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sind von düsteren, geheimnisvoll rauschenden Wäldern bedeckt, und in seinem Innern hat in alten Zeiten der Bergmann geschürft, kein Wunder also, daß Frau Sage sich gerade mit diesem Berge liebevoll befaßt und ihn in den Bereich ihrer stillen und nimmermüden Tätigkeit gezogen.
Auf dem Rücken des Krudum, dort wo vor wenigen Jahren noch die Lärmstange aufgestellt war, stand in uralten Zeiten ein mächtiges Schloß, welches vom König einem tapferen Grafen geschenkt worden war. Dieser hatte einen einzigen Sohn, dem er Geld und Gut einstens zu hinterlassen gedachte. Aber der Himmel hatte es anders beschlossen. Denn der junge Graf kam mit dem Sohne des Falkenauer Grafen in einen Streit, in welchem letzterer vom jungen Krudumgrafen erschlagen wurde.
Die Tat zu sühnen, zog der Mörder als Pilgrim nach Rom und entlastete dort an heiliger Stätte seine Seele von der großen Schuld. Leichteren Herzens, als er gekommen, verließ er die ewige Stadt und war auf dem Rückwege ohne sonderliche Abenteuer bis Plan gekommen. Als er aber durch einen großen Wald zog, stieß er auf eine Räuberbande, welche ein laut jammerndes Mädchen mit sich schleppte. Der junge Graf besann sich nicht lange und hieb mit seinen Knappen so wacker in die Strolche, daß die einen entflohen, die anderen aber als Tote oder Verwundete den Kampfplatz bedeckten. Dann fragte er, nachdem er die Gefangene von ihren Fesseln befreit: "Wer seid ihr, damit ich euch in euere Heimat bringe?" "Ich bin die Tochter des Falkenauer Grafen", antwortete die Jungfrau.
Es war ein seltsames Spiel des Schicksals, daß der junge Ritter die Tochter des Mannes, dem er so viel Leid zugefügt, aus Räuberhand befreit hatte. Und da er zu bemerken glaubte, daß sie ihn erkannt, sprach er, um seine Bewegung zu verbergen: "Geraume Zeit bin ich der Heimat fern gewesen, da mag sich vielerlei ereignet haben. Sagt an wenn ihr davon Kunde habet, wie es meinem Vater ergeht!"
"Böse Nachricht erwartet euch", versetzte die Jungfrau. Und obwohl nun der Graf mit Fragen in sie drang, gab sie keine weitere Auskunft. Der Ritter begleitete das Fräulein bis Falkenau, dort nahm er raschen Abschied und eilte seinem heimatlichen Berge zu. "Wo ist mein Vater?", war die erste Frage, die er voll düsterer Ahnung an seine Diener richtete. Aber diese standen mit gesenktem Haupte da und schwiegen. Endlich trat der greise Kastellan vor und sprach: "Herr, achtmal ist die Sonne bereits die Berge emporgestiegen, seitdem wir euren Vater in der Gruft der Kirche beigesetzt." Aufs tiefste erschüttert konnte der junge Graf lange nicht zu Worte kommen. Dann war seine nächste Frage danach, was seinen rüstigen Vater so schnell dahingerafft. Aber weder der Burgverwalter, noch die Diener gaben ihm eine befriedigende Auskunft, und er verlangte, in die Gruft geführt zu werden. Man
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