Zpráva z cesty po českých hornických revírech roku 1859
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Oloví (Bleistadt) — žíly a důlní díla

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bis zur Firste aufgestürzt, wobei dann in den Feldstoß I u. II. bequem weiter gearbeitet werden kann. Auch ist schon vorgekommen, daß, wenn zu wenig Berge bei der Gewinnung fallen, besonders taube Oerter getrieben werden müßten, um Material zum Versetzen[?] sich herbeizuschaffen.

Bei dem vierten, dem letzten Firstenstoß in diesem Bau wurden schon 3 Oerter neben einander getrieben, wobei aber besonders darauf zu achten war, daß die einzelnen Stöße nicht zu nahe an einander rückten, damit der Firstendruck nicht zu bedeutend werden konnte. Der Bergversatz mußte dann auch entsprechend abgesetzt sein. Da nun die Gangausfüllung Letten ist und manche Stellen in dem Gebirge sehr wasserreich sind, so ist die Grube selbst ungeheuer schmutzig und schmierig und besonders bei der Befahrung der Uebersichbrechen, die in ziemlich kleinen Dimensionen angelegt sind, hat man sich besonders in Acht zu nehmen, da ein Ausgleiten von den nassen Sohlen sehr leicht geschehen kann.

Von diesem Firstenbau geht zur Förderung der Erze auf die Strecke eine Rolle herab, welche in der andern, von dem Schachtschuß[?] durch Pfeilern getrennten Hälfte des Uebersichbrechens besteht.

Früher wurden in der Grube sogleich nach der Gewinnung die Erze in derben Glanz und in Pochgänge[?] geschieden. Da aber während der Förderung sowohl von den Bauen auf die Strecke, als auch von da bis Tage Alles minder

schmutzig und daher unkenntlich würde, und wenn jedes für sich minder gewaschen werden müßte, so fördert man jetzt beide Erzgattungen zugleich aus und mengt sie gemeinschaftlich auf einer Reibgitterwäsche, auf der dann die weitere Separation erfolgt.

Von hier fuhren wir dem [?]gange wieder vor und von schon erwähntem Kreuz auf dem Andreasgange bis Kreuz des Reicher-Trostner Ganges, auf welchem wir den Tiefstenbau besuchten, welcher jedoch nur in unwichtigem[?] Firstenwerks- und Uebersichbrechenbetrieb bestand. Die Strecke auf dem Reicher-Trostnergang steht in starker Thür-, Stockzimmerung, welche von dem ungeheuren Druck, der hier herrschen müßte, dennoch bisweilen sehr gebogen war. Hier zeigte sich auch bedeutende Wettermenge, die gar nicht erklärt werden konnte, zumal in diesen trocknen Sommermonaten, indem man von keinen darüber befindlichen alten Bauen weiß, auch keine Teiche oder alte Bingen über Tage in dieser Gegend sich befinden.

Der aufsetzende Gang war hier 6-8" mächtig aus einem groben Bleiglanz; außerdem zeigte dieser Bleiglanz zu beiden Seiten die characteristische, weiße, ziemlich feste Letten, ohne daß man zu beiden Wänden die Saalbänder vermißt hatte, ein Zeichen, daß der eigentliche Gang noch mächtiger ist und vielleicht noch nach Zugaben[?] sucht.

Da hier der Bleiglanz von ziemlich viel Quarz begleitet war, so war man genöthigt, die Gewinnung mittelst der Sprengarbeit zu bewerkstelligen. Der Gang selbst fiel 85-90°.

Im Uebersichbrechen war er etwas mächtiger geworden, zeigte aber von der allgemeinen Beschaffenheit keine Verschiedenheit.

Da diess die beiden einzigen belegten Baue waren und zu den übrigen wegen Wettermangel nicht gelangt werden konnte, so fuhren wir auf dem Andreasstollen wieder zu Tage aus.

Behufs der Ermöglichung einer raschen und wohlfeilen Förderung der Berge, namentlich aber der zu gewinnenden [?]gänge ist auf dem Andreasstollen eine Eisenbahn eingebaut worden, welche vorläufig auf dem Reicher[?]-Trostner[?]-Gang bis zum Neuengangskreuz reicht und über Tage sich sowohl auf die Halde als zu den Aufbereitungswerkstätten verzweigt. Diese Eisenbahn ist abweichend von der gewöhnlichen und nicht mit Querschwellen und unmittelbar darübergelegten Eisenschienen construirt, sondern es sind hier 5–6 zöllige Querschwellen und 3–5 zöllige auf die hohe Kante gestellte Langschwellen und querschnittene Pfosten von 3° Länge in Anwendung, auf welchen schmiedeiserne Flachschienen aufgenagelt sind.

Diese Construction der Anwendung von Langschwellen führte auf dieser Grube der damalige berggeschworene Herr Westermann[?] zuerst ein. Am schwierigsten scheint die Krümmung mit dem kleinsten Halbmesser von 10° war. Weil eine möglichst lange Stücke von Langschwellen die Arbeit vereinfachen, so ließ Herr Westermann[?] 3° lange Hölzer für den kleinsten Radius von 10° abrichten[?]. Für solche Langschwellen braucht es 12–15" starkes gezimmertes Holz, mithin die vierfache Breite einer geraden Langschwelle. Es genügte[?] nämlich bei der Krümmung die 3° langen

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