Chronik der Bergstädte Schönfeld und Schlaggenwald, zusammengestellt von einem Schlaggenwalder Bergbeamten um 1862 (Besitz F. Nemetschke, Karlsbad).
Das Stadtarchiv war bis vor kurzem im Rathaus untergebracht, jetzt vorübergehend in der Mädchenbürgerschule. Seine reichhaltigen, geordneten Archivalien beginnen mit dem XVI. Jahrh. Ältere Bestände sind nach Bruschius schon seit dem Elbogener Krieg verloren. Im Rathause werden heute nur die Ratsprotokolle mit Lücken seit den J. 1581 verwahrt. An Archivalien der Pfarrkirche sind außer den erwähnten Kirchenchroniken zu nennen: Ein Taufbuch aus den J. 1557—1567, dann fortlaufende Matriken seit 1583. Neuordnung der Schlaggenwalder Archivbestände durch Dr. K. Ludwig im Zuge.
Funde: In der Zeit um das J. 1915 wurde im oberen Teile der Stadt Schlaggenwald im Garten des Hauses Nr. 349 (Putz) ein größerer
[obr] Abb. 195. Schlaggenwald. Ortsansicht von der Morgenseite. Aquarell von Johann Pöschl aus der Zeit um 1780.
Geldfund gehoben, der aus mehreren Hundert Silberpfennigen bestand. Unter diesen fanden sich nur vier oder fünf verschiedenartige Bamberger und Würzburger Prägungen aus der Zeit Lupolds III. von Bebenburg (1353—1363) und des Bischofs Friedrich I. von Hohenlohe. Der Geldfund wurde zerstreut¹). Ein in seiner Zusammensetzung gleicher Fund wurde irgendwo im Zechtal an der Schlaggenwalder Straße im J. 1845 anläßlich ihrer Neuherrichtung oder ihres Umbaues gehoben. Diese dem XIV. Jahrh. angehörenden Geldfunde geben frühes Zeugnis für einen Zuzug von Einwanderern oder Zinnkäufern in einer Zeit, für welche sonst Berichte über Siedelung und Bergbaubetrieb in Schlaggenwald noch fehlen.
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¹) Vom Schlaggenwalder Münzfund gelangten 4 Stück, vom Zechtaler Fund nur 2 Stück in die Sammlungen des städtischen Museums zu Elbogen.
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