Zpráva z cesty po českých hornických revírech roku 1859
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Anenský důl a jeho úpravna

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an die Hütte geliefert werden; 2., unreine Scheiderze oder Blendegraupen, welche auf das Walzwerk kommen und dann ebenfalls lieferungswürdig sind; 3., trocknem[?] Abschlägen, welche zum Walzwerk kommen. Man erhält dadurch Walzgraupen No 1 und No 2, welche gesetzt werden. Hierbei ist der erste Absatz Zwitter[?], der zweite Absatz Kobalt[?] zum Naßpochen und der dritte Absatz ist lieferbar. und 4., nasse Abschläge, welche dem Naßpochwerk übergeben werden.

Bei der andern, zweiten Reibgitterwäsche hat man 5 Siebe, zu welchen je einem eine Handsatzmaschine gehört. Die spezielle Einrichtung ist ganz so wie bei der Bleistädter Reibgitterwäsche. Von den drei ersten Sieben macht man 2 Absätze und zwar besteht der erste in Bergen und der zweite kommt auf die Klaubebühne, auf welcher Bleigraupen, Blendegraupen und nasse Pochgänge fürs Naßpochwerk ausgehalten werden. Die zwei andern

Siebe geben als ersten Absatz Erze, als zweiten Stoß[?]gänge, als dritten Blendegraupen und als vierten Bleigraupen. Das Verfahren bei der Setzarbeit ist hierbei folgendes: der Arbeiter zieht ein Quantum Haufwerk in das Sieb, setzt eine Zeit lang und hebt bloß Taubes ab. Er zieht dann wieder ein, setzt und hebt wieder bloß Taubes ab. Dieses wiederholt er einige Male bis sich auf dem Boden des Siebes ein 3–4" hohe Schicht schwerer Massen angesetzt hat. Dieses Quantum schüttet er neben sich in einen Bergtrog. Der Arbeiter zieht sodann von Neuem frisches Haufwerk ein und wiederholt genau vorige Manipulation. Nachdem er dann das letzte Mal Erze abgehoben hat, so zieht er nun das vorhin in den Bergtrog geschüttete Haufwerk mit in das Sieb und setzt nun eine längere Zeit gut. Es werden dann keine Erze mehr abgehoben, sondern der nun zuerst folgende Absatz besteht in Stoßgängen, der zweite in Blendegraupen und der 3. in Bleiglanzgraupen, wie oben schon angeführt wurde.

Was hier durch eines der Setzsiebe gefallen ist, kann auf das nächste folgende Sieb[?], da sie[?] ebenfalls Hand in Hand arbeiten. Die Bleiglanzgraupenabsätze von den drei ersten Sieben werden zuletzt noch auf eine kleine Klaubebühne[?] gebracht, woselbst die Schwerspathkörner, welche ein fast gleiches specifisches Gewicht mit den Bleiglanzkörnern haben und sich deshalb durch die Setzarbeit nicht abscheiden lassen, besonders ausgeklaubt und entfernt werden.

Was durch das unterste Sieb der Weißgiltenwäsche[?] geht, fließt in eine Schlammführung. Das Jäuchtel[?] aus der Schlammführung wird ausgeschlagen und auf dem 5. Setzsiebe, dem feinsten, gesetzt. Der zweite Absatz der

Waschführung wird auf einem ungarischen Kehrherd vorgenommen. Zu ebendieser Arbeit kommt auch das Setzen des feinsten Schliches, welches ungefähr 10 Loth Silber enthält. Das letzte aus der Waschführung, die sehr[?] feinen Schlämme werden endlich auf einem Zinkkehrherd verwaschen.

Der ungarische Herd, welcher eine Unterabtheilung der einfachen Kehrherde bildet ist ein Uebergang in den Schlämmgraben. Er besteht wie der Kehrherd aus einem 11–12 Fuß langen und 5' breiten Gerinne, welches am untersten Theil ganz söhlig liegt und durch vier[?] mit Ausströmungen[?] versehene Schütze verschlossen werden kann. Anstatt dieser Ausströmungen[?] hat man auch öfters an der einen Seite der Schütze ein kleines Gerinne ausgeschnitten. Beide Vorrichtungen haben nur den Zweck hinter der Schütze einen Sumpf zu bilden, damit die Trübe nicht zu schnell abfließen und noch gute Theilchen, die sich noch zu Boden setzen können mit sich in die milde[?] Fluth[?] führen kann. Am Kopfe des Herdes ist ferner eine Stellkufe[?] von der gewöhnlichen Art mit Stellklötzchen angebracht, um die Trübe auf die ganze Herdfläche gleichmäßig verbreiten zu können. Die Arbeit ist ganz ähnlich, wie die bei dem einfachen Kehrherd.

Der Zinkkehrherd, ebenfalls zu der Kategorie der Kehrherde gehörig, hat quer über der Herdfläche 2 Spalten[?], unter welchen Gefäße oder Gerinne liegen, welche man Untersätze nennt. Am Fuß des Herdes befindet sich das gewöhnliche Fluthgerinne. Der ganze Herd hat eine Länge von 9 Ellen und eine Breite von 2¾ Ellen. Der Nutzen dieser Spalten[?] besteht darin, daß man in jede, nachdem sich der Herd belegt hat, das oberhalb derselben Befindliche wegkehren[?] kann, wodurch es sofort in das

betreffende Untersatz gelangt, ohne es erst über den ganzen Herd wegziehen zu müssen. Während des Durchtragens[?] müssen aber natürlich beide Spalten geschlossen sein, welches man sehr zweckmäßig mit einem Lederstreifen, von etwas dickem Leder, bewerkstelligt, der auf der obern langen Seite oberhalb der Spalten auf den Herdboden wasserdicht[?] aufgenagelt ist und dann über die Spalten einfach weggelegt wird, über welchen dann die Trübe ruhig wegfließt und anfangs[?] in die milde[?] Stufe geht. Während dieser Zeit wird von Zeit zu Zeit von einem Arbeiter mit einem Besen leicht quer über die Herdfläche hin- und her gekehrt, um sowohl Gelegenheit zu geben, daß sich leichte, taube Theilchen besser entfernen und schwere, haltige Theilchen eher zu Boden setzen können. Hat sich endlich der Herd mit einer Schicht Erz[?] bedeckt, so öffnet man zuerst die unterste Spalte, indem man nur den Lederstreifen umzuschlagen braucht und läuft er[?] in das betreffende Untersatz. Sodann öffnet man die andere Spalte und läßt ebenfalls das sich oberhalb derselben angesammelte Erz[?] in das Untersatz ein. Es versteht sich von selbst, daß diese Spalten an denjenigen Stellen angebracht sein müssen, wo eben eine Scheidung beider Erzniederschläge[?], wenn ich es so nennen darf, vorzüglich statt findet, welches allerdings nur durch die Erfahrung erprobt werden muß. Der oberste Schlich kommt bis auf 10 bis 12 Loth Silber, der unterste bis auf 5 – 6 Loth Silber und beide werden auf die Hütte geliefert.

In diesen Wäschgebäuden, in welchen aber die zweite Rothgültenwäsche[?], mehrere Klaubetische und diese beiden

Taf. IX.

handen sich befinden, steht außerdem noch ein Zeugwalzwerk. Die Einrichtung und Construction desselben ist[?] giebt auch Gelegenheit etwas Neues anzusehen, indem es durchgehends gleich gebaut ist mit dem, welches in Bleistadt sich befindet und welches ich auch dort [?] habe. Die Walzen gehen auch hier in 2 Paar elastischen Ständern und das Aufgeben erfolgt durch ein Aufgeberad. Wenn ich es also auch in dieser Beziehung neues[?] weniges lernen konnte, so glaube ich doch die Art und Weise der Bewegung und die hier getroffene Kraft- und Drahtseiltransmission[?], welche im Anfang wirklich etwas complicirt erscheint, ansehen zu müssen.

Es communicirt behufs der Bewegungsübertragung die unterirdische im Horizonte des daselbst[?] Baromeisterstollens[?] befindliche Radstube A mit dem über Tags befindlichen, über dem Radmittel 69¾' hoch gelegenen zur Aufnahme des Walzwerkes bestimmten Raum B durch ein allseitlich[?] gemauertes 5¼' langes, 3¼' weites steigendes Schächtchen C. In der Zeichnung ist mit a das 9¾' im Durchmesser habende oberschlächtige Wasserrad, welches am Umfang mit einem Stirnrade versehen ist und von welchem die ganze Bewegung ausgeht. In dieses Stirnrad greift das auf der Spindel b befestigte Getriebe c ein. Auf b sitzt ferner noch die gußeiserne Scheibe c'. In der Verticalebene dieser Scheibe c' sind die eisernen Rollscheiben d, e, f angebracht, von welchen die Scheibe e fest, d verticalverstellbar und f mittelst des hölzernen Hebels g um den fixen Punkt h beweglich ist. Ueber diese 4 Scheiben c', d, e, f ist das Seil

i k l m aufgelegt. Auf der fixen Spindel der Scheibe c ist eine zweite Seilscheibe n von gleichem Durchmesser aufgekeilt. o sind ferner die Räder des Walzwerkes, p die Walzen selbst, welche auf den Spindeln q und r aufgekeilt sind. Auf der Spindel r sitzt die zugleich als Schwungrad dienende Seilscheibe u. Die Bewegungsübersetzung von der Scheibe n auf die Scheibe u ist mittelst des gekreuzten Seiles v bewerkstelligt. Zur Verminderung der Reibung desselben ist eine doppelhängige[?] Spannwalze z, angebracht. Bei w ist ein Kasten mit Gewichten mit einem Hebel g in Verbindung gebracht.

Die Uebersetzungsverhältnisse sind der Art gewählt, daß bei der Umfangsgeschwindigkeit des Wasserrades von 4,8' die Seilscheiben c', d, e, f, die sämmtlich

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