Dreihäuser.
Eigentlich wurde das ganze der Stadtgemeinde Elbogen gehörende, unweit der Ortschaften Schlaggenwald, Schönfeld, Lauterbach/Stadt, Dreihäuser, Kohling, Lobs und Birndorf gelegene ausgedehnte Waldgebiet als "Revier Krudum" bezeichnet. Den Kern dieses Waldgebietes, das ausschließlich Nadelholz aufwies, bildete jedoch der von Sagen und Märchen umkreiste, doppelgipfelige, 835 Meter hohe Berg Krudum, der ca. fünf Kilometer nördlich von Schönfeld liegt.
Mit welcher Angelegenheit das Wort, bzw. der Berg Krudum, auch in Zusammenhang gebracht worden sei, so vermochten die meisten Menschen nicht zu verhindern, daß damit eine Spanne grauer Vorzeit an ihnen vorüberhuschte, die bei ängstlichen Menschen auch ein leichtes Schaudern oder eine Gänsehaut auslöste. Das mag wohl auch der Grund gewesen sein, daß, woher der Sprecher auch gewesen sein mag, bei der Erwähnung des Krudums das besitzanzeigende Fürwörtchen "unser" nie in Gebrauch kam, obwohl es bei anderen gemeindeeigenen Objekten öfter als angebracht ausgesprochen wurde.
Die meisten Bewohner der eingangs erwähnten Ortschaften verdoppelten ihre Schritte, um so schnell als möglich aus dessen Bannkreis zu kommen, wenn sie am Krudum vorüber mußten, und sogar sonst robuste Männer ließen es sich nicht nehmen, im Vorbeigehen Dinge gesehen und gehört zu haben, wie sie nur in der Geisterwelt vorkommen konnten. So schworen die einen, daß sie an einem Karfreitag das Krudum-Barberl Wäsche aufhängen sahen; andere wollten sie als weiße Frau oder in einer anderen Gestalt gesehen haben, und wieder andere behaupteten, am Karfreitag am Krudum einen mit rotbackigen Äpfeln vollbehangenen Apfelbaum gesehen zu haben, der vor ihren Augen verschwand.
Aber nicht nur am Krudum-Berg selbst, sondern auch in den ihn umgebenden Wäldern soll es dort mehr die "weiße Frau"; "der Höimuä" und andere Erscheinungen gewesen sein, die Angst und Furcht verbreiteten.
So weit verbreitet solche Behauptungen über derartige Vorkommnisse in früheren Jahren auch gewesen sind, so verloren sie mit der Abnahme des Aberglaubens und der fortschreitenden Bildung und Modernisierung auch der Landbewohner immer mehr an ihrer Glaubwürdigkeit.
Mit der Zeit legte man die Scheu dem Krudum gegenüber ab, und dieser wurde nach der Jahrhundertwende immer mehr Anziehungspunkt und Ziel
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