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man den Kindern, daß die Engel die Sterne putzen. Haben wir im Augenblick einer über den Himmel aufzuckenden Sternschnuppe (Meteor) einen Wunsch, so geht dieser in Erfüllung. Es wird also wahr, woran man in diesem Moment denkt. So ist es uns von altersher überliefert.
Wie oft blicken wir sehnsüchtig mit unseren Wünschen zum Himmel hinauf und hoffen auf das Erscheinen von Sternschnuppen und somit auf die Erfüllung unserer Bitten und Träume.
Der Sternenhimmel läßt uns in seiner riesigen Weite, seiner unfaßbaren Unendlichkeit ehrfürchtig staunen. Wir spüren Gottes Allmacht und fühlen ihre Nähe. Gestirne sind sonnengleiche Himmelskörper; für fromme, gläubige Menschen indes gelten Sterne als himmlische Wahrzeichen. Nicht von ungefähr begegnen wir ihnen häufig in unseren Kirchen, und Maria trägt als Himmelskönigin einen Sternenmantel.
(Nach einem Beitrag in „Der Egerländer",
Folge 11/2002 von Dr. Otto Klier)
## Weihnachtskrippe
[obr] Krippe in der Dekanalkirche in Schlaggenwald.
Unvergessen bleibt uns die Darstellung der prächtigen Krippe am Hochaltar der St.-Georgs-Kirche zur Advents- und Weihnachtszeit. Die lebensgroßen Figuren der Heiligen Familie im Stall zu Bethlehem, umgeben von Königen, Hirten und Schafen, boten in Altarbreite ein beeindruckendes Bild aus der biblischen Geschichte (Geburtszene Christi). – (Siehe auch Titelbild zum Heimatbrief Nr. 6/2005) – Das Foto stellte uns Lm. Hans Roßmeißl, Wiesbaden/Schönfeld zur Verfügung.
## Gute alte Zeit?
Keine heile Weihnachtsgeschichte
Großväter und Großmütter heute – also wir, die mit Stolz unsere Enkel (und Urenkel) heranwachsen sehen – fühlen sich immer wieder veranlaßt, deren Kindheit mit ihrer eigenen zu vergleichen. Sie erkennen, wieviel sich zum Besseren gewandelt hat, und übersehen auch nicht die damit verbundenen Schatten, möchten aber auch die von früher nicht in ihrer Erinnerung missen.
So legten zahlreiche Kinderkrankheiten dunkle Schatten über unsere frühen Jahre. In den naßkalten Übergangszeiten Herbst und Frühjahr brachten die Infektionskrankheiten Angina, Keuchhusten, Masern, Scharlach und Diphtherie viele Sorgen in die Familien. Wirtschaftliche Not und Verelendung kamen nach der Staatsgründung der ČSR im Jahre 1919 mit deren Politik über die deutsche Bevölkerung. Ungünstige hygienische Verhältnisse durch schlechte Wohnbedingungen, einseitige und unzureichende Ernährung bei geringem Einkommen und Arbeitslosigkeit begünstigten die epidemieartige Ausbreitung, z.B. der Diphtherie in den Jahren 1934-1937.
Zur Unterernährung im Reichenberger Gebiet schrieb die tschechische Schriftstellerin Pujman am 19. Oktober 1935 in der Zeitschrift „Přítomnost" (zu deutsch: Gegenwart): „... daß Diphtherie- und Scharlachepidemien auch im Sommer nicht nachlassen, und daß alte Leute auch an diesen Kinderkrankheiten sterben." – Die Zeitung „Sozialdemokrat", Prag, schrieb am 20. Feber 1937 als Begründung für die Abnahme der Bevölkerung in Preßnitz (Erzgebirge) um 48% in 23 Jahren: „Die Unterernährung unter der Schuljugend ist so groß, daß die meisten der Kinder, die an Scharlach und Diphtherie erkranken, sterben."
Wir haben durch die häufig gebrauchte Redensart „Wöi schöi wår's daham!" schon viel davon wieder vergessen.
Die meisten Wohnungen besaßen kein Bad, keinen Wasseranschluß und keine Kanalisation. In Straßen und Gassen schüttete man das Spülwasser und auch anderes „in d'Rinna" oder „ins Grawerl" vor die Haustür, in den Flutbach oder auf den Mist. Die „Toilette" befand sich am Hof oder am offenen Gang.
Am Samstagabend kam der Waschtrog zum Familienbad in die Wohnstube. Das Wasser dazu wurde am Küchenofen heiß gemacht. Im Nacheinander, die Kleinen zuerst, löste die Schichtseife den Schmutz der vergangenen Woche. Am Montag war Waschtag. Da stand wieder der große Waschtopf auf den Herdplatten, bis die Wäsche kochte. Im Sommer „rumpelten" die Frauen die Wäsche im Freien oder im Vorhaus, zur Winterszeit jedoch auch in der Stube. Wasserdampf lief an den kalten Fenstern herab und gefror bei der Nacht zu Eis, wenn das Feuer im Ofen erloschen war.
Der sich wiederholende Wechsel von Feuchtigkeit und Trockenheit, von Kälte und Wärme, ließ einen dumpfen, muffigen und schimmeligen Geruch entstehen, den auch die Kleidung annahm. Es gab noch nicht die bequemen Heizungen mit der gleichmäßigen trockenen Wärme, die wir heute kennen und schätzen. Einzelfeuerung war die Regel. Aus Zwang zum sparsamen Umgang mit dem Brennmaterial Holz und Kohle wurde nur ein Raum – meist die Stube (Wohnküche) – beheizt; Schlafzimmer und Kammern dagegen blieben kalt. Bettflaschen und angewärmte Ziegelsteine nahmen dem Einstieg ins kalte Bett die Schärfe. Feuchte Ecken, manchmal klamme Matratzen, oft auch Reif an den schrägen Wänden der Dachkammer waren keine Seltenheit.
Bei einer größeren Kinderzahl fehlte in vielen Familien das Geld, um warme Winterkleidung zu kaufen. Es galt als üblich, getragene, zu klein gewordene Kleidung an die jüngeren Geschwister weiterzugeben. Die Eltern ließen die Schuhe mehrmals „doppeln" (besohlen) und Lederflecke aufnähen, damit sie noch einen Winter durchhielten. Bei Regen und Schneematsch kam man trockenen Fußes nicht über die ungepflasterten Wege abseits des Marktplatzes und der Hauptstraße. Dennoch hinderte uns Buben kein Wetter, uns draußen aufzuhalten. Nasses Schuhwerk, nasse Socken und Strümpfe sowie eiskalte Füße gehörten nach meiner Erinnerung zu unserer Kinderzeit. „Kopf kalt, Füße warm, macht den reichen Doktor arm", lautete zwar ein gängiges Sprichwort, das sich aber nicht immer befolgen ließ.
Hunger hatten wir in Schlaggenwald durch die vielen kleinen
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