⟵ věta pokračuje z předchozího listu
vorhandener Fachwerkhäuser deren reizvolle, architektonische Ornamentik dem Ortsbild fast ganz verlorengegangen, da man auch hier in diesen Formen bäuerisches Wesen zu sehen glaubte. So mußte Verputz und Tünche, über edle Holzarchitektur gezogen, städtischen Baugeschmack der neuen Zeit vortäuschen.
Als eine Erinnerung an die Formen der gotischen Stadt können die seither wiederholt erneuten Hochgiebel des Fachwerkstils gelten, von denen noch zwei Giebelhäuser die Fassadenreihe der südlichen Marktzeile unterbrechen.
Zu einer Übersicht der künstlerischen oder geschichtlichen Bauwerte im Umfang der erhaltenen und auch verlorenen Baubestände diene folgendes Verzeichnis:
Herrenhaus der Pflug von Rabenstein, Oberer Graben Nr. 497 (Abb. 257). Vornehmes Wohnhaus aus der ersten Hälfte des XVI. Jahrh., das im Äußeren wie Inneren zum größeren Teil noch den ursprünglichen Baubestand zeigt. Die Bauveränderungen im äußeren Teil des Hauses beschränken sich auf die Entfernung eines weiten Bogenfensters im Erdgeschoß, auf den Einbau eines großen Ladenportals, Abbruch des Deckengewölbes im Ladenraum und einer Querwand ober diesem im ersten Stock. Neu ist die Verlängerung des Hoftraktes um einen Raum. Von alter Inneneinrichtung ist kaum etwas erhalten geblieben. Selbst die alten, offenen Kamine und Öfen sind beseitigt, ebenso vor Jahren erst die mit Butzen oder Kleinscheiben in Bleifassung verglasten Fenster.
Lichtöffnungen und das architektonisch gerahmte Haustor geben der Hauswand Schmuck und Gliederung. Zur äußeren Architektur zählen dann auch die nach Nürnberger Vorbild gestalteten Blendarkaden in den Giebeln und Seitenmauern, die noch reicher am Niderman-Hause am Markt sich verwendet finden (Abb. 258). Der architektonische Schmuck der Hauswand findet seinen besonderen Ausdruck im Portal. Die Pfeilernischen zu Seiten des Einganges sind nur angedeutet. In den Zwickeln zwischen dem Rundbogen und der Türumrahmung sind Porträtmedaillons in zeitgenössischer Tracht als Füllungen angebracht. Ein mit Palmetten im Anlauf und Aufsatz gezierter Rahmen steht auf dem das Portal abdeckenden Gesims. In demselben deutet eine moderne Inschrift an Stelle einer verlorengegangenen die Bauzeit an: Pflughaus 1510—12.¹) Von den
---
¹) Ob diese erst jüngst angebrachte Zeitangabe auf verbürgte Überlieferung zurückgeht, ist fraglich. Schon die Datierung der Architekturen am Nidermanhause mit dem J. 1536 verlangt hier einen späteren Zeitansatz. In der Gruppe der sogenannten Pflughäuser, die mit dem Hause Nr. 214 (Abb. 262) zu beginnen scheinen, bleibt das in Frage stehende Pflughaus an der Flut (Nr. 497) als äußerst gelegen der jüngste Bau. Er gehört sicherlich in die letzte Zeit der Pflugischen Herrschaft und erscheint in einem Zusammenhang mit den oben besprochenen Baumaßnahmen des Kaspar Pflug im J. 1543.
[
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
