Schlaggenwälder Heimatbrief — prosinec 2007 / leden 2008
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Milí krajané!

Für die erste Folge des Heimatbriefes im nächsten Jahr ist ein Reisebericht der Heimatfreunde Reinhard und Gabriele Herrling von Ende August 2007 vorgesehen, die nicht der Erlebnisgeneration angehören und die Bergstadt zum ersten Mal besuchten.

Weihnachtlichen Frieden, Wärme und Geborgenheit im Kreis der Lieben, Gesundheit und viel Gutes im kommenden Jahr wünscht Euch von ganzem Herzen

Euer Landsmann
Franz Pöttig

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Můj první Mikuláš

## Mein erster Nikolaus
Eigentlich ist mir der Trubel, der sich heutzutage um Advent und Weihnachten rankt und schon im Herbst beginnt, ziemlich zuwider. In meiner Kindheit war das anders. Damals waren die Schaufenster noch nicht so mit Spielzeug und anderen Geschenkartikeln überladen, und auch die Weihnachtsmänner (pardon, die Nikoläuse) standen nicht gleich kompanieweise Spalier.

Wie oft habe ich als kleines Mädchen mir meine Nase am Glas plattgedrückt und den einen Nikolaus aus Schokolade, feinverpackt in buntes Staniolpapier, betrachtet, der im Schaufenster auf einem Treppchen stand und mir zuzulächeln schien. Ich war mir fast sicher, daß ich einen solchen Nikolaus nie haben würde.

Eines Tages, Anfang Dezember, machte mich Mama mit erhobenem Finger darauf aufmerksam, daß am Abend, wenn es draußen schon dunkel geworden war, vom Krudum her wieder der Nikolaus käme. So saß ich denn, als es dämmerte, in meinem Winkel in der Stube und übte das mir aufgetragene Gebet ein, denn ohne dem war der heilige Mann ungehalten. Als auf der Holzstiege schwere Schritte und Gepolter zu vernehmen waren, schlug mir das Herz bis zum Halse. Es pumperte an der Tür. Mama rief: „Komm nur herein, Nikolo, hier ist ein braves Mädchen!" Langsam ging die Tür auf, der Niklas mußte sich bücken, um nicht anzustoßen. Als er sich dann aufrichtete, bekam ich doch einen gehörigen Schreck. War der groß! Angst hatte ich nur, daß ich mich beim Beten verhaspeln und stottern würde. Nikolausens Augen blitzten, als er mich dazu aufforderte. Doch es ging ganz gut. Schließlich holte er aus seinem Sack Äpfel, Nüsse und – einen kleinen Nikolaus heraus. Ich war selig! Später stellte ich ihn auf die Kommode, damit ich ihn immer sehen konnte.

Am nächsten Tag nahm ich ihn beim Mittagsschläfchen in die Arme und schlummerte friedlich. Da passierte es. Es war ihm wohl zu warm geworden, sein Inneres drang durch das schöne, rote Papier und verbreitete überall häßliche Flecken, die auch meine Tränen nicht beseitigen konnten. Armer Nikolaus!

Elvira Höss (Zhorzel), Ruhpolding, früher Töppeles

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První ztráta v nové vlasti

## Erster Verlust in der neuen Heimat
Es war im Winter 1945 und ich dreizehn Jahre jung. Heranwachsende, besonders weibliche, haben in diesem Alter so ihre bestimmten Vorstellungen. Jedenfalls bildete ich mir eine dunkelblaue Skihose mit schrägen Taschen und Bügelfalte ein und bedrängte meine Mama mit diesem Wunsch. Aber woher nehmen, gab es doch schon lange nichts mehr zu kaufen.

Ich gab mein Vorhaben so schnell nicht auf, bis meiner Mama einfiel, daß wir vom verstorbenen Großvater noch einige Tuchmäntel hätten, von denen man einen auftrennen könnte. Gesagt, getan. Die Teile wurden gewaschen und dunkelblau eingefärbt. Die Hausschneiderin erfüllte dann meine Vorgaben, das Endprodukt konnte sich wahrlich sehen lassen. An den Saum der Hosenbeine strickte ich „Stutzala" und nähte Gummibänder dran, die man über die Schuhe streifte. Ich fand mich in der Hose einfach unwiderstehlich!

