Die Feldörter sind mit 60–65 fl. und der Abbetrieb[?] zur Untersuchung des Ganges selbst auf dem Barbarastollen mit 50 fl. verdungen. Vor diesem Aufschluß bestand der Gang in blaßro[?] [?], welcher im Porphyr aufsetzten.
4, Der Fliedergang[?] war ganz unbelegt; soll aber, da sehr schöne Anbrüche noch anstehen, in möglichster Kürze wieder in Betrieb kommen.
Ich fuhr in dem Fliederschacht[?] ein, welcher, wie schon erwähnt, auf dem Fliedgang[?] niedergebracht ist, ein Fallen von 70–75° besitzt und wo die Förderung aus dem äußersten westlichen Felde, [?] wenn der Fliedergang[?] in Betrieb steht, zu besorgen hat.
Er ist in Glimmerschiefer abgeteuft und von Tage herein 20 Klafter tief in sehr starke Ganzschrotzimmerung[?] gefaßt und besteht aus Förder- und Fahrschacht. Daß hier ein ungeheurer Druck des Gebirges herrschen muß, kann man an dem sehr starken Holze ersehen, welches hier zur Anwendung kommt, indem die Geviere der Zimmerung aus gegen 12 bis sogar 14" starken Hölzern bestehen. Das Treiben erfolgt mittelst eines Wassergöpels mit einwändigen[?] Tonnen, zu deren Schutz eine besondere Tonnenleitung hergestellt ist. An den von 3 zu 3° auseinander stehenden Einstrichen, von denen je 4 Stück neben einander sich befinden, und je in Paare zu einer Leitung dienen, sind auf der liegenden [?] gelegt, über welche die mit einer Blechschiene belegten hölzernen vierkantigen Laufbäume hinweggehen. Damit nun die Tonnen
da die Kübel auf den Bäumen ohne besondere Leitung laufen, nicht abgleiten können, sind zu beiden Seiten der Zimmerung Streichbäume angebracht, über welche die an den Tonnen befestigten Stützzapfen[?] gehen.
Wo die Schachtzimmerung ist [?] weniges[?] hat ist der Treibeschacht bloß durch die Einstriche unterstützt, der Fahrschacht aber war da mit Bruchsteinen ausgemauert und vom Treibeschacht gänzlich getrennt.
Ziegelmauerung habe ich im ganzen Schachte nicht angetroffen, da sich die Ziegel hier nicht halten sollen, was bei der Feuchtigkeit, die hier allenthalben herrscht, leicht zu erklären ist. Die Mauerung besteht darin, daß von Zeit zu Zeit vom Hangenden zum Liegenden in den kürzern[?] Stößen Tragbögen geschlagen werden, auf welch gewölbmäßige[?] Scheibenmauerung aufgeführt wird, welch die Widerlager für in den Hangende überspringende Lagen abgiebt.
Da in diesem Schacht keine Wasserhaltung ist, so verfallen die Wasser in demselben bis zum Stollen und werden hier abgeleitet. Daher kommt es, daß hier stets ungeheuere Feuchtigkeit herrscht und auf den Liegenden das Wasser oft sehr stark herabläuft. Das Tiefste des Schachtes liegt auf der Danielistollnsohle.
