Schlaggenwälder Heimatbrief — srpen / září 2009
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60. sudetoněmecký sjezd

Franz Neubauer und Johann Böhm; 2008 übernahm Bernd Posselt diese Aufgabe. Viel Verständnis für ihre Belange fanden die Heimatvertriebenen unter der Schirmherrschaft des Freistaates Bayern (seit 1954) und dessen Ministerpräsidenten Hans Ehard, Wilhelm Hoegner, Hanns Seidel, Alfons Goppel, Franz Josef Strauß, Max Streibl, Edmund Stoiber und Günther Beckstein; 2008 trat Horst Seehofer dieses Amt an.
Beim 30. ST 1979 in München hielt der damalige Erzbischof Joseph Ratzinger die Festpredigt.
Das Pfingsttreffen 2009 geriet wieder zu einer beeindruckenden festlichen Veranstaltung. Politische Kundgebungen, Vorträge, Ausstellungen, kulturelle Darbietungen und einige zehntausend Teilnehmer bewiesen von Freitag bis Sonntag auch dieses Mal, daß unsere Volksgruppe zwar wieder etwas kleiner geworden, aber nicht unterzukriegen ist und lebt! Sie präsentierte sich mit Geschichte, Brauchtumspflege und Begegnungen auf dem Messegelände der alten Fuggerstadt eindrucksvoll aufs neue, und dies mehr als 60 Jahre nach der menschen- und völkerrechtswidrigen Vertreibung aus der angestammte Heimat, trotz Zerstreuung in viele Gegenden und gelungener Einbürgerung. Eine friedliche Demonstration als Bekenntnis zu Heimat und Recht!
Am Pfingstsonntag folgten dem römisch-katholischen Pontifikalamt mit Bischof Walter Mixa, Weihbischof Gerhard Pieschl und Pater Norbert Schlegel und dem evangelischen Gottesdienst der Einzug der Fahnenabordnungen und Trachtengruppen und die Hauptkundgebung in der überfüllten Schwabenhalle. Redner waren der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Franz Pany, der Sprecher der SL, Bernd Posselt, und der Bayerische Ministerpräsident und Schirmherr Horst Seehofer. Die Ansprachen dauerten bis nach 13.00 Uhr.

[obr] ST 2009 in Augsburg: Der Schnappschuß vom Pfingstsonntag zeigt wieder die treuen Heimatfreunde wie vor zwei Jahren. In Halle 3 freuten sich über das Wiedersehen und tauschten Erinnerungen aus, v.l.: Franz Pöttig (Weilheim i. OB); (Name?); Ewald Weinhart, Roßhaupten; Marianne Lugner (Turba), Forchheim/Ofr.; (Name?); Heinz Wesp, Landau a.d. Isar; Ernst Schmieger, Sonthofen; Rudolf Schmieger, Immenstadt. Foto: F. Pöttig

Ein lebhaftes Interesse galt der Aktionshalle 7 auf dem Messegelände. Das Programm weist auf über 90 Informationsstände, Werkstätten und Ausstellungen hin, die alle der Heimatpflege gewidmet waren. Man schlenderte durch die Zeilen und war fast überwältigt. Es erwies sich als unmöglich, dem schieren Überangebot an kultureller Vielfalt in den wenigen Stunden des Aufenthalts gerecht zu werden. An einem der „nahrhaften" Stände konnte ich nicht vorübergehen: Es gab wohlschmeckende Golatschen, kleine, runde Hefekuchen, die mit Mohn, Powidl, Quark und Rosinen belegt waren (die tschechische Herkunft der Bezeichnung ist nicht zu übersehen: koláč = Mohnkuchen).
Dichtes Gedränge herrschte wie immer am Bücherstand des

