Schlaggenwälder Heimatbrief — únor / březen 2011
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Vzpomínky

[obr] 4. Schlaggenwalder Heimattreffen 1953 in Roßhaupten/Allgäu.

Fest der Begegnung wurde. Viele Vertriebene, vor allem aus dem süddeutschen Raum (Bayern und Baden-Württemberg), unter ihnen auch etwa 50 Landsleute aus Gfell, kamen damals in den Ort im Allgäu, in dem eine stattliche Anzahl von Schlaggenwaldern eine neue Bleibe gefunden hatte.
Das Bild zeigt unseren Kaplan Anton Pinzka im Kreis von Landsleuten in ihrer schmucken Egerländer Tracht. Wir erkennen bekannte Gesichter. Wer weiß (noch) die Namen der Heimatfreunde? Die meisten von ihnen sind uns schon in die ewige Heimat vorausgegangen.
Der Heimatbrief Nr. 31 vom 15.9.1953 berichtet ausführlich über das Treffen am (späteren) Forggensee, der zu dieser Zeit im Entstehen war. Man staunt über die zahlreichen Fotos und liest über die innige Verbundenheit dieser heimatlichen Gemeinschaft, die es leider nicht mehr gibt. Es bleiben eben nur die Erinnerungen.
F.P.

Ze starých časů Horního Slavkova

## Aus Schlaggenwalds alter Zeit
Von Rudolf Prosch, Bürgerschuldirektor

Schlaggenwald, die bedeutendste der Bergstädte Westböhmens, die auf ein Alter von rund 600 Jahren zurückblicken kann und die heute noch den Wissenschaftlern ob ihres Reichtums an Erz und Mineralien bekannt ist, hatte unter den Stürmen des 30jährigen Krieges viel zu leiden. Lag es ja an der Durchzugsstraße nach Pilsen, und Truppen aller Art zogen da hin und her. Was Wunder, wenn die großen Gebäude, die Kirchen und das regsame Leben im Orte nicht zum Angriff gereizt hätten!
Die Stadtväter aber haben von den zwei Übeln, die ihnen zur Wahl standen das kleinere gewählt: sie zahlten gutwillig die ihnen von Freund und Feind auferlegten Kontributionen (1), verpflegten die einquartierten gesunden und kranken Soldaten, so gut sie es vermochten, und so dauerte es dann gar nicht lange, so waren die einst so reichen Gewerken (2) zu Bettlern geworden. Alle nach Prag oder Wien abgesandten Deputationen (3), die um Milderung der Kriegslasten baten, wurden mit schönen Worten abgespeist, genützt hat es gar nichts. Da zogen es die Schlaggenwalder vor, künftighin mit den Generalen selbst zu verhandeln, und da nicht nur im Altertum „goldbeladene Esel alle Mauern überstiegen", so kam die Bergstadt ohne Plünderung, Brand, Zerstörung usw. davon.
Im Archiv der Stadt liegen zahlreiche diesbezügliche Briefe von Wallenstein, Tilly, Illo, Mansfeld, Lichtenstein u.a. Im Nachstehenden will ich die Abschrift eines solchen Briefes des schwedischen Generals Wirteberger bringen, der so recht zeigt, wie strenge er sein gegebenes Wort auch von seinen Untergebenen gehalten wissen wollte.