Die Streckenförderung erfolgt in ungarischen Hunden, wie ich sie schon oben beschrieben habe und ist [?]. Nach jedem Monat wird das Förderquantum nach der ausgefahrenen Länge der Ortsbetriebe[?] berechnet, indem man durchschnittlich hierbei nach der Schätzung annimmt, daß ein Raum von 1' tiefe, 4' breite und 8' hoch anstehender Masse 44 Cubikfuß genommen[?] Berge giebt. Wird die abgehauene Masse nicht ganz weggefördert, so wird auf den schon gehauenen[?] der Rück-
stand geschätzt und so viel an Ausbezahlung zurückbehalten. Außer dem Flachschacht besitzt diese Grubenabtheilung in dem seigern Marmorschacht einen zweiten, in welchem früher mittelst eines Pferdegöpels gefördert wurde. Dieser vom Marialistollen[?] auf weit zurückgestandene Schacht wird mit Nachdruck weiter abgeteuft, um zuerst den Barbarastollen zu erreichen, auf und unter welchem die Hauptbaue des Geisterganges stattfinden, um sodann zu größerer Teufe gebracht zu werden, damit die als sehr edel bekannten Geister-, Rothen u. Schweizermittelmuths[?]gänge dieses Lokals unter der Danielistollensohle aufgeschlossen werden konnten. Die Lage des Marmorschachtes auf dem [?] fast 100° über dem fünfzig Klafter[?] [?] hohen Gebirgsrücken zwischen dem Stadt- und Silberngrund[?] gestattete keine Zuleitung von Kraftwasser zu einer Tagförderungsmaschine, weshalb man genöthigt war, im Silberngrund[?] einen Stollen anzulegen, durch welchen die daselbst in einem Teich gesammelten und in einer neuen hergestellten Grabentour zugeleiteten Wasser zum Marmorschacht zu führen waren, wo eine unterirdische Maschine die Schachtförderung besorgen sollte. Nach den vorhandenen Kraftwassermengen, welche auch hier, wie bei der östlichen Grube nur beiläufig 50 C' pr. Minute in trockenen Jahreszeiten beträgt, und bei einem freien Gefälle von nahe 100° bis auf den Barbarastollen, von welchem seiner Zeit aber 70° zu einer [?] Wassersäulenmaschine verwendet werden sollen, dann wegen der geringen Räume und [?] in sehr hartem Gestein entschied man sich als Motor eine vertikale, doppelt geschaufelte Schwammkrug'sche Turbine anzuwenden. Dieselbe steht 18 Klafter unter dem Maschinenlaufstolle[?]n, die Turbine hat a. äußeren Durchmesser von 6' 10" bei einer Schaufelbreite von 3 7/8" und fördert bei 120 Umdrehungen
pr. Minute mit 11,23 Pferdekraft 16 Kubikfuß haltende Tonnen mit 4' Geschwindigkeit. Die Tonnen werden bloß bis auf den Wasserlaufsstollen gehoben und die Erze daselbst auf einer 260 Lachter langen Eisenbahn zu Tage gefördert. Eine gefüllte Tonne wiegt 9–10 Ctr.
Die Schachtförderung ist ebenfalls mechanisch[?]. Durchschnittlich müssen pr. Schicht vom Danielistollen[?] 35 Tonnen und vom Barbara-stollen 40 Tonnen gefördert werden, welches aber wieder von der aufgefahrenen Länge der in Betrieb stehenden Oerter abhängig ist. Geben die Förderleute mehr Tonnen an, als wirklich gefördert wurden, so steht dieß mit der aufgehauenen Masse nicht in Uebereinstimmung und liefert den Beweis ungenügender Förderei[?].
Die vorzüglichsten Abbaue waren auf dem Geistergang und zwar befanden sie sich in Firstenbauen über dem Stollen. Der Gang war 3–6" mächtig und führte besonders Kobalt-schwärze mit Glaserz, gediegen Silber, Weiß- und Roth-nickelkies. Der Abbau selbst erfolgte auf die gewöhnliche Art eines Firstenbaues und ich bemerkte in der Ausführung nichts Abweichendes von dem bei uns gebräuchlichen System. Gefördert werden diese Erze in Kübeln, wie sie für die Schachtförderung bestimmt sind, welche aber, mit einem Deckel versehen, verschlossen werden können. Erst[?] zur Förderung selbst werden die gewonnenen Erze in verschließbaren, schweren Kisten aufbewahrt, welche in der Nähe der Baue selbst in der Grube bleiben. Der Häuer schlägt auf dem Gange so viel als möglich vom Nebengestein frei, indem er aber vor jedem Schlitz[?] starke Leinwand unterbreitet, um auch die geringste Menge Erz, da es sehr wechselhaft[?] ist, nicht verloren gehen zu lassen, wenn solche vielleicht mit den Bergen weggeschossen würde.