Helmut Preußler Verlages, der wieder mit reicher heimatlicher Literatur und zahlreichen Neuerscheinungen glänzte.
Waren am Vormittag in Halle 3 (Heimatgebiet Egerland) die Tische nur schwach besetzt, füllte sich nach Gottesdienst und Hauptkundgebung noch so manche Reihe. Das Stimmengewirr schwoll zu mächtigem Rauschen an, es gab ein ständiges Kommen und Gehen, begleitet von freudigen Begrüßungen. Unter dem Transparent „Elbogen" nahmen im Laufe des Tages etwa zwei Dutzend Landsleute Platz, die Liste weist 15 Einträge auf. Es hätten ruhig ein paar mehr sein können! Aber man darf nicht verkennen: Viele, leider zu viele Heimatfreunde aus der Erlebnisgeneration sind schon von uns gegangen, andere sind erkrankt und nicht mehr reisefähig oder fühlen sich den Mühen weiter Wege nicht mehr gewachsen. Ebenso muß bedauert werden, daß es – von einigen Ausnahmen abgesehen – leider nicht gelungen ist, unsere Nachkommen als Bekenntnisgeneration für unsere Anliegen zu gewinnen. Ob ich im nächsten Jahr an Pfingsten noch nach Nürnberg fahren kann? F.P.

Historické střípky

## Historische Streiflichter
Die aktuelle Jahreszahl mit der Endziffer „9" gibt auch heuer wieder Anlaß, unsere Aufmerksamkeit auf bedeutende Ereignisse in der Geschichte Böhmens zu lenken, die mit ähnlichen Jahresdaten verbunden sind.
Vor 90 Jahren, am 4. März 1919, schoß tschechisches Militär ohne Warnung in die Versammlungen unbewaffneter, friedfertiger Deutscher, die für das ihnen zugesicherte Selbstbestimmungsrecht demonstrierten, wobei 54 Todesopfer und zahlreiche Verwundete zu beklagen waren. Dieses brutale Vorgehen der tschechischen Obrigkeit war der Auftakt zur Unterdrückung der deutschen Minderheiten in den Grenzgebieten und gab einen Vorgeschmack auf das, was in den nächsten zwanzig Jahren auf die deutsche Volksgruppe im Sudetenland zukommen sollte und mit den in Aussig an der Elbbrücke und beim Todesmarsch von Brünn im Jahre 1945 Ermordeten beileibe nicht zu Ende war.
Die Toten vom März 1919 sind ein markanter Bestandteil der Geschichte der ersten tschechischen Republik (ČSR) und sollten daher immerwährende Mahnung und Wegweiser politischen Handelns sein.
Ebenfalls vor 90 Jahren wurde im Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye (Unterzeichnung am 10.9.1919) die Gründung der Tschechoslowakei (ČSR) als selbständiger Staat bestätigt. Er bestand aus den ehemaligen österreichischen Landesteilen Böhmen, Mähren, Schlesien, Slowakei und Karpatho-Ukraine. Sein erster Präsident hieß Thomas Garrigue Masaryk. Der Vertrag entschied über die Zerschlagung der k. u. k. Donaumonarchie und ließ die Schaffung einer Anzahl von labilen Nationalstaaten mit erheblichen Minderheiten zu, so auch die erste tschechoslowakische Republik, die bereits am 28.10.1918 ausgerufen worden war. Die zwangsweise eingegliederten 3,5 Millionen Deutschböhmen fanden nicht einmal im Staatsnamen Erwähnung!
Vor 70 Jahren erfolgte am 15. März 1939 der Einmarsch deutscher Truppen in die Rest-ČSR und danach die Errichtung des Protektorates Böhmen und Mähren. Erster Reichsprotektor war Konstantin Frhr. von Neurath. Die Slowakei wurde selbständig, die Karpatho-Ukraine Ungarn angegliedert. Zur Erinnerung: Im März 1938 Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich (Ostmark), im Oktober 1938 Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland („Münchener Abkommen").
Während der Anschluß Österreichs und der Sudetengebiete mit dem Argument des Selbstbestimmungsrechtes für deutsche Bevölkerungsteile begründet wurde, handelte es sich bei der Besetzung der „Resttschechei" um reinen Imperialismus Hitlers, der von vielen Sudetendeutschen aller politischen Richtungen nicht gutgeheißen wurde.
Ebenfalls vor 70 Jahren, am 1.9.1939, begann der Zweite Weltkrieg, den wir im „Reichsgau Sudetenland" weder gewollt noch

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