Schlaggenwälder Heimatbrief — únor / březen 2011
/ 6
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 1
Milí krajané!

## Liebe Landsleute!
Vor ein paar Wochen hat ein neues Jahr begonnen. „Kinder, wie die Zeit vergeht", heißt es in einer alten Melodie, und so seufzt man auch heute noch. Wir haben Feber, den kürzesten Monat, der bei Gehalts- und Lohnempfängern, vor allem bei Rentnern von jeher äußerst beliebt ist.
Aber auch die Faschingsnarren sind von ihm begeistert, gerät doch der „Hornung", wie er bei den Altvorderen einmal genannt wurde, zum sehnlich erwarteten Höhepunkt vom ganzen Jahr. Da können sie sich so richtig austoben und in Rollen schlüpfen, von denen sie sonst nur träumen. Für kurze Zeit verwandeln sie sich vom Herrn Direktor bis zum Büroboten, in entsprechender Kostümierung in Paschas, Kapitäne, Seeräuber, Cowboys, Astronauten oder einfach nur in Landstreicher. Dieses (Er)Leben in einer anderen Haut, die Maskerade, hat den Leuten, mit oder ohne „Lårv", schon immer viel Freude bereitet. Man begibt sich in den bunten und lauten Trubel, streift seine Sorgen ab und läßt sich einfach treiben.
Die Bewohner an Main, Rhein, in Franken und im Alemannischen sind im Karneval, in Fastnacht, Fosnat, Fasnet beim Feiern wahre Meister, doch auch die Narren in südlicheren Gefilden lassen sich bei ihrem Fasching nicht lumpen, der heuer überlang bis zum 8. März dauert. Wenn es denn sein muß, versetzt mancher bei knapper Kasse sogar sein letztes Hemd, um noch ein wenig länger in Saus und Braus leben zu können. Dieses „Sichbefreien" von allen Bindungen bleibt bisweilen nicht ohne Folgen, und zu keiner Zeit gehen so viele Ehen in die Brüche wie in jenen „lockeren Wochen", behaupten nicht nur Lästerzungen.
Bei uns daheim hat man die Faschingsbräuche nicht übertrieben. Unser Heimatbuch beschreibt die Fosnat recht anschaulich, man lese auf Seite 262 ff. nach! Gelegentlich gab es gegenseitig Vorwürfe wegen ungebührlichen Verhaltens, aber das war dann bald wieder vergessen. Mit der Demaskierung fand das närrische Gehabe meist sein Ende, und alles ging wieder seinen gewohnten, normalen Gang.
Die närrische Zeit war früher im Jahreslauf nur eine kurze Episode. Heutzutage hat man leider den Eindruck, daß die Narretei ein Dauerzustand sei. Wie sich allein die Politik aufführt! Das Agieren und Reagieren der Beteiligten gleicht mitunter eher einem Kasperltheater, während das rechte Regieren arg zu wünschen übrig läßt. Wir, die „kleinen Leute", sind meist die Verlierer, die Ausgeschmierten.
Aber wollen wir uns deswegen die gute Laune verderben lassen, das Lachen verkneifen oder gar abgewöhnen? Da wären wir aber schön dumm! Gut wäre es, wenn wir ab und zu auch über uns selbst und unsere Unzulänglichkeiten lachen oder zumindest schmunzeln könnten. Jedenfalls besser, als sich darüber zu ärgern. Und: Humor hat, wer trotzdem lacht, meinen Zeitgenossen unbekümmert. Sicher, man kann nicht immer in Hochform bleiben und muß sich im Alter mit körperlichen Beschwerden und geistigen Ausfällen (as Gmiark!) abfinden. Wir wollen ja unbedingt alt werden, also müssen wir auch die Altersschwächen in Kauf nehmen. Denkt daran, Ihr lieben Landsleute, daß Lachen gesund ist!

Ålso: Bleibts ma oda werdts schöi gsund, wal dees is doch unna gräißta Reichtum.
Seid alle recht herzlich gegrüßt, von Eurem Landsmann
Franz Pöttig

Freude, diese Medizin,
sie heilt so manche Wunden.
Gleich einer guten Zauberin
läßt alles schnell gesunden.
Wir brauchen sie zu jeder Zeit –
nichts kann sie uns ersetzen.
Ist's auch nur eine Kleinigkeit,
an der wir uns ergötzen.

Kalendárium

## Kalendarisches
Im Feber – Hornung:
2.2. (Mi) Maria Lichtmeß, kirchlicher Feiertag, 40 Tage nach Geburt Christi
3.2. (Do) St. Blasius (Segen)
14.2. (Mo) St. Valentin
Ist Lichtmeß hell und rein, wird ein langer Winter sein.
Ist Valentin noch weiß, blüht an Ostern schon das Reis.
Mücken, die im Feber summen, oft auf lange Zeit verstummen.

Im März – Lenzing:
3.3. (Do) Hl. Kunigunde („... kinnt die Wirm va unt")
7.3. (Mo) Rosenmontag
8.3. (Di) Faschingsdienstag, Kehraus
9.3. (Mi) Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit
19.3. (Sa) St. Josefstag (letzter Vollmond im Winter)
21.3. (Mo) Frühlingsanfang
27.3. (So) Beginn der Sommerzeit – Uhren um eine Stunde vorstellen
Donnergrollen um Kunigund, treibt's noch der Winter bunt.

Vorausschau: Ostern ist bekanntlich ein „bewegliches" Fest. Sein Termin richtet sich nach dem ersten Vollmond im Frühling, also nach dem 21. März. Da dieser 2011 erst am 18. April stattfindet, feiern wir das Osterfest heuer spät am folgenden Wochenende (24./25.4.).

Soudobé dějiny – úvahy ke 4. březnu 1919

## Zeitgeschichte – Gedanken zum 4. März 1919
Der Ausgang des Ersten Weltkrieges (1914-1918) bedeutete den Zerfall des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn. Der letzte Kaiser aus dem Hause Habsburg, Karl I., Vater von Otto von Habsburg, dankte am 11. November 1918 ab. Bereits am 28.10.1918 wurde die erste Tschechoslowakische Republik (ČSR) in Prag als slawischer Nachfolgestaat der Donaumonarchie ausgerufen. Das neue Staatsgebilde, ebenfalls ein Nationalitätenstaat, faßte die Gebiete Böhmen, Mähren, österreichisch Schlesien, die Slowakei und Karpatho-Ukraine zusammen. Zu den völkischen Minderheiten zählten knapp 3,5 Millionen Deutsche, die über-

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 1 z 6
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.