Ganz besonders und mit größter Vorsicht bereitet er aber beim Gangscheiden[?] selbst [?] vor, die er nach erfolgter Gewinnung in den Kasten aufschüttet, eine Methode, die bei derartigen reichen und edlen Erzen wohl empfohlen werden dürfte. Der mit einbrechende Bleiglanz wird gleich in der Grube so gut wie möglich geschieden und ganz separat gefördert, um gewaschen zu werden.
Von diesen Firstenbauen setzen einige in Porphyr, andere wieder[?] in Glimmerschiefer auf und ich bemerkte, daß diejenigen, welche in Porphyr auftraten mehr Kobaltschwärze und Glaserz und diejenigen, welche Glimmerschiefer zum Nebengestein hatten, mehr Kiese und Bleiglanz führten, und wie es in der Natur dieser Mineralien liegt, auch weit fester waren. Von Zeit zu Zeit waren ebenfalls von der Sohle aus nach den Stollen herab Rollen angelegt, welche von den übrigen durchaus[?] nicht verschieden sind.
Bei dieser Grube bestehen keine Aufbereitungswerkstätten, weil es bei der geringen Wassermenge zu Tage an [?] Gefälle mangelt. Es werden daher die hier gewonnenen Erze auf dem Barbarastoll bis zum [?]schacht gelaufen[?] und hier ausgefördert und aufbereitet, wofür Jeder die Schachtförderungs- und Aufbereitungskosten bezahlen muß. Die meisten Erze, die weiter keiner Aufbereitung bedürfen, gelangen von hier aus sofort auf die Hütte. Die Aufbereitung der andern Erze beschränkt sich aber bloß in dem Herauslesen des einbrechenden Bleiglanzes u. Kieses, indem, wie der Steiger mir sagte, schon seit langer Zeit nichts gepocht und gewaschen würde.
Auf dem Stollen bemerkte ich auch an mehreren Stellen, wo die Sohle abgebaut ist und jetzt aus altem Mann besteht, zur Fassung der Wasserseigen sogenannte Verkleidungen.
[obr] [bez popisku]
wird die Sohle der Strecke zunächst von zwei[?] Seiten zu einer Rinne fest und schlägt[?] zuletzt darauf eine 10–12"[?] dicke Lettenschicht, in welche man e. Gerinne zur Leitung des Wassers einlegt. Ueber diesen Letten legt man dann Bretter, welche über einander greifen und das über sie fließende Wasser, ohne daß der Letten dabei fortgespült werden kann, in das Gerinne einführen. Oft wurde auch im Nebengestein, welches fest ist, ein Einbruch getrieben, auf welchem die Wasser liefen, während die Fassung auf dem Stollen selbst statt[?] erfolgte.
Von diesen Firstenbauen aus fuhren wir auf dem Barbarastollen bis an den Wilhelmschacht[?], in diesem bis auf den Wasser-einlaufstollen und auf diesem wieder zu Tage aus.
Oel oder Talg, Pulver und Zusatz[?] müssen die Bergleute von ihrem Gedinggeld bezahlen, welche Auslagen ihnen bei Auszahlung des Lohnes sogleich abgezogen werden. Hierbei verkauft ihnen die Grubenverwaltung 1 ℔ Pulver zu 43 Neukreuzer, 1 ℔ Oel zu 37 nkr. u. 1 ℔ Holzes[?] zu 1 xr. Ebenso hat der Bergmann für sein Gezäh selbst zu sorgen, indem sich die Verwaltung auch nicht um das Schärfen desselben bekümmert. Der Schmidt ist von der Grube gepachtet und bekommt von den Bergleuten seine Procente und zwar 25 %, welches Alles vom Gedinge bezahlt werden muß. Er[?] bekommt bei seinem Antritt Alles nach Stück und Gewicht über und muß dann sorgen, daß Alles zu jeder Zeit in gehöriger Ordnung ist und ebenso muß er bei seinem Abgange Alles so nach Stück und Gewicht wieder übergeben, als er es übernommen hat, widrigenfalls er das Fehlende aus seiner Tasche wieder ersetzen muß.
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