Gold schüttete sie eilig in die Fässer und eilte mit ihrem Kinde davon. Als sie aus dem Bereich des Waldes gekommen, fragte sie: "Mein liebes Kind, wer hat dich denn genährt und gepflegt?" "Ach, Mutter", sprach das Kind, "eine schöne weiße Frau hat mich genährt und gepflegt."
Das Krudum-Barberl
Auf der Wüstung wurde viele Jahre nach dem Verschwinden des Krudumgrafen ein Hof gebaut, welcher einem reichen Mann, dem Hofbauer gehörte. Derselbe hatte ein einziges Kind namens Barberl. Dieses ging einmal nach dem Krudum, um Buchnüsse zu suchen. Als sie eine große Menge derselben gesammelt hatte, legte sie sich, da sie sehr müde war, in das weiche Moos und schlief da ein. Da fühlte sie sich plötzlich von einer zarten Hand berührt und da sie darüber erwachte und um sich blickte, sah sie eine schöne, weißgekleidete Frau vor sich und ringsum einen herrlichen Garten voll der prächtigsten Blumen und Früchte. In der Mitte des Gartens erhob sich ein plätschernder Springbrunnen und durch die Luft zogen bunte Vögel und Schmetterlinge. Barberl wußte sich vor Staunen gar nicht zu fassen. Doch die weiße Frau sprach mit milder Stimme zu ihr und gebot ihr zu folgen. Barberl ging und sah sich alle die Herrlichkeiten des Gartens an, dann kamen sie in einen Laubgang, an dessen Ende ein prächtiges Schloß stand. Es war aus weißem Marmelstein, die Tore von Elfenbein und mit goldenen Schlössern versehen, das Dach mit blinkenden Talern gedeckt, und hinter den Fenstern hingen schwere seidene Vorhänge.
Die Frau führte Barberl in das Schloß und ging mit dem Kinde von Stockwerk zu Stockwerk. Es hatte alle Furcht verloren und bat sogar seine Begleiterin, es auch die unterirdischen Räumlichkeiten sehen zu lassen. Diese weigerte sich zuerst, dann gab sie nach, aber Barberl mußte feierlich versprechen, daß es dabei weder rede, noch lache oder weine. Dann gingen sie. Auf dem Wege steckte die Frau dem Kinde etwas in die Tasche.
Voll Erwartung trat Barberl in das erste Gewölbe, wie fühlte es sich enttäuscht! Die Wände und die Decke waren mit schwarzem Tuche bedeckt, auf welchem silberne Sternchen schimmerten. Mitten in dem Raume aber stand ein großer, schwarzer Sarg und um denselben waren vier silberne Leuchter mit brennenden Wachskerzen aufgestellt. Die weiße Frau trat zum Sarge, kniete nieder, verhüllte ihr Angesicht und fing an herzerschütternd zu schluchzen. Barberl wußte nicht, wie ihr geschah, dann aber wurde sie von Mitleid erfaßt, vergaß ihr Versprechen und brach in lautes Weinen aus.
Da tat es einen ungeheuren Knall, so daß das ganze Haus erzitterte. Barberl stürzte zu Boden, und wie sie aus ihrer Betäubung erwacht - war sie allein
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