Grundriß des Göpel- und Premsgebäudes vom Huber Hauptwerk, während die Verteilung derartigen Bauwerkes bei Schlaggenwald auf einer alten Übersichtskarte aus dem J. 1699 (Abb. 276) ersichtlich ist.
DIE ALTE WASSERLEITUNG. Zu den städtischen Anlagen zählt eine vermutlich schon um 1500 entstandene Wasserleitung, die durch ihre Überfallbassins zur Druckverminderung in den Leitungssträngen und die auf Plätze und Gassen verteilten Röhrbrunnen mit Wasserkästen auch die Entwicklung und Gestaltung der einzelnen Ortsbilder beeinflußte. Über diese Wasserleitung, die an einem Hang des Hohen Berges ihren Ursprung nahm, und über die Verteilung ihrer Auslaufbrunnen in der Stadt gibt eine aus dem J. 1581 (21. September) stammende Beschreibung der Brunnen und Wasserkästen in Schlaggenwald mancherlei Auskunft. Nach diesem Berichte gab es damals in der Stadt nur hölzerne Röhrkästen, wie sie auch heute noch verwendet werden. Aus einer anderen Urkunde (Gedächtnisbuch, fol. 52) der gleichen Zeit hört man von einem Röhrkasten am Brodmarkt (heute der namenlose Platz am alten Gewandhaus, jetzt Mädchenbürgerschule), der nächste Auslaufbrunnen aus Holz stand bei dem verschwundenen Brauhaus in der unteren Leßnitzgasse, wie ein benachbarter Röhrkasten im untersten Teile der Kirchengasse unter Georg Sachsens Haus.
STEINERNE RÖHRKÄSTEN stehen am Markte. Gute Steinmetzarbeit. Die obere der beiden Anlagen ist mit der Jahrzahl 1738 datiert. Auf den Steinmetz weist hier das Meistermonogramm M. P.
BRÜCKEN. Innerhalb des Stadtgebietes werden von Prökl nicht weniger als sechs hölzerne und zweiundzwanzig gewölbte Brücken gezählt, die meist Steinbauten aus früherer Zeit sind. Sie bestehen meist aus geraden oder schräg gelegten Tonnen mit geringer Spannung. Mit dem Statuenschmuck eines Johannes von Nepomuk ist nur eine Brücke ausgestattet (Abb. 253).
Kunst und Kunstgewerbe
Kunst und Kunstgewerbe.
Der im XVI. Jahrhundert zu einigem Reichtum gelangende Bürger hat nach Kirche und Bürgerhaus zu schließen schon in früher Zeit ein nicht geringes Kunstbedürfnis gehabt und auch über Mittel verfügt, um dieses zu decken. Doch scheint in jenen Tagen die Beschaffung des Kunstobjektes durch Einfuhr desselben oder Berufung des Künstlers zur jeweiligen Ausführung eines Auftrages erfolgt zu sein. Von Cordus angefangen sehen wir in der bescheidenen Reihe der hier durch Kunstwerke vertretenen Künstler nur auswärtige Meister. Inwieweit der am Hofe König Alfonso V. von Neapel tätige Miniaturist Wenzel Crispus aus Schlaggenwald auch als Künstler Beziehungen zu seiner Heimatstadt hatte, wird wohl noch zu untersuchen sein¹). Der erste näher bekannte Maler, der sich
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¹) Nähere Nachricht über den Miniaturisten Wenzel Crispus aus Schlaggenwald danke ich Herrn Hofrat Professor Dr. Wolkan in Wien. Wenzel
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