Schlaggenwälder Heimatbrief — únor / březen 2003
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Milí krajané!

Mit vielen guten Wünschen haben wir das neue Jahr begonnen. Dabei stand die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens, dessen wir uns seit mehr als einem halben Jahrhundert in Freiheit und Wohlstand erfreuen dürfen, und Vermeidung weiterer kriegerischer Auseinandersetzungen in anderen Ländern mit an vorderster Stelle. Aus täglicher Erfahrung jedoch wissen wir, daß wir in einer unruhigen Zeit und in einer bedrohten Welt leben. Diese Erkenntnis dämpft die Zuversicht und steigert die Besorgnis.

Wenn der erste Heimatbrief 2003 zu Euch ins Haus kommt – es ist der 70. aus meiner Feder – hat sich der früher oft strenge, frostklirrende Jänner schon verabschiedet, der dafür auch „Hartung" genannt wird, und wir stecken noch mitten im Fasching, der heuer bis zum 4. März dauert. Über das ausgelassene Treiben in den „närrischen Tagen" von heute mit seinen oft unsinnigen Auswüchsen mag jeder selbst befinden. Wie es früher daheim zuging, beschreibt unser Heimatbuch auf den Seiten 268/69. Seht nach, es lohnt sich, wieder einmal darüber nachzulesen!

Vierzig Tage nach Weihnachten weist uns der kirchliche Feiertag „Mariä Lichtmeß" (2.2.) mit der Weihe der „Wetterkerzen" bereits den Weg in die vorösterliche Zeit. Die Tageslänge nimmt spürbar zu – „zan Thomastoogh an Håhnatritt, 's Neia Gåuha schu an gånzn Schritt, Dreikenigstoogh an Hirschnsprung, za Löichtmeß schu a gånza Stund", so versuchte man, diesem Naturgeschehen auch im mundartlichen Reim gerecht zu werden. Der zweite Feber galt als besonderer „Lostag" für einige Bauernregeln. So wird Holz, an diesem Tag geschlagen, mit zunehmendem Alter härter, nicht wurmstichig oder faulig. Dienstboten suchten sich eine andere, bessere Stellung.

Im Feber finden wir im Kalender bekannte Namenstage, wie St. Blasius (3.2.), an dem der Priester den Blasiussegen erteilt, die hl. Dorothea (6.2.) – „an Dorothee noch viel Schnee, im Sommer dafür guter Klee", St. Valentin (14.2. – früher ohne Blumen und Pralinen!) und den des Apostels Matthias (24.2.) mit der Regel „Mattheis bricht's Eis; håut a kaans, mecht a sich aans". Im Feber fanden sich Nachbarsleute noch gern zum „Federnschlöißn" ein.

Der 3. März ist der hl. Kunigunde gewidmet, und da hieß es: „Dunnats ua Kunigund, treibts da Winta bunt", aber auch „Kunigund, kinnt die Wiarm va unt".

Am 4. März gedenken wir der 54 sudetendeutschen Landsleute, die 1919 für Freiheit und Selbstbestimmung friedlich demonstrierten und durch Kugeln der tschechischen Soldateska ihr Leben ließen.

Mit dem Aschermittwoch (5.3.) beginnt die Fastenzeit; es folgen Wochen der Besinnung und der inneren Einkehr, aber auch für so manche Zeitgenossen des ernsthaften Bemühens, sich einzuschränken, um endlich Winterspeck und lästige Pfunde loszuwerden. Am Josephitag (19.3.) gilt die Wetterregel: „Josephi klar, ein gutes Jahr"; am 21.3. erreichen wir die Tagundnachtgleiche, den Beginn des Frühlings, und an Mariä Verkündigung (25.3.) begehen wir das Hochfest „Verkündigung des Herrn". Um diese Zeit kamen auch die Stare aus dem Süden zurück (heute wesentlich früher).

Ich wünsche Euch – nicht nur zum Fasching – gesunden Humor und ein fröhliches Gemüt, wenn auch das Tanzbein sich nicht mehr so recht schwingen läßt. Vielleicht bringt auch eine erholsame Winterwanderung schöne Erinnerungen an unsere früher so schneereiche Heimat zurück. Kommt alle gut mit den Unbilden des Winters zurecht – und dies bitte ohne Arm- und Beinbruch!

Mit einem heimatlichen „Servus" grüßt Euch herzlich Euer Landsmann
Franz Pöttig

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Krajanské setkání 2002 – obrazové ohlédnutí

Aus den mir für den Heimatbrief überlassenen Fotos habe ich noch zwei für die Veröffentlichung vorgesehen. Beide Aufnahmen stammen von unserem Lm. Josef Hahn. (Daham håut a am Floutbooch vua da Roßmeissl-Fabrik gwohnt.)

[Foto] Mitgliederversammlung des SHGV am 7.9.02 im Kolpinghaus in Auerbach. V.l.: Otto Dilling, Franz Hofmann, Kurt Völkl, Bruni Metzler (Wirlitsch), Herbert Jakob, Heinrich Dilling, Franz Pöttig, Anna Zimmerhackl (Veit), Gudrun Hubl, Rudi Dörfl.

[Foto] Nach dem Totengedenken am Ehrenmal der Heimatvertriebenen mit v.l. Altbürgermeister Hanni Haberberger (mit Gattin Elly), Hw. Kurt Völkl, 2. Bürgermeister Georg Gsell, Franz Hofmann und anderen treuen Landsleuten.

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