## Liebe Landsleute!
Ein Jahr neigt sich seinem Ende zu: 2011. Wochen und Monate sind wieder wie im Fluge vergangen, so scheint es. In einer ruhigen Stunde hält man inne, läßt Besinnung aufkommen und Vergangenes Revue passieren, hängt man seinen Gedanken nach. Erinnerungen werden wach und lebendig.
Vor 65 Jahren erlebten wir Weihnachten, das hohe Fest der Christenheit, das erste Mal fern der vertrauten Heimat. Nach Enteignung, Entrechtung und schließlich Vertreibung durch die Tschechen waren wir irgendwo im deutschen Sprachraum notdürftig untergekommen, waren arm wie eine Kirchenmaus, und die Zukunft erschien uns hoffnungslos.
Aber das Leben in der Fremde ging weiter. Mit zähem Einsatz und großem Fleiß gelang es, wieder Fuß zu fassen, jeder auf seine Weise. Wer könnte und wollte diese schicksalsschwere Zeit je vergessen?!
Wir fanden uns bei vielen Heimattreffen, vor allem in der Patenstadt Auerbach i.d. Opf., wieder zusammen. Nicht zuletzt war es der Heimatbrief, der uns verband, und das tut er noch heute.
Wer seine Heimat im Egerland bewußt erlebte, wird in diesen Tagen wieder einmal in Gedanken wehmütig durch die alten Gassen unserer Bergstadt im östlichen Kaiserwald wandern, von denen es nicht mehr viele gibt. Erinnerungen werden ihn heimsuchen. Er wird sich wie im Traum im Kreis der Seinen von einst sehen und den Lichterglanz des geschmückten Christbaumes dazu, der die gute Stube feierlich erhellt. Er wird wieder zur Christmette über die Kirchstaffel hinauf in die St.-Georgs-Kirche gehen, die wohl samt Turm weiterem Verfall preisgegeben ist. – Die ernüchternde Erkenntnis jedoch, daß alles nie mehr so sein wird, wie es einmal war, wirkt noch immer traumatisch nach, betrübt das Gemüt und macht das Herz schwer.
An Weihnachten, der „geweihten Nacht", gehören die festlichen Tage der Familie. Wir haben zu danken, daß wir, nach den schrecklichen Erfahrungen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, uns einer langen Periode friedlichen Zusammenlebens in Freiheit erfreuen dürfen und Weihnachten ohne äußere Not feiern können. Wir wollen hoffen, daß uns die Gnade zuteil wird, daß es auch weiterhin so bleibt. Wir bedenken unsere Lieben mit Gaben und Aufmerksamkeiten, die von Herzen kommen und Freude bereiten.
Für manche hat das alte Jahr viel Kummer und Leid gebracht. Angehörige und Freunde gingen von uns und hinterlassen schmerzliche Lücken. Auch das kommende Jahr wird nicht nur eitel Sonnenschein, sondern auch dunkle Schatten bringen. Wir können nicht in die Zukunft schauen, und das ist gut so.
Liebe Heimatfreunde! Ich wünsche Euch, den treuen Lesern des Heimatbriefes und allen Landsleuten in nah und fern, besinnliche Stunden im Advent ohne die laute, rast- und ruhelose Geschäftigkeit unserer Tage, frohe und friedvolle Weihnachten im Kreise der Lieben, ein gesundes neues Jahr und eine gesegnete Zeit!
Es grüßt Euch herzlich und in alter Verbundenheit
Euer Lm. Franz Pöttig
Eine persönliche Anmerkung: Es war wieder mein Bemühen, auch in diesem Jahr unseren Heimatbrief mit verschiedenen Beiträgen interessant zu gestalten. Ich danke meinen Landsleuten, die mich vor allem mit Bildmaterial unterstützt haben, und hoffe, daß es mir weiterhin möglich ist, für unsere heimatliche Gemeinschaft tätig zu sein.
*
Haltet Ihr dem Heimatbrief die Treue!
## Zum Neujahr!
Will das Jahr nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen:
Das, worum Du Dich bemühst,
möge Dir gelingen.
Wilhelm Busch (1832-1908),
dt. Dichter, Humorist u. Zeichner
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## Herzlicher Weihnachtsgruß aus Auerbach i.d. Opf.
Die Patenstadt und ihr Erster Bürgermeister Joachim Neuß wünschen allen Schlaggenwalder Landsleuten und ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr!
## Sternenhimmel
In klarer Nacht blicken wir in Ehrfurcht hoch zum Sternenhimmel hinauf und bewundern das gestirnte Firmament über uns. Wir erkennen das moralische Gesetz in uns, denn die Sterne lassen uns spüren, daß Gott über uns und in uns ist. So hat es der große deutsche Philosoph (Freund der Weisheit) Immanuel Kant (1724-1804) beschrieben.
In der babylonischen Keilschrift ist ein Stern das Ideogramm (Schriftzeichen) für „ilu", den Gottesbegriff.
Nach altchristlicher Vorstellung wird der Stern von einem Engel behütet. Stern und Engel zeigen den drei Magiern aus dem Morgenland, den Heiligen Drei Königen also, den Weg nach Bethlehem.
Schauen wir Egerländer hinauf zum Sternenhimmel, dann sehen wir dieselben Sternbilder wie früher daheim; die Sterne, die wir als Kinder sahen, sind dieselben, die wir heute sehen. Ein guter Stern soll uns auf unserer Lebensbahn begleiten. Und nach altem Volksglauben der Egerländer hat jeder Mensch sein „Sternl", das Herz und Gemüt erleuchtet. Fallen Sternschnuppen, so sagt
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