4-5 ℔, das Fäustel von 5-6 ℔ und sind an einem 2 Fuß 6 Zoll langem Stiel befestigt. Zum Schärfen des Gezähes ist in jeder Grube auf [?] an [?] Schachte eine Schmiede eingebaut, wo jedem Arbeiter das Gezäh unentgeltlich geschärft und auch der Stahl umgelegt wird. Dieß hat sowohl für die Arbeiter als für den Betrieb einen wesentlichen Vortheil, indem die Leistung des Arbeiters größer ist, wenn er zu jeder beliebigen Zeit das Gezäh scharf haben kann, als die, wo er gezwungen ist, deßhalb erst mit Zeit die Schicht mit zu nehmen und über Tags schärfen zu lassen. Neues Gezäh erhalten die Arbeiter vom Werk, müssen es aber zu Ende jedes Monats bezahlen.
Beim Schachtabteufen ist dasselbe Gezäh, nur schwerer, und zur Sprengarbeit ist der Bergbohrer, gewöhnlicher Meiselbohrer, bis zu 24 Zoll Länge[?] und das Handfäustel in Gebrauch.
Da die durchsinkenden Schichten sehr wasserreich sind, somit die Bohrlöcher nicht trocken gemacht werden können, so muß das Pulver in einer Hülse von schwachem Blech, die in ein langes enges[?] Röhrchen ausläuft und als Zündöffnung dient, eingebracht werden.
Sowohl beim Streckenbetrieb als beim Abbau ist ein gleiches Gezäh in Anwendung und es ist die Leistung eines Hauers in der Schicht beim Streckenbetrieb an Auffahrung 10-12 Zoll, an Kohlengewinnung 15-20 Kufen[?]. Beim Abbau ist die Leistung ver=schieden und richtet sich nach den mehr oder minder günstigen Ver[?]; sie schwankt zwischen 50 und 70 Ct.
Die Sicherung der gewonnenen Räume geschieht durchgehends mit Hölzern, die beim Sorge[?] und Kappenschnitt[?] 8 Kr., beim Zapfen=schuß[?] 10 Kr. Löhne kosten. Selbige sind von 1½''' starken Fichten
Blech angefertigt, 5 Fuß lang, 22 Zoll breit und 24 Zoll tief. Unter den Kästen sind Latten angebracht, an denen die Lager für die Räder aufgeschraubt sind. Die Achsen haben eine Länge von 22 Zoll und sind 12 Zoll von einander entfernt. Die Räder haben 11 Zoll Durchmesser und eine Spurweite von 17 Zoll, treten nicht unter den Kästen hervor, sondern sind durch denselben gedeckt. Bei dieser geringen Entfernung der Räder läßt sich der Hund mit Leichtigkeit regieren. An der Stirnseite ist der Hund zum Abstürzen und die Vorrichtung ist selbstthätig. Sie ist mittelst eines Scharniers mit dem Kasten verbunden und auf de[?] beweglich. Das Scharnierband ist nicht rund, sondern oval, so daß die Thür außer im Kreisbogen auch 2 Zoll senkrecht auf und nieder bewegt werden kann. Die Spitzen, die in die Latten in entsprechende Einschnitten einfallen, bewirken die Sperrung des Hundes. Das Abstürzen geschieht mittelst eines Anstoßes, der beim Rücken auf einen am Kübel[?] angebrachten Riegel stößt. In Folge des ovalen Scharnierbügels wird die Thür gehoben, die Spitzen kommen aus den Einschnitten und die Absperrung ist bewirkt. Ein der Art angefertigter Hund wiegt 450 – 500 ℔ und kostet, da die Anfertigung in eigener Schmiede geschieht, 100 fl. Früher wurden hölzerne Hunde mit Blechbeschlag in gleicher Form und Größe angewendet und obgleich die Herstellungskosten bei diesen billiger sind, so ist die Unterhaltung so kostspielig gewesen, daß es sich vortheilhafter herausstellte, eiserne Hunde anzuwenden. Ein eiserner Hund dauert 5 – 6 Jahre, wogegen die hölzernen in den seltensten Fällen 2 Jahre dauern. In allen Haupt- und Abbaustrecken sind Eisenbahnen und in den jedesmaligen Steigörtern Bremsberge angebracht, die die Kübel[?] von den höheren Horizonten zu Hauptstrecken schaffen.
die bis jetzt angewendete Art der Bremsberge ist die zweischienige. Die Hunde laufen unmittelbar ohne Gestellwagen auf der Bahn, wodurch der abwärts gehende geladene Hund den leeren hinaufzieht. Das Niederlassen geschieht mit schwachen Drahtseilen, welche auf am oberen Ende des Bremsberges angebrachten Trommeln befestigt sind und sich auf und abwinden. Ueberdiess ist der schnelle und langsame Lauf des Hundes mit einem Band zu regeln.
In letzter Zeit werden auch einschienige Bremsberge mit Gestellwagen und Gegengewicht eingeführt, die vor jenen den wesentlichen Vortheil haben, dass man gleichzeitig aus verschiedenen Horizonten fördern kann, während die anderen auf einen einzigen beschränkt sind. Man ist im Stande mit einem einschienigen Bremsberg das Doppelte, ja sogar das Dreifache zu leisten, was man mit einem zweischienigen im Stande ist. Nur[?] lassen sich diese Art Bremsberge nur da anwenden, wo ein ziemlich gleiches Verflächen des Flötzes vorhanden ist.
Bei dem Franz- und Wenzelschachte sind auch Baue unter dem Horizont der Hauptstrecke in Betrieb und die Förderung von diesen auf die Hauptstrecke geschieht theilweise mit Pferden und theilweise mit Dampfmaschinen. Zwischen der Hauptstrecke des Franzschachtes, die bis ins Gefälle[?] des Wenzelschachtes abgesunken[?] ist und der Hauptstrecke des Wenzelschachtes steht ein Pfeilerhöhe von 80° an, und diese beiden Horizonte, die 20 Klafter seiger über einander stehen, sind mit einem Fallort von 15° Einfallen verbunden, auf dem die Förderung mittelst eines Gestellwagens und einer über Tags aufgestellten 10 pferdekräftigen Dampfmaschine zum Füllorte vor sich geht. Die Seiltrommel hat 4 Fuss Durchmesser und steht dicht an dem Schachtschlote[?]. Das Seil geht unmittelbar von dieser Trommel in den Schacht,
[?] wurde, ist am Seil über eine Leitscheibe[?] gehoben und zur einfallenden Strecke geleitet. Der Gestellwagen faßt 2 Hunde und geht mit einer Geschwindigkeit von 3 Fuß pro Secunde. Der entleerte Wagen wird beim Rückgang benutzt. Mit dieser Vorrichtung ist man im Stand in einer 8 stündigen Schicht bis 1000 Ctr[?] Kohle nach[?] Füllort auf den Tiefbau zu fördern. Der Wagen kann an jedem beliebigen Punkt der Strecke stehen bleiben und es kann somit auch aus jedem Zwischenhorizont gefördert werden. Diese Einrichtung hat bis jetzt wesentliche Dienste geleistet.
Zwischen dem Hauptschachter Fürstenberker[?]-Horizont und den höchsten Layerschachter[?] Bauen steht eine Theilsohle von 30 Lachter an, deren Abbau und Förderung dem Wenzelschachte angehören. Da die sie betreibenden Baue über erwähntem Horizont liegen, so muß die Förderung aus denselben ebenfalls bergauf gehen und dieß geschieht mittelst Pferden in einer 18° fallenden Strecke. Am Horizont der horizontalen Förderstrecke ist eine Scheibe parallel mit dem Verflächen der Strecke angebracht, über die ein Seil gelegt ist an dessen unterem Ende die beladenen Hund und obern Ende die leeren Hund fest gemacht wird. Das Pferd wird nun[?] hinter den leeren Hund gespannt und zieht, während es die Strecke hinunterläuft, den vollen Hund herauf.
Um auch hier aus den verschiedenen Horizonten fördern zu können, wird bei der jeweiligen Strecke, wo man fördern will auf die Förderbahn ein Umstell[?] gelegt. Dasselbe besteht aus 2 Theilen, nach Art einer Fallthür, mit Scharnieren und wird, wenn aus einem andern Horizont gefördert wird zur Hälfte in die rechts, zur Hälfte in die links ab[?]ende Strecke umgelegt. Das Pferd arbeitet 8 Stunden und ist im Stand, je nach der Zahl
Spannung [?], die es zu heben hat, 400 – 600 Ztr auf die Sechsstunde [?] zu fördern. Diese Förderung ist äußerst billig, indem die Erhaltung der Pferde mit unbedeutenden Kosten verbunden ist. Die Erhaltung eines Pferdes kostet pr. Tag 1 fl. 30 xr
Die Erhaltung eines Pferdes kostet pr. Tag | 1 fl. 30 xr
und das Schichtlohn des Treibers | —„ 60 „
Summa | 1 fl. 90 xr. C.M.
pr. Mundgeld [?]. Dieses auf die Leistung angetheilt, beträgt das Förderlohn pr. Ztr. 0,4 xr.
Wollte man dieses durch Menschenhand bewerkstelligen, so fördert ein Läufer in der Schicht höchstens 4 Hunde = 32 Ztr. Um nun das vorhin angeführte Quantum zu liefern, sind 20 Förderer nöthig, denen außerdem noch 10 Zieher beigegeben werden müßten. Der durchschnittliche Verdienst eines Läufers pr. Schicht ist 60 xr. und das Schichtenlohn eines Ziehers 30 xr, somit wären die Kosten, um besagtes Quantum in einer 8 stündigen Schicht zu fördern, 15 fl. und Förderkosten pr. Ztr. 3 xr, was ungefähr das 8 fache des obigen Kostenbetrags wäre. Ueberdieß wäre die Förderung mit Menschenkräften gar nicht ausführbar, indem die hierzu nöthige Mannschaft in der Grube nicht hinreichend Raum hätte.
Zur Förderung aus dem Tiefbau des Franzschachtes zum Stollenhorizont, der von der [?]strecke bis an die dermalige [?] Sohle eine Seigerteufe [?] von 150 Klafter hat, ist eine 10 pferdekräftige Dampfmaschine in der Grube aufgestellt, die den Dampf von einem in der Nähe des Stollens eingebauten Dampfkessel erhält.
Die Fallstrecke ist neuerzeit [?] vom Schachte dem Verflächen nach aufgefahren und hat ein continuirlich von 15 – 7 Grad abnehmendes Einfallen. Die Förderung geschieht mittelst eines Gestellwagens, auf den 2 Hunde aufgeschoben werden
und es kann auf jeden beliebigen Horizont dieß stattfinden. Die Maschine ist in einem eigends[?] dazu ausgehauenen Raume, der in der Streckenrichtung liegt, aufgestellt, so daß das Seil von der Trommel ohne Bruch[?] in die Strecke geht. Die Seiltrommel hat 6 Fuß Durchmesser und eine Geschwindigkeit von 6 Fuß pr. Secunde. Bei diesem schnellen Gang des Wagens ist auch die Leistung eine bedeutende. In einer 8 stündigen Schicht werden 1200 – 1500 Ctr[?] aus den verschiedenen Horizonten zum Füllort gefördert. Die Unterhaltungskosten der Maschine sind sehr gering, indem der Bedarf an Holzkohle in 24 Stunden 20 Ctr[?] beträgt. Das Zeichen[?] des Aufsatzes[?] erfolgt von dem Steigrohr[?] der Schachtzimmerung.
Die Rauchableitung vom Dampfschacht geschieht durch 11 zöllige gußeisernen Röhren, die bis über Tags geführt sind und mittelst eines Canals mit der 110 Fuß hohen Esse in Verbindung gebracht. Demnach hat der Rauch, bevor er ins Freie tritt, 670 Fuß zu steigen. Der Ablaßdampf der Maschine wird in den Sumpf[?] geleitet, wo es sich condensirt.
Früher wurde diese Förderung durch einen Pferdegöpel bewirkt, bevor man den Entschluß gefaßt hatte, eine Dampfmaschine in der Grube aufzustellen. Selbe reichte aber nicht aus, um das nöthige Quantum zu fördern, indem die Hunde nur mit 1½ Fuß Geschwindigkeit pr. Sec. sich bewegten.
Die Förderbahnen auf den Haupt- und Abbaustrecken haben eine Weite von 17 Zoll und die bei der Wagenförderung[?] und einschienigen Laufbergen[?] 1' 3". Die jetzt in Gebrauch stehenden Schienen sind pilzförmig[?]. Eine Schiene
ist 18 Fuß lang, 2 Zoll hoch, in doch[?] 1½ Zoll stark und wiegt je nach dem Durchschnitt 75–80 ℔. Früher wurden Kantenscheiben und sogenannte Z Scheiben angewandt. Diese erwiesen sich aber weniger zwecklich[?], weil die Sohle nie fest und egal zu halten ist und da[?] dieselben seitwärts nachgeben, die Sohle nach und nach einer Schlangenlinie gleicht. Obgleich zwar die Anschaffung der pilzförmigen[?] gegen die der Kantenscheiben bedeutend größer ist, so ist die Erhaltung und Abnutzung der Sohle und Räder eine viel geringere.
Die Streckenförderung steht mit der Schachtförderung in Verbindung, denn die Förderkasten werden unmittelbar in die Fördergestelle geschoben. Ein solches Gestell faßt 2 Hunde und ist mittelst 2 Hängeketten mit dem Förderseil verbunden, geht an einfachen 4 kantigen Führungslatten und hat die Fangvorrichtung mit excentrischen Scheiben. An den Hängeschienen sind am oberen Ende herzförmige Tafeln von 6 [Zoll gestrichen] Linien starken Eisenblech hohlgenietet[?], in welche 2 Wellen von 2½ Zoll Stärke eingelegt und an deren Ende excentrische, scharf gezahnte Räder fest gekeilt sind. An jeder Welle sind ferner 3 Hebel festgemacht; von denen die mittleren mit schwachen Ketten mit der Hängekette und die correspondirenden hilfsmäßigen[?] Hebel mit Gummiriemen, die als Federn dienen, in Verbindung stehen. Die excentrischen Räder und Hebel sind an den Wellen derart festgemacht, daß, wenn das Seil gespannt ist, die Excentricer[?] mit den kürzeren Radien gegen einander stehen, die Führungslatten nicht berühren und die Kautschukriemen in gespannten Zustand kommen. Bei erfolgtem Seilbruch
dagegen ziehen sich die Spiralfedern[?] zusammen und bringen die Excentrica mit den langen Radien gegen einander, in Folge dessen sich selbige in die Fahrschachtwände[?] einbeissen und das Hängen bewirken.
Die so eingerichteten Förderschaalen sind seit 1 Jahr in Gebrauch und haben sich bereits 3 Mal sehr gut bewährt.
Zur Förderung ist an jedem Schacht eine Fördermaschine und zwar am Wenzelschacht eine 16 pferdekräftige horizontale Maschine, welche mit Uebersetzung auf die Seilkörbe arbeitet. Die Seilkörbe haben einen Durchmesser von 8 Fuß und die Förderungsgeschwindigkeit ist 7 Fuß pr. Sec.
Am Franzschacht ist eine 24 pferdekräftige Balancirmaschine, durch welche die Seilkörbe mittelst eines Rädergeuges[?] bewegt werden. Die Körbe haben einen Durchmesser von 9 Fuß und die Förderungsgeschwindigkeit ist 9 Fuß pr. Secunde.
Am Lagerschacht[?] fördert eine 40 pferdekräftige Maschine mit 2 Cylindern und die Uebertragung auf die Seilkörbe geschieht ebenfalls durch ein Rädergeug[?]. Der Durchmesser der Körbe ist 11 Fuß und die Fördergeschwindigkeit 12–15 Fuß.
Sämmtliche in Gebrauch stehenden Förderseile sind von Draht und zwar die für den Wenzelschacht von 10''' Dicke und 125 Ctr Tragfähigkeit, die für den Franz- und
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