Säulenpostament
mit profilierter Basis und Deckplatte für einen in barocker Entasis verlaufenden Säulenschaft. Als Bekrönung trägt die Säule das Gruppenbild der Dreifaltigkeit. Auf den Knien Gott-Vaters liegt der entseelte Körper des Gekreuzigten, über ihnen die schwebende Taube. Flache, durch Verwitterung sehr beschädigte Reliefs füllen die Sockelwände: Auf der Vorderseite S. Georg als Drachentöter, auf der Rückseite S. Sebastian, rechts S. Rochus, links S. Florian.
Die gotische MARTERSÄULE auf der Kirchenstaffel gegenüber dem Dechanteihause.
Literatur: Naaf, Comotovia, 1877, III. Jahrg., 110, Die Marter zu Schlaggenwald.
Gezierte Säule, 3·5 m hoch, auf reich gegliedertem, achteckigen Basament (Abb. 255). Die acht spiralig ablaufenden Hohlstäbe sind abwechselnd mit verschiedenen Blumen und Früchten geziert, wie Mohn, Eicheln usw. Unten schließt die Säule mit einfachem Wulst, oben mit einem Perlenstab ab. Drei gotische Krabben bilden das Kapitäl, zwischen ihnen sind drei Wappenschilder verteilt. Die folgende Deckplatte trägt dann drei Pfeilerchen mit einem Dach. Seine Bekrönung mit einem Kreuz ist späte Herstellung. Die Kugeln auf den ansteigenden Graten deuten im Geschmack des Gotikers auf einen Aufsatz von der Form eines Steinkreuzes oder Wimperges. In der Ädikula steht heute ein modernes Kultbild außer Zusammenhang mit dem zierlichen Denkmal. Erhalten ist an ihm auch noch der im oberen Drittel des Säulenschaftes angebrachte geschmiedete Aufhenker für eine Leuchte. Die Stifter der Martersäule verraten sich in den drei Wappen, von denen eines mit dem aufrechtstehenden Häschen auf den bekannten Bergmeister Georg Häsler hinweist. Damit ist als sichere Zeitbestimmung die Mitte des XVI. Jahrh. gegeben. Geschichtlich bemerkenswert bleibt auch die später mit dem Denkmal verbundene Sage, die den Landverwüster zu Beginn des 30jährigen Krieges Graf Ernst Mannsfeld mit Kaiser Matthias zu verwechseln scheint.
KREUZIGUNGSGRUPPE in einem barocken Nischenbau in der Friedhofsmauer vor dem Dechanteiportal. Bild des Gekreuzigten, zu Füßen des Kreuzes Johannes und Maria in lebensgroßen Statuen. Bildhauerarbeit, durch spätere Übermalung entstellt, aus dem J. 1666, dem in der Geschichte der Schlaggenwalder Kirche auffallenden Schenkungsjahr. Als Stifter wird von der Pfarrchronik Georg Schmiedel, Kaufmann in Schlaggenwald, angegeben. Der Meister des Denkmals ist unbekannt geblieben. Vielleicht steht er in Beziehungen zu dem gleichzeitig erfolgten Hochaltarbau. Kunstgeschichtlich hat die Gruppe in der Reihe der wenigen, erhaltenen Skulpturwerke trotz Minderwertigkeit ihre örtliche Bedeutung als Etappe auf dem Wege von der hier gut vertretenen späten Gotik in der Zeit der Barocke. Daß sie
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