Geschichte
In der Geschichte Schlaggenwalds drückt sich eine auffallende Gegensätzlichkeit zur benachbarten Schwesterstadt Schönfeld aus, von der ursprünglich allein die Zinnbergwerke auf der Hochfläche betrieben wurden. Durch die nahe Lage Schönfelds zu Petschau, dem festen Schloß der zuständigen Bergherren, war das abseits liegende Dorf Seifartsgrün, die frühe, bäuerliche Siedelung am Platze des späteren Schlaggenwald, weit im Nachteil bei der Nutzung der benachbarten Zinnerzvorkommen geblieben. Erst seit der Mitte des XIV. Jahrh., seit Slawko von Riesenburg, wird Schönfeld von seiner alten Stellung als Vorort des lieben Bergwerks zugunsten der Neugründung Schlaggenwald abgedrängt. Weitere Förderung als Bergstadt erfährt Schlaggenwald unter den Nachfolgern im Besitz der hieher ausgreifenden Petschauer Bergherrlichkeit. So bestätigt 1489 Graf Ernst von Gleichen die überkommenen Rechte und Freiheiten Schlaggenwalds, ebenso 1494 Heinrich IV. von Plauen, der im gleichen Jahre den Besitz Schlaggenwald an Sebastian Pflug von Rabenstein weitergibt. Als Berg- und Stadtherr macht dessen Nachfolger Johann Pflug (1501) Schlaggenwald zu einem Mittelpunkt des Bergbaues und des Zinnhandels. Die Zeit war den Bestrebungen des Herrn Johann Pflug von Rabenstein überaus günstig; denn es waren die Jahre des reichsten Bergsegens, der je über Schlaggenwald gekommen war. Die ersten Jahrzehnte des XVI. Jahrh. sind auch die Zeit der höchsten baulichen und kulturellen Entwicklung der Bergstadt. Auf Johann Pflug folgt für kurze Zeit Kaspar Pflug, der 1546 seines Besitzes wegen seiner Stellungnahme im Schmalkaldischen Kriege verlustig erklärt wird. Als weitere Folge wird das aristokratische Stadtregime aufgehoben und Schlaggenwald als königliches Kammergut besetzt. Zunächst wird das landesherrliche Bergoberamt im folgenden J. 1547 eingerichtet: Hans Elpogner von Unter-Schönfeld erhält als erster vom König Amt und Würde des Bergoberamtsverwesers; neben ihm wird als erster landesfürstlicher Bergmeister Georg Häsler ernannt. An Stelle des adeligen Bergherrn, der eigentlich als Gewerke aufgetreten war, leiten nunmehr kaiserliche Bergbeamte die Betriebe. Doch schon in den Jahren seit 1581 gehen die Schlaggenwalder Bergergiebigkeiten immer mehr zurück. Zu diesen Schäden kommen noch die Drangsale des Dreißigjährigen Krieges, von denen Schlaggenwald wiederholt schwer heimgesucht wurde. Besonders arg für den Kulturbesitz und für die weitere Entwicklung der Bergstadt waren damals die Jahre 1621, 1631 und 1632. Im XVII. und XVIII. Jahrh. werden darauf verschiedene Versuche unternommen, die Stadt vor weiterem Niedergang durch Hebung des Erzbergbaues zu schützen. Nicht ohne vorübergehende Rückwirkung war die Vereinigung des Schönfelder Bergamtes mit dem Schlaggenwalder Oberamte im J. 1756 geblieben. Doch führte weitere Abnahme der Einnahmen aus den Bergwerken im J. 1772 zur Aufhebung des Bergoberamtes bei
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