Anmerkung: Es folgt ein Schutzbrief, der in schier endlosen, geschraubten Sätzen in schwülstigem, damals gebräuchlichem Militärjargon gehalten und mit lateinischen Vokabeln durchsetzt ist. Der Sinn von mancher verklausulierten Formulierung mag sich erst nach wiederholtem Lesen ergeben.
Der Text – auszugsweise – lautet:
„Dero Königl. May. und Cron Schweden bestalten General über die Cavallerie, auch Obristen zu Roß und Fueß.
Demnach In Namen Höchstgeachter Königl. May. zu Schweden ... werden Ihre zugethane und angehörige Hohe und niedrige Kriegsoffiziere, auch gemeine Soldaksque (4) zu Roß und Fueß respektive gebührendt angesucht (5), auch alles Ernsts erienert undt befehlt, die Bergkstatt undt Heerschaft Schlackenwalde nebenst dem Kayserl. Oberambt, Bergkambt, Kirchen, Schulen, Pfarrhöfen, auch Kirchen- undt Schuldiener, sambt allen Beamten, Bürgern undt Innwohnern mit allen Ihren pertinentien (6) ganz ungentubieret (7) sein und bleiben lassen, dieselbe weder mit aigentätiger einquartier- oder einlogirung, selbst angemaßter Contribution, Brandschatz undt dergleichen exactionen (8) keineswegs beschweren (9), viel weniger mit raub, Brandt, plünderung, abnahme der Pferde, Klein- undt großn Viehes, Getreidigt undt anderer mobilien (10) infossieren (11) oder Beleidigen (12), noch sich uff einicherlei weise, wie immer diese Nahmen haben möchte, wider diesen ertheilten Schutzbrief vergreifen, sondern vielmehr denselben oder dessen vidimirte Copey (13) jedes mals in gehöriger observanz (14) undt respekt halten wollen und sollen, bey Vermeydung schwerer Verantwortung auch befindlichen Verbrechen nach unausbleiblicher Leibs- und Lebensstraff, wornach sich ein Jeder zu achten undt für Ungelegenheit zu Hüetten.
Signatum im Haupt quartier Cadan (15), den 30. Jannary 1646.
Arfug Wirteberge von Deben
(Aus „Unsere Heimat" Jge. 1937/38, Verlag Knab, Plan)
Erläuterungen zu (1) Unterhaltsforderung, (2) bergrechtliche Gemeinschaft (Gewerkschaft), (3) Abordnungen, (4) Soldateska, (5) angewiesen, (6) Besitzungen, Ländereien, (7) unangetastet, (8) Zwangsabgaben, (9) bedrängen, (10) bewegliche Habe, (11) heimsuchen, (12) Leid zufügen, (13) beglaubigte Abschrift, (14) Beachtung, (15) Kaaden

Passierschein. Um in jener Zeit territoriale Grenzen zu überschreiten, war oft eine besondere Erlaubnis der militärischen Verwaltung erforderlich. Ein „Passierschein" lautete damals wie folgt:
„Dero Königl. Mayt. undt Cron Schweden bestalten General über die Cavallerie auch Obristen zu Roß und Fueß.
Demnach Gegenwärtiger Fünff Persohnen von Schlackenwalde und Schönfeld wegen selbig Städte alhier der Contribution halber zu verrichten gehabt undt nunmehr wiederumb Ihre abfertigung erlanget; Als wolle man dieselbe ganz frey, sicher undt ohne einiche Hinderung nacher Haus passiren laßn. Signatum Cadan den 1. February Av.: 1646. Arfug Wirteberge, von Deben

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Idyla na náměstí

## Marktplatzidyll
Die Mitte des unteren Marktplatzes beherrschte der große, quadratische Stadtbrunnen, der für die Bewohner frisches Trinkwasser lieferte. Die gemauerte Anlage war gegen Verschmutzung oben abgedeckt. Davor stand ein hoher Mast, der eine Omnibushaltestelle anzeigte. Von den Häusern der Rathauszeile, alle aneinandergebaut, sind die Nr. 6 bis 10 zu sehen (v. r.): Petpaul (Gasthaus „Zur Krone"), Reif (Apotheke), Putz, Hanika und Schmieger. Typisch sind die steilen, mit Teerpappe gedeckten Dächer, in die gelegentlich Gauben eingesetzt sind. Vertraut erscheinen uns auch die doppelflügeligen Fenster (mit je drei Scheiben), die nach außen zu öffnen waren (die entsprechenden Doppelfenster im Winter nach innen).
Am linken Bildrand befinden sich Spaziergänger am „Trottoir"

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