Schlaggenwälder Heimatbrief — červen / červenec 2008
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Milí krajané!

(15.6.) zu reimen: „St. Veit ändert die Zeit, alles geht auf die andere Seit'!" (St. Veit ist Stadtpatron von Prag.) Der Sonnenwende am 21.6. folgen das Johannisfest (24.6.) mit dem „Khonasfeia", der Sieben-Schläfer-Tag (27.6.) mit der Prophezeiung „Heute Regen, sieben Wochen Regen" und der St. Peter- und Paulstag am 29. Juni, der daheim als gewitterträchtig gefürchtet war. Am 26. Juli feiern dann alle Mädchen und Frauen mit Vornamen Anna, Anneliese, Annemarie, Annalena u.a. ihren Namenstag. Im letzten Drittel des Monats Juli beginnen die heißen „Hundstage"; sie dauern etwa vier Wochen und sind nach dem „Hundsstern" (Sirius) benannt, dem hellsten Fixstern des Himmels.
Genießt die schöne Sommerzeit! Ich wünsche Euch allen dazu angenehme Tage. Mit einem heimatlichen „SERVUS!"
Euer Landsmann
Franz Pöttig

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Obilné pole

## Das Kornfeld
Der Frühling bricht des Winters Macht!
Nun ist aufs Säen man bedacht.
Ein Samenkorn, zur Erd' gebracht,
alsbald zum Leben ist erwacht.
Zum Kornfeld wird die große Zahl
mit Gottes Hilfe jedes Mal.

Wenn früh der Tau die Sprossen netzt,
der Nebel seine Schatten setzt,
ein Windhauch über Hügel streicht;
das Funkeln Diamanten gleicht.

Das Sonnenlicht das Land umhüllt,
mit Wärme es den Tag erfüllt,
in Seen sich spiegelt jeder Strahl,
im Glanze liegen Berg und Tal.
Die Sonne sinkt, der Tag sich neigt,
das Abendrot zum Himmel steigt.

Getreide nun in Blüte steht,
der Bauer durch die Felder geht.
Denn wächst das Korn zur rechten Zeit,
ist es zur Ernte nicht mehr weit.
Wenn ährenvoll gereift die Saat,
dann geh'n die Schnitter hin zur Mahd;
der Frauen Hand die Sichel faßt,
ergreift geschickt der Halme Last.
Ein Strohband gürtet fest den Bund,
die „Mannla" stehen in der Rund'.
Hochaufgetürmt und garbenschwer
der Erntewagen kommt daher.
Man mahlt das Korn zu Mehl und Schrot,
ein jeder hat sein täglich' Brot.
Wer höchsten Beistand hat erfleht,
erweist sich dankbar im Gebet.

Nach Versen von Magda Hartmann-Schierl, früher Duppau

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Ebmet

## Die Ebmet
Erinnerungen an den Sommer
Alljährlich, wenn der Sommer ins Land zieht, leben Erinnerungen wieder auf. Ich denke zurück an meine Kindheit in der Zech, an Schlaggenwald und an unser schönes Strandbad, die Ebmet, die wir in der Mundart „Iamat" nannten. Mitten in freier Feldflur gelegen, zog uns dieses Gewässer an heißen Tagen immer wie magisch an.
Der Weg dahin war für uns „Zechener" nicht gerade kurz. Doch wir waren gut zu Fuß. Trainiert durch den langen Schulweg, wanderten wir fröhlich dem Ebmetteich zu. Ich sehe noch heute die blühenden Wiesen vor mir, die Ähren der Kornfelder, sich

wiegend wie die Wellen des Meeres, und spüre den warmen Sommerwind, der über die Fluren strich. Ich atme den unbeschreiblichen Duft, der mir unverwechselbar sagte: Jetzt ist der Sommer da!
Kurz vor der Ebmet kamen wir an einem wunderschönen Lupinenfeld vorbei, das unser Schuldirektor Prosch zur Fütterung der Rehe angepflanzt hatte. Dann lockte schon, schimmernd in der Vormittagssonne, das ersehnte Naß, und wir waren am Ziele.

[obr] Teilansicht der Ebmet. Am rechten Rand das Zapfenhaus. Am rechten Ufer befand sich ein Fußweg, der ebenso wie der Zulauf zum unteren Muckengrundteich führte. Er war, zumal an Sonntagen, von Badegästen umlagert. Im Hintergrund bewaldete Ausläufer des Kaiserwaldes.

Wir hatten Decken mitgebracht und suchten uns nun einen schönen Lagerplatz nahe dem Wasser. Da wir ziemlich erhitzt waren, ließen wir uns Zeit und befolgten so die Mahnungen unserer Eltern: „Geht nie erhitzt ins Wasser und nicht mit vollem Bauch zum Schwimmen!"
Später, nach dem erfrischenden Baden und Planschen, schmeckte es uns besonders gut. Für den langen Tag waren wir mit Broten, Essiggurken, Quark, Knackern und Zitronentee meist gut versorgt. An Sonn- und Feiertagen konnte man sich im Strandbad auch etwas kaufen. Da gab es außer Bier auch Limonade und belegte Brote oder Semmeln. Diese schmeckten besonders delikat – mit Butter, Schinken, Sardellen, Gurkerln, Eiern und Mayonnaise belegt. Sie waren aber für uns ziemlich teuer. Wir konnten uns daher nur selten so etwas Gutes leisten, außer der Vater war zugegen und bezahlte! Ich glaube, Frau Neidhart Adolfa richtete solche begehrten Brote her, und Frau Anna Dietrich, die Wirtin „Zum Egerländer", bewirtschaftete das Strandbad. Dazu gehörten neben der Sorge für das leibliche Wohl der Gäste auch der Verleih von Kähnen und das Vermieten von Badekabinen.
Manchmal nahmen wir Gurkengläser mit, um Fischlein zu fangen. Dies gelang am besten mit einem großen Taschentuch am flachen Ufer oder beim Ablauf, der dort eine kleine Staumulde bildete. Es waren Elritzen, kleine, wendige Fische einer Karpfenart, die wir „Irlitzgala" oder einfach „Litzgala" nannten. Wir wußten nicht, ob das Fangen erlaubt war. Aber unsere Mütter waren alles andere als begeistert, wenn die Gläser mit den Fischlein in der Wohnung herumstanden. Wir fütterten Ameiseneier, aber das war wohl nicht das Richtige, denn wir hatten nicht lange Freude an unserem Fang: nach spätestens zwei bis drei Tagen schwammen die Fischerln mit dem Bauch nach oben im Glas. Sie waren tot, wir waren traurig. So gaben wir das „Fischen" bald auf.
Wir verbrachten viele herrliche Sommer- und Ferientage auf der Ebmet, unserem „Badeparadies". Gegen Abend machten wir uns, gebräunt von Sonne und Wind, auf den Heimweg. Im Westen ging schon die Sonne beim Krudum unter, im Osten sah man in der Ferne die Burgruine Engelhaus. Dann waren wir wieder zu Hause, müde und glücklich. Bald fiel die Nacht herein, der Mond ging auf und die Sterne funkelten. Und es gab noch Glühwürmchen! Selig schliefen wir ein und träumten vom nächsten Sommertag, an dem die Libellen, die bei uns auch „Wasserjungfern" hießen, sicherlich wieder über den Wassern schweben und tanzen würden, auf unserer Ebmet!

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