## Erinnerung an die Fron
Es kann im Frühjahr 1949 gewesen sein, als unsere Familie noch zur Fronarbeit ins innertschechische Gebiet verschleppt war. In jener Zeit hatte ich schon „ein paar Brocken" der tschechischen Sprache bei der Landbevölkerung abgelauscht und mir zu eigen gemacht. Eines Tages befand ich mich mitten in einer Gruppe tschechischer Frauen, die dazu eingeteilt war, in einem Feld mit junger Saat Disteln und anderes Unkraut aus dem Boden zu stechen. Der tschechische Verwalter, ein umgänglicher Mann, kam regelmäßig, um nach dem Rechten zu sehen. Er war wohl ganz zufrieden mit unserer Arbeit und guter Laune. Plötzlich forderte er die Frauen auf: „Zpivejte děvčata, zpivejte 'La Paloma'!" Das heißt auf deutsch: „Singt, Mädchen, singt 'La Paloma'!"
Ich dachte, ich höre nicht recht. „La Paloma" – das ist doch ein deutsches Lied!? Doch die Arbeiterinnen begannen zu singen – auf tschechisch! Verwundert, aber mutig genug, sang ich das Lied, allerdings auf deutsch, leise mit.
Und immer dann, wenn ich im Radio oder irgendwo sonst diese Melodie höre, wird mir wieder schmerzlich bewußt, wie viel kostbare Zeit für Schule und Weiterbildung ich damals verloren habe, als ich als Jugendliche bei den Tschechen Zwangsarbeit leisten mußte.
Erni Hackenberg geb. Wawersich (von der Peint)
## A wing woos zan Schmunzln ...
In den zwånzigh Gåuhan va da Tschechei wårs ba v(ülen sua, daß as B(üldl van Präsident Masaryk ua da Wänd ghängt is. Dåu kinnt amål a tschechischa Schandarm za ra Trafik u w(üll Zigrettn kaffm. Ea kloppt uas Schiewefensta, schaut nei u siaht, daß da Masaryk af ra Kommodn in da Eckn stäiht. Dees håut nan niat gfålln. Ea schreit an Trafikantn ua: „Präsident gehört sich nicht an die Wand gestellt, Präsident gehört aufgehängt!"
In den 30er Gåuhan wår ba uns in da Tschechei as Ohurchn va reichsdeitschn Sendarn vabua(tn. A tschechischa Polizist patrouilliert u häiat asran offana Fensta as Pausezeichn van Deitschlåndsenda. Ea wiad glei åmtlich, kloppt uas Fensta u valångt energisch Auskunft. Da Mua drinna streit dees o u sågt, ea håut an Prågha Senda ghått weghan Nåchrichtn. Dåu wiad da Schandarm owa zurnigh: „Schweigen Sie! Hab ich deitlich gehärt. Üb immer Trei und Redlichkeit – das gibt sich bei uns nicht!"
Da Tonl wår a brava, goutmöitigha Mua. Wenn a owa zav(ül trunkn ghått håut, dånn is man am bestn ausn Wegh gånga. Amål is a hålt wieda am Hamwegh van Wiatshaus quer üwa d'Stråuß turklt, dåu hölt nan da tschechischa Gendarm auf, fiaht nan saugrob ua u dråuht nan, daß an as nächsta Mål ei(nsperrn wiad, wenn a niat am Trottoar gäiht.
Dåu påckt an Tonl da Groll: „Jå, woos w(üllstn du Zwatschichmannl va mia, wennst nuch weita sua dumm daherredst, dånn kaff i dees Republikl, dånn kuast schaua, wåust deina Eadeppl hi(nsteckst!"
Dåu drauf da Polizist mit strenga Åmtsmiene: „Das ist sich Beleidigung von Staat!" Er nimmt an Zecha glei mit.
Wöi da Tonl in da Fröih imma nuch niat daham wår, rennt sei(n Wei(b, die Resl, ins Wiatshaus, owa duat wår a niat. Sie trifft an Schandarm u dea sagt ara, daß iah Mua „sitzt". „Jessas Maria", lamentiat d'Resl, woos håut a denn uagstöllt?" Da Gesetzeshüta drauf: „Hat er gesagt, will kaufen ganzes Republikl."
Dåu schlegt d'Resl d'Händ vuan Gsicht zåmm, schittlt an Kuap u mächt beschwichtighn: „Owa Herr Wåchtmasta, dees derfns doch niat ernst nemma, waal wenn ma Ålta bsoffm is, dåu kafft a doch ålln Dreeck zåmm."
(Aus „Egerländer Witz" von Otto Zerlik, in unsere Mundart übertragen)
Unsere Mundart ist gewachsene Heimat.
Daran sollten wir denken und sie pflegen.
## Schlaggenwalder Heimat- und Geschichtsverein e.V.
Sitz: Auerbach i. d. Opf.
1. Vorsitzender: Heinrich Dilling
Birnbaumer Weg 6, 91462 Dachsbach
Tel.: 0 91 63 / 75 44
Schriftleiter für den Heimatbrief: Franz Pöttig,
Eichtweide 47, 82362 Weilheim i. OB, Tel.: 08 81 / 32 66
Mitteilungen
Einladung der Mitglieder zur ordentlichen Hauptversammlung des Vereins gemäß Satzung § 7 Ziff. 3 am Samstag, den 6. September 2008 um 14.30 Uhr im Nebenraum des Kolpingsaales in Auerbach i.d.Opf.
Tagesordnung:
1. Begrüßung, Stimmberechtigung der Mitglieder, Beschlußfähigkeit
2. Geschäfts- und Rechnungsbericht
3. Entlastung des Vorstandes und des Kassenwartes
4. Wahl des Vorstandes, Weiterführung des Vereins
5. Beschluß von Satzungsänderungen
6. Jahresbeitrag
7. Anträge, Wünsche, Sonstiges
Anmerkungen: Die Mitglieder können Vorschläge zu 4., 5. und 7. schriftlich bis 31.07.2008 an den Vorstand richten. Wahlleiter ist Toni Schnappauf. Der Beirat wird ohne Wahl bestellt. Die Einberufungsfrist ist gewahrt. Nichtbezieher des Heimatbriefes werden gesondert benachrichtigt.
Der Vorstand bittet die Mitglieder um rege Teilnahme.
Heinrich Dilling, Vorsitzender
Heimattreffen in Auerbach i.d.Opf. Das Treffen der Landsleute in der Patenstadt findet am 6./7. September 2008 statt.
Programm (Änderungen vorbehalten)
Samstag, den 6. September:
10.00 Uhr Kolpingsaal geöffnet, Eintreffen der Landsleute
12.00 Uhr Bewirtung mit einfachen Gerichten, Getränken, Kaffee und Kuchen
14.30 Uhr Hauptversammlung des SHGV (Für Mitglieder)
17.00 Uhr Festlicher Heimatabend. Grußworte, gemütliches Beisammensein mit Unterhaltung und Beiträgen in Prosa, Reim und Lied
Sonntag, den 7. September:
9.00 Uhr Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche mit Heimatpfarrer Hw. Kurt Völkl bzw. in der evangelischen Kirche
10.00 Uhr Kolpingsaal geöffnet
10.15 Uhr Totengedenken am Ehrenmal der Heimatvertriebenen
11.00 Uhr Besuch der Heimatstube
12.00 Uhr Mittagessen im Kolpingsaal und Gaststätten
14.00 Uhr Geselliges Beisammensein im Kolpingsaal
Bitte kommt recht zahlreich! Unsere Patenstadt und ihr Erster Bürgermeister laden uns herzlich ein, wünschen allen ein frohes Wiedersehen und einen angenehmen Aufenthalt. „Grüß Gott" und „Glück auf" in Auerbach i.d.Opf.! Bestellt bitte rechtzeitig Quartier! Angaben zu Unterkünften enthalten die Heimatbriefe 2/2001 und 2/2006 (ohne Gewähr).
Bildpostkarten mit dem Motiv „Wappenschild der Bergknappen" auf der Vorderseite (s. Heimatbrief 6/2006, Heimatbuch S. 32, als Bronzetafel 2006 am Auerbacher Rathaus enthüllt) können bei Lm. Heinrich Dilling und Franz Pöttig bestellt werden. Preis: 5 Stück 6,00 €, 10 Stück 10,00 €. Zusendung portofrei nach vorheriger Überweisung (wie bei Spenden).
Fotos gesucht. Die Schriftleitung nimmt Fotos mit heimatlichen Motiven (vorzugsweise vor der Vertreibung) gerne entgegen.
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