Latinská škola v Horním Slavkově 1554–1624
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Latinská škola v Horním Slavkově (1554–1624)

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durch 8 Jahre, bis er 1607 seine Stellung durch die Berufung als Rector der Lateinschule in Eger aufbesserte.

Die Schule in Schlaggenwald muss überhaupt einige recht tüchtige Lehrkräfte gehabt haben; so beruft nach Abgang des Paul Kapp, der Rector der Schule in Amberg wurde, der Rath von Joachimsthal den Schulmeister