Zinnfundorte im Gebiet des Kaiserwaldes
Pavel Beran (Sokolov)
Die bekannteren Fundorte von Zinn auf dem Gebiet der Tschechischen Republik konzentrieren sich auf ein räumlich relativ begrenztes Gebiet des Kaiserwaldes und des Erzgebirges. Ihre Bedeutung im Rahmen der historischen Entwicklung war außerordentlich, und die Förderung aus den tschechischen und sächsischen Fundorten im Zeitraum vom 15. bis 16. Jahrhundert erreichte Weltbedeutung. Nicht zu übersehen ist auch der Einfluß der Zinnförderung auf die Entwicklung moderner Bergbautechnologien, die sich genau im bereits erwähnten Zeitraum formierten und zum ersten Mal im 16. Jahrhundert von dem in Joachimstal tätigen GEORGIUS AGRICOLA beschrieben wurden. Ich erlaube mir hier in aller Kürze, die bedeutendsten Lokalitäten zusammenzufassen, inklusive einer Übersicht über ihren schematischen geologischen Aufbau und die Geschichte der Förderung. Diese Übersicht zeichnet ein Bild der Förderung des Rohstoffes Zinn auf tschechischem Gebiet, konzentriert auf drei geographische Gebiete: Kaiserwald, westliches Erzgebirge und östliches Erzgebirge. Andere Fundorte im Tschechischen Massiv hatten nur sekundäre Bedeutung.
Zinnfundorte im Gebiet des Kaiserwaldes
Die Zinnfundorte im Gebiet des Kaiserwaldes stellen das bedeutendste Vorkommen dieses Metalls auf dem Gebiet des tschechischen Staates dar. Sie führten im Mittelalter zur intensiveren Besiedelung des ganzen Gebietes und zum Aufschwung vieler Stadtzentren. Das ganze Gebiet des Kaiserwaldes, vor allem aber die Gruben im Dreieck Slavkov-Krásno-Čistá, gehört zu den ältesten Bergbaurevieren Tschechiens, man kann sogar sagen: von ganz Mitteleuropa. Die ältesten Versuche, Erze im Tiefbau zu gewinnen, reichen nach neuesten Forschungen in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts zurück. Die Greisen aus den einheimischen Lagerstätten wurden bei archäologischen Forschungen in Bereichen der Falkenauer und Ellbogener Burg entdeckt und lassen sich sogar auf die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts datierten. Es ist offensichtlich, daß das taube Gestein, das bei der Zinnförderung abfiel, als billiger und qualitativ hochwertiger Rohstoff zu Bauzwecken in der weiteren Umgebung der Fundorte genutzt wurde. Die ersten Versuche zur Förderung im Tiefbau wurden wahrscheinlich im Fundort Vysoký kámen bei Krásno durchgeführt. Dieser mächtige Felsen, der eigentlich einen Teil der mit Jaspis und Quarz gefüllten und später freigelegten tektonischen Störung darstellt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit die Aufmerksamkeit der damaligen Prospektoren hervorgerufen.
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