## Liebe Landsleute!
Es war noch Feber, als die Beiträge zu diesem Heimatbrief ihre endgültige Form erhielten. Und wie immer drängte die Zeit. Zudem lockte die warme Vorfrühlingssonne schon ins Freie, und die Versuchung war groß, eher einer Beschäftigung im Garten als am Schreibtisch nachzugehen.
Winterfrust? Fehlanzeige! Die Schneeschaufel kam in unserer Region und auch anderswo kaum zum Einsatz. Wenn der März keinen Rückfall mehr brächte, so wie 2006, dann könnten alle Bedenken zur kalten Jahreszeit „mangels Masse" entfallen. So dachte man hoffnungsvoll.
Frühlingslust? Da steigt das Stimmungsbarometer zusehends. Die Fastenzeit und das Osterfest sind vorüber. Der Beginn der „Sommerzeit" am 30.3. gefällt zwar nicht jedem, erfreut aber den abendlichen Genießer. Nun verlangt der als launisch eingestufte Monat April Einlaß und möchte seine wechselhaften Zeichen setzen. Ob er es auch tut, wer weiß? Ein wenig Regen wäre schon von Nutzen, besagt doch eine alte Bauernregel: „April windig und trocken, läßt alles Wachstum stocken."
Nach einem besonders kurzen Fasching und frühen Ostern tischt uns der Kalender heuer eine weitere Rarität auf: Der Feiertag „Christi Himmelfahrt" fällt auf den „Tag der Arbeit" (1. Mai). Lohnabhängige Arbeitnehmer – wer von uns Älteren gehört
noch dazu? – verlieren damit einen arbeitsfreien Tag, wir Ruheständler indes nicht.
Der Sudetendeutsche Tag führt uns Landsleute an Pfingsten (So 11.5. ist auch Muttertag!) nach Nürnberg. Es wäre sehr zu wünschen, wenn sich einige Heimatfreunde, anderer Verpflichtungen ledig, einen Ruck gäben und am Tisch „Schlaggenwald und seine Dörfer" unter der Hinweistafel „Elbogen" einfänden! Wie oft werden wir zur Teilnahme an diesem Jahrestreffen unserer Volksgruppe – da gehören doch auch wir dazu! – noch reisefähig sein? Eine bange Frage, gewiß!
Wir feiern am 22. Mai das Fronleichnamsfest und gehen mit hoffentlich frohem Sinn aus dem Frühling in den Frühsommer hinein. „Et tempus fugit", und die Zeit eilt.
Wer die Natur und das Wetter aufmerksam beobachtet, wird die klimatischen Veränderungen unübersehbar finden. Kundige sehen ungewöhnliche Entwicklungen voraus, wobei ausgedehnte trockene (aride) Perioden vorherrschten. Die niederschlagsarmen Wochen und Monate des vergangenen Winters deuten in die gleiche Richtung und geben Anlaß zur Besorgnis. Andere wiederum warnen vor einer Zunahme von Stürmen und Unwettern. Geopolitiker behaupten sogar, daß in Zukunft in vielen Ländern Auseinandersetzungen nicht (nur) wegen des Rohstoffs Erdöl entstünden, sondern wegen des unentbehrlichen und daher kost-
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