tröstet die zagenden Herzen:
Freut Euch und fürchtet Euch nicht!

Wieder duften die Tannen,
Hoffnung grünt unterm Schnee.
Keiner vermag sie zu bannen.
Ehre sei Gott in der Höh'!

Wieder leuchtet der Sterne
hellster über dem Kind,
Frieden verheißend all denen,
die guten Willens sind.

Rolf Nitsch (1920-1984), Egerländer Schriftsteller

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Kdo ještě zná tu melodii?

## Wer kennt noch die Melodie?
Heute, nach Jahr und Tag, da bei den meisten Landsleuten der Schmerz um die traute Heimat mehr einer stillen Wehmut gewichen ist, sind Text und Melodie dieses innigen Liedes fast in Vergessenheit geraten. Auch das Böhmerwald- und das Riesengebirgslied wird nur noch bei besonderen Anlässen gesungen.
Viele Jahre sind seit dem erzwungenen Verlassen der angestammten Heimat vergangen. Die Erinnerungen beginnen zu verblassen, sie werden von Veränderungen überlagert. Es wird nie wieder so sein, wie es war. Diese Entwicklung führt mit zur bedrückenden Erkenntnis, daß die Zeit über jenes leidvolle Schicksal der Vertreibung längst hinweggegangen ist.
„Nach der Heimat möcht' ich wieder", so lautet die erste Zeile des Liedes. Welche Bedeutung hat dieser Wunsch heute noch?

Chebský den (Egerlandtag) 2009

## Egerlandtag 2009
Alle zwei Jahre findet im oberfränkischen Marktredwitz der Egerlandtag statt, Diesmal – es war Anfang September – schien er unter keinem guten Stern zu stehen, war doch kurz vorher Pater Norbert Schlegel, Visitator für die Seelsorge an den Sudetendeutschen, am 29. August im Alter von erst 69 Jahren verstorben und am Vorabend des Egerlandtages (4.9.) in Villingen zur letzten Ruhe gebettet worden. Zudem hatte wenige Wochen zuvor Bundesvüarstäiha Ralf Heimrath aus beruflichen, Stellvertreter Ernst Schneider (Gmoi München) aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt niedergelegt.
„Egerland – Heimat und Bekenntnis" stand auf dem Festabzeichen, und so lautete auch das Motto, das man unverkennbar als Fingerzeig auf die Erlebnis- und auf die Bekenntnisgeneration sehen kann. Totengedenken, festliche Eröffnung im Egerland-Kulturhaus mit Verleihung des Kulturpreises „Johannes von Tepl", Führungen im Egerland-Museum, Kulturnachmittag „Das Handwerk im Egerland" und der Heimatabend gehörten am Samstag (5.9.) zum Programm.
Im Gegensatz zum recht unfreundlichen Wetter am Vortag, begrüßte am Sonntag (6.9.) ein sonniger Morgen die zahlreichen Besucher, die mit Omnibussen, vor allem aus Süd- und Westdeutschland, und vielen privaten Pkws anreisten. Beim traditionellen Festgottesdienst füllten etwa 400 Teilnehmer das geräumige Zelt. Anschließend zogen – als Ersatz für einen Festzug durch die Stadt – mehrere Fahnenabordnungen, Landsleute in heimatlicher Tracht und Scharen von Gästen zum Egerlandhaus. Strahlender Sonnenschein begleitete dann das Brunnenfest. Die volkstümlichen Lied-, Musik- und Tanzdarbietungen am inzwischen fertiggestellten Egerlandbrunnen ernteten viel Anerkennung.
Die gute Bewirtung, wieder im Festzelt, sorgte für das leibliche Wohl, wenngleich die Bedienung durch wenig sprachkundiges Personal osteuropäischer Herkunft so manchem vertriebenen Egerländer mißfiel. Nach dem Mittagessen richteten Birgit Seelbinder, Oberbürgermeisterin, und andere Ehrengäste Grußworte an die versammelten Egerländer. Im Mittelpunkt der Kundgebung jedoch stand die Ansprache von Christine Haderthauer, Staatsministerin und neue Schirmherrin der Vertriebenen. Ihre Rede wurde mit höflichem Beifall bedacht. Mancher Zuhörer mag ihre Ausführungen als Pflichtübung oder Stimmenwerbung für die anstehende Bundestagswahl gewertet haben, brachte doch das Aufzählen bereits bekannter geschichtlicher Tatsachen zur Vertreibung und das erneute Anmahnen unerfüllter gerechter Forderungen – als Voraussetzung für eine Verständigung – dem historisch Kundigen im Grunde wenig Neues. Aufbrausendes Applaudieren jedoch verriet breite Zustimmung.
Danach saßen die Landsleute noch gemütlich beisammen und versuchten, sich zu unterhalten, soweit es der Lärmpegel im Festzelt zuließ. Die Egerländer Blaskapellen spielten gekonnt und flott auf. Warum aber in aller Welt in einer Lautstärke, daß man sein eigenes Wort nicht mehr verstand. Die meist älteren

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