Schlaggenwälder Heimatbrief — říjen / listopad 2009
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Moji milí krajané!

## Meine lieben Landsleute!
Es ist Ende August. Die wechselhafte Witterung des Sommers mit „Kühle – Schwüle" hat Herz und Kreislauf von manchem Zeitgenossen arg durcheinandergebracht, und die heißen „Hundstage" letzthin verbesserten nicht wesentlich diese Bilanz.
Der Sommer nimmt wieder Abschied, und die Zeichen eines frühen Herbstes in der Natur sind nicht zu übersehen. Die Tage werden schon merklich kürzer, die Luft kühlt sich nachts spürbar ab und dünne Nebelschleier ziehen über Wiesen und Felder. Das Getreide ist vollends eingebracht, nur der Mais wartet noch auf seine Reife. Die Stare versammeln sich scharenweise in den Bäumen, die Schwalben sitzen wie abgesprochen auf den Leitungsdrähten. Spinnfäden wehen im gleißenden Sonnenlicht, und das Laub beginnt sich zu färben. Und wenn dieser Heimatbrief bei Euch eintrifft, hat die Herbstzeit auch nach dem Kalender Einzug gehalten. Möge uns der Oktober noch viele sonnenwarme „goldene" Tage bescheren! Und wem danach ist, der lasse sich nicht abhalten, am dritten Sonntag die „Landkirwa", auch „Kaisakirwa" oder „Eghalanda Kirwa" genannt, frohgemut zu feiern.

Etwas anderes. Es ist sehr bedauerlich, wenn Sterbefälle nicht dem Heimatbrief gemeldet werden. Es ist mir kaum möglich, Hinweisen auf das Ableben von Landsleuten per Telefon oder Anschreiben nachzugehen, um dann doch noch eine Nachricht in den Heimatbrief aufnehmen zu können. Erreicht mich ein Hinweis durch Dritte, dann bin ich mir oft nicht sicher, ob die Angaben stimmen.
Bei mir liegen Notizen zu ungeklärten Sterbefällen, bei denen vor allem der Sterbetag fehlt: Frau Elsa Donnert (Stark), zuletzt Horní Slavkov; Ernestine Vacek (Gräf), Horní Slavkov; Hilde Rippl, Babenhausen, vorher Marktoberdorf; Hilde Rohm (Hahn), Kaufbeuren; Herr Wilhelm Bodenstein, Oberostendorf. Wer weiß Näheres? Anruf erbeten unter Tel.: 08 81 / 32 66. Danke!
Es sollte auch nicht vorkommen, daß Geburtstage genannt werden, obwohl der Genannte nicht mehr am Leben ist.
Es obliegt doch in erster Linie den nahen Angehörigen, den Todesfall anzuzeigen. Dies gilt auch, wenn der Verstorbene nicht (mehr) Bezieher des Heimatbriefes gewesen ist.
Um Rückfragen zu vermeiden, bitte ich jeweils um folgende Angaben: Vor- und Familienname (Geburtsname), Geburtstag, Sterbetag, Wohnort daheim (Straße, Gasse), letzte Anschrift, nahe Angehörige mit Rufnummer.
Verkennen wir bitte nicht: Sterbenachrichten sind die letzten Hinweise über Heimatfreunde aus dem Lebenskreis von uns Vertriebenen. Die Angaben sind Teil einer Heimatchronik und erleichtern Ermittlungen bei Ahnenforschungen und Erbfällen. Wer in der Gemeinschaft nicht mehr erwähnt wird, fällt dem Vergessen anheim.

Ein Letztes: Wäre es nicht sinn- und wertvoll, am Grabstein von Landsleuten und bei der Sterbeanzeige in der Tageszeitung auch den Geburtsort zu nennen und mit dem Zusatz „Egerland" oder „Sudetenland" zu versehen? Heimattreue Egerländer haben diese Erwähnung verdient! Ein gerahmtes Foto, wie es daheim üblich war, dient einem innigen Gedenken. Beim Grabbesuch werden Erinnerungen geweckt, und beim Kundigen spannt sich der Bogen auch hinüber zur alten Heimat.
Diese meine Gedanken und Anliegen möchte ich Euch wieder nahebringen. Der Heimatbrief vom November, dem Monat mit den Gedenktagen für unsere lieben Verstorbenen, schien mir dafür geeignet.
Ich wünsche Euch, meinen Landsleuten in nah und fern, wo auch immer Ihr unseren „Heimatboten" lest, Wohlbefinden, den Kranken recht bald Besserung und Genesung, uns allen noch sonnige Herbsttage und eine gesegnete Zeit.
Es grüßt Euch in heimatlicher Verbundenheit
Euer Landsmann Franz Pöttig

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K Dušičkám

## Zu Allerseelen
Allerseelen fallen einem
traurige Gedanken ein:
Wird man nächstes Jahr noch leben
oder schon begraben sein?

Dauernd schleichet mit der Sense
Meister Hein von Haus zu Haus,
bläst mit seinem kalten Hauche,
Licht um Licht, das Leben aus.

Sind einmal ergraut die Locken,
ist die Stunde nicht mehr weit,
wo man auf der Spur der Ahnen
wandelt in die Ewigkeit.

Alois Schloßbauer († 1971)

Mlhavé dny

## Nebeltage
An den düsteren, häufig nebelverhangenen Tagen im November begeben wir uns wieder öfter zum Friedhof, um unserer Toten zu gedenken. Wir pflegen ihre Gräber, schmücken sie, wie es Brauch ist, mit Blumen und Gebinden und zünden Lichter an. Viele Angehörige ruhen nun schon in fremder Erde, in einem anderen Land, in dem wir nach der Vertreibung eine neue Bleibe gefunden haben. Nicht vergessen sind jene, deren Gräber wir daheim zurücklassen mußten. Gefühle, die nur schwer zu beschreiben sind, überkommen uns, wenn wir uns bei gelegentlichen Fahrten in die alte Heimat Zeit nehmen für einen Rundgang durch die Reihen der verfallenen Gräber: Grabsteine sind umgefallen oder verschwunden, Platten und Tafeln zerbrochen oder entfernt, das Umfeld vom Unkraut überwuchert.
Hin und wieder, da und dort bleiben wir stehen, verharren in Augenblicken des Erinnerns und Gedenkens. Bilder steigen auf, rufen uns zurück in die längst entschwundenen Tage und Jahre der Kinder- und Jugendzeit. Sie stimmen uns froh und traurig zugleich, Wehmut erfaßt das Herz.

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