Dann kam das Jahr 1946 und Mitte Juni das Verlassen der Heimat. Wir durften 50 kg Gepäck mitnehmen und was man am

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Vánoce

## Weihnacht
Stille Zeit der weißen Flocken,
hohe Zeit der hellen Glocken
Zeit der Kinderträume.

Heiße Sehnsucht in den Herzen,
Tränen schimmern in den Kerzen
stiller Tannenbäume.

Laßt uns an die Heimat denken
und ihr uns're Liebe schenken,
wie es immer war.

Laßt erklingen uns're Lieder,
dann bringt uns die Weihnacht wieder
Licht und Frieden dar.

Heli Schwalm-Trötscher, *1924 in Luditz,
Malerin, schreibt Lyrik

Leibe trug. Ich zog natürlich mein Prachtstück von Skihose an, ein Winterkleid und zwei Sommerkleider darüber. Bei der Kontrolle im „Braunen Haus" am Alten Markt mußten wir nochmals „Federn lassen". Lastwagen brachten uns ins Lager nach Neusattl. Nach ein paar Tagen ging es im Viehwaggon Richtung Bayern. Nach dem Passieren der Grenze verzierten wir das Gebüsch am Bahnkörper mit unseren weißen Armbinden. Wir Kinder saßen in der offenen Tür und ließen die Beine baumeln. Es war ein schöner Sommertag, als wir Augsburg erreichten. Unterbringung in einer Turnhalle und Platzzuweisung folgten. Wir durften duschen, eine Wohltat! Man konnte die Kleidung in einem Vorraum ablegen. Als ich fertig war, zog ich ein leichtes Sommerkleid an und begab mich zu meiner Familie zurück. Aber ach, o Schreck, ich hatte meine Hose liegenlassen. Ich rannte zurück, so schnell ich nur konnte, aber sie war weg und sie blieb weg. Ich fühlte mich wie am Boden zerstört. Nun war es Sommer und draußen schön warm, das minderte meinen Schmerz um den Verlust. Nach einem Aufenthalt im Lager Lauingen wurden wir auf die Umgebung verteilt. Trotz eines Hinweises unsererseits, daß wir noch schulpflichtig wären, kamen wir in das entlegenste Bauerndorf. Es verkehrte kein Autobus, bis zum nächsten Bahnhof waren 6 km unbefestigte Straße zurückzulegen. Ein Großbauer mußte uns aufnehmen, eine kleine Küche und ein Zimmer mit zwei normalen und zwei Feldbetten wurden unsere Bleibe. Einen Schrank gab es nicht, wir hängten die Kleider um den freistehenden Kachelofen, den man nicht heizen konnte. Wir halfen bei der Heuernte und hatten bald Blasen an den Händen. Bei der Kartoffelernte waren wir auch dabei und erhielten eine, zugegeben, reichliche Brotzeit. Es galt zu überleben und über den Winter zu kommen.

Als mein Bruder Fritz aus französischer Gefangenschaft entlassen wurde und zu uns kam, berichtete er, daß er sich noch für ein Jahr als Zivilarbeiter ins Kohlenbergwerk verpflichtet habe. Er meinte, da wir doch jetzt fast nichts mehr hätten, er könnte dort gutes Geld verdienen und uns unterstützen. Er hielt nicht nur Wort, sondern verwöhnte uns geradezu. Er schickte schöne bunte Halstücher aus Seide, und wir hatten die ersten Nylonstrümpfe, mit Naht!

Ich hatte ihm von meinem Mißgeschick mit der verlorenen Skihose erzählt. Und siehe da, eines Tages traf ein Amihose als Ersatz ein: Feinster Wollstoff, scharfe Bügelfalte, aber khakifarben. Wir färbten das gute Stück dunkelbraun. Ich war zwar froh, wieder eine schöne Hose zu besitzen, meine Begeisterung hielt sich jedoch in Grenzen. Man nenne mich bitte nicht undankbar! Dies ist eine wahre Geschichte von meinem großen Verlust, wie ich damals meinte. Mit heimatlichem Gruß

Eure
Emmi Weichert geb. Bräutigam, aus der Bräuhausgasse

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