Zpráva z cesty po českých hornických revírech roku 1859
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Úprava rudy ve Stříbře

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aber Uebelstand, daß die Leute sehr eng sitzen, so daß Einer dem Andern oft im Wege ist und ihn am Arbeiten selbst hindert und dann giebt auch eine derartige Concentration der Arbeiter in einem so engen Raum mehr Gelegenheit zum Nichtsthun und zu gefälligen Unterhaltungen.

Geschieden wird nur derber Bleiglanz von 1 – 1½ – 2ᶜ″[?] Größe und Berge, die nur in beiden Gangarten bestehen, diese reinen Bleiglanzgraupen bilden nun die erste Sorte des sogenannten Waschbleiberges. Das Uebrige, was nicht als derber Bleiglanz geschieden werden kann und die Grün-, Weiß- und Braunbleierze, werden auf den Scheidgestellen[?] zusammengefaßt und gelangen auf die Setzsiebe, von denen 3 Sorten von verschiedener Größe der Maschen vorhanden sind. Das erste Sieb besteht aus Blechstreifen und bildet ¼″ im Quadrat habende Oeffnungen. Von dieser Gattung sind 4 Siebe da, von denen je 2 an einer langen Seite einer Waschbühne[?] stehen, welche durch Bretter in 4 Abtheilungen getheilt ist. Auf diese Siebe wird nur das in der Scheidebank[?] klar Gepochte gestürzt, und dann gesetzt. Die hier in Anwendung gebrachten Siebe sind ebenfalls Handsatzsiebe, bei welchen das Drahtgewebe aus Messingdraht besteht und welche mit ihrem Siebbauch[?] an zwei diametral gegenüberliegenden Punkten mittelst zweier Ketten an einer elastischen Stange aufgehängt sind. Die Setzfässer sind oben 4½′ unten 4′ weit und 4′ tief. Der Arbeiter drückt nun hier bloß das Sieb nieder, während das in die Höhe Heben durch die Elasticität

der Stangen bewirkt wird. Man macht auf diesem Siebe 2 verschiedene Abstürze und zwar bildet der erste Absturz Fertigzeug und der zweite die zweite Sorte des guten Zeuges, welches zum Nachschleißerz[?] kommt. Was durch das Sieb hindurchgegangen ist, und dieses ist das gröbste Gekörne[?], wird ausgeschlagen und dem zweiten Siebe mit etwas engeren Maschen übergeben. Dieses Verfahren wiederholt sich auch[?], weshalb 4 Siebe von ein und derselben Maschengröße zugleich arbeiten. Da natürlich die deshalb ziemlich großen Setzfässer[?] doch binnen kurzer Zeit vom Setzerz[?] gefüllt werden, so wird, da ebendeshalb oft ausgeschlagen werden muß, bei einer geringen Anzahl derselben der Fortgang der Arbeit gestört und unterbrochen werden. Man macht bei dem zweiten Siebe ebenfalls 2 Abstürze. Der oberste bildet das sogenannte Hüttenerz und die unterste Schicht, welche hauptsächlich aus Bleiglanzkörnern besteht, gelangt zum Nachschleißerz[?] und bildet dessen 3. Sorte.

Was ferner durch dieses Sieb gefallen ist, kommt endlich auf das dritte, welches die kleinsten Maschen besitzt. Der erste Absturz wird dem Hüttenerz, der zweite dem Nachschleißerz[?] übergeben. Das Setzzeug[?] hiervon wird noch auf einem Schlämmgraben, wie wir ihn schon oben beschrieben haben, verwaschen. Von diesem Graben fließt das abgehende Wasser in die Waschführung[?]. Das auf dem Schlämmgraben gewonnene Erz kommt auch zum Hüttenerz.

Diese 4 Sorten nun, also die derben Bleiglanzgraupen aus der Scheidebank und die 3 untersten Abstürze

auf[?] den[?] 3 Siebern[?], werden mit einander gemischt und werden unter dem Namen Waschschlicherz[?] verkauft. Dasselbe wird pr. Centner mit 11 fl. 55 kr. und die 2. Sorte, das Zwittererz[?], mit 8 fl. bezahlt. Gepocht und gewaschen wird zur Zeit meiner Anwesenheit nicht.

Vorhanden ist ein einziger Stoßherd, welcher in einem Holzschuppen[?] steht und erbärmlich anzusehen war. Eingerichtet ist er wie die unsrigen. Bewegt wird er durch ein Tretrad, in welchem beim Betriebe 2 Jungen laufen müssen. Viel zu wünschen ließ besonders der Bau des Herdes selbst übrig, indem er Seitenbewegungen von wenigstens 3" machte und die vordern Herdsäulen deshalb auch nicht wenig abgestoßen und abgerieben hatte. Auf dem Waschherd wird die 3. Sorte, das sogenannte Bergschutz[?] gebildet, welches mit 4 fl. 30 kr. bezahlt wird.

Geliefert wird durchschnittlich in einem Monat 300 Ctr Waschschlicherz[?] und 50 Ctr Zwitter- u. Bergschutz[?].

Die anfahrende Mannschaft bestand aus 45 Häuern, 28 Förderleuten und 10 Jungen.

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