## Das Alter(n kommt auf seine Weise
Vom dritten Stock steig' ich hinunter,
geh' auf die Straße froh und munter.
Auf einmal frag' ich mich verdrossen:
„Hab' ich auch wirklich abgeschlossen?
Ich könnte schwören jeden Eid!" –
Steig' doch hinauf zu meinem Leid,
und die Erkenntnis sagt mir leise:
Das Alter(n kommt auf seine Weise.
Ich treffe einen, der mich grüßt.
Wenn ich nur wüßte, wer er ist!
Wie heißt er bloß, ich kenn' ihn doch,
wie ist denn nur sein Name noch?
Ich denke, forsche, sinne nach,
nichts fällt mir ein zu meiner Schmach!
Ich brauche etwas aus dem Schrank,
denn die Figur ist nicht mehr schlank.
Kaum hab' geöffnet ich die Tür,
da frag' ich mich, was wollt' ich hier?
Ich bin verstört, weil in Sekunden
der Grund dafür mir ist entschwunden.
Ich bügle Wäsche mit dem Eisen
und geh' anschließend ich auf Reisen,
dann bang' ich Tage – ungelogen:
Hab' ich den Stecker rausgezogen?
Ich bin weit fort im fremden Land.
Ist mein Zuhause abgebrannt?
Wenn im Hotel ich geh' zur Ruh',
plagt mich die Sorge immerzu,
das Scheckheft bestens zu verstecken,
damit kein Dieb es kann entdecken.
Brauch' ich dann Geld, hab' ich indessen
den ausgewählten Platz vergessen.
Zum Frühstück nehm' ich drei Tabletten,
sie sollen mein Gedächtnis retten.
Doch plötzlich frag' ich mich beklommen:
„Hab' ich sie wirklich eingenommen?"
Ja, ist mein Denken denn noch dicht?
Denn zweimal nehmen darf ich nicht.
Da ruft es aus dem Hinterhalt:
Du armer Tropf, nun wirst du alt!
Und erst noch die Geschwätzigkeit!
Im Alter(n wird sie andern leid;
zumal, was gestern ich erzählt,
auch heute im Gespräch nicht fehlt,
und wie mich die Erfahrung lehrt,
auch morgen brühwarm wiederkehrt.
So geht es fort mit vielen Sachen,
die mir die Jahre fühlbar machen. –
Gar mancher nimmt es trotzdem leicht,
hat er im Leben viel erreicht.
Wozu noch nach Erfolgen jagen?
Beschaulich umgeh'n mit den Tagen!
Man kann reisen und gern bleiben,
mit Steckenpferd die Zeit vertreiben;
kann Sympathie und Freundschaft hegen,
sich selbst und sein Wehwehchen pflegen.
Man soll im Alter(n nicht nur klagen,
sich lieber freu'n an guten Tagen!
Ungenannt
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## A wing woos zan Schmunzln ...
In da Håuchzatsnåcht stellt da Wenz enttaischt fest: „Du håst jå fålscha Ziah(n! Dees håst ma owa nöi gsågt." – Maant die Mirl: „Wenn sa da niat gfålln, ich kua sa jå aah rausnemma."
Die Gråußmutta za da Enkelin: „Lenarl, wennsd' weita sua frech bist, dånn gäihts da wöi an Råutkäppchen. Du waßt jå, dees håut da Wolf gfressn." – „Stimmt genau, Oma", sågt die Klaana keck, „owa vuaher wår die Gråußmutta drua!"
Af aran ei(nschichtighn Bauanhuaf w(üll da Vatreta da Baiara an neia Staubsaugha vüaföihan. Er schütt an gråußn Beitl Dreeg van Huaf in die Stubm u pråhlt: „Ich wia' jedn Krüml van Bua(dn aufessn, dian woos da Staubsaugha liegn leßt!" – Drauf die Baiara truckn: „Goutn Åppatit! Mia håbm nämlich kaan Strom!"
Da Herr Gråf bemirkt, daß nan sei(n neia Knecht sehr ähnlich, jå wöi ausn Gesicht gschnien is, u redt nan ua: „Sogh amål, dei(n Mutta wår wohl Mågd am Gout va mein Våta?" – „Irrtum, Herr Gråf, mei(n Våta wår da Stoolknecht va Ihra Frau Mutta!"
A Passant vawunnat zan Polier: „Af Ihra Baustöll arwat a Mua mitn Zylinda." – „Jå, dees is da Bürghamasta. Er håut an Grundstaa füas neia Museum glegt u wöi a ghäiat håut, wöiv(ül ma als Maura vadöina kua, is a glei dåubliebm."
## Der Kranke
„Ui, was ist das für 'ne Kälte",
sagte Tante Kunigunde,
als sie sich zu früher Stunde
aus dem warmen Nachthemd pellte.
Waldemar, ihr Ehemann,
der den Winter wenig schätzte,
fing, als er sich aufrecht setzte,
sehr gekonnt zu husten an.
„Frau, ich bin total vergrippt",
jammerte er weinerlich,
„weißt du, gestern habe ich
viel zu lange Schnee geschippt."
Und sein gutes, braves Weib
übernahm mit recht betrübtem
Herzen diesen ungeliebten,
eisgekühlten Zeitvertreib.
Bald schon hörte Waldemar,
wie die Ärmste ohne Pause
neben, vor und hinterm Hause
mit der Schaufel tätig war.
Während sie erbärmlich fror,
zog der arbeitsscheue Gatte,
der sie angeflunkert hatte,
sich die Decke übers Ohr.
Morgen wird der Pfiffikus
über starkes Kopfweh klagen,
übermorgen wird er sagen:
„Auaaua! Mein Hexenschuß!"
Aus dem Buch: „Zwei rechts, zwei links"
## Aus heimischer Küche
Überall in weitem Rund war ein Gericht besonders bekannt, zumal zur Winterszeit: Eadeppl-in-da-Bröih, in mancher Gegend auch „Kartoffelgulasch" geheißen, bei uns auch „Wöitigha Hund" genannt, weil sie meist sehr heiß auf den Tisch kamen. Hier ein Rezept:
Schweinebrust kochen, in Würfel schneiden. In der Fleischbrühe Salzkartoffeln und viel gelbe Rüben (Karotten), beides klein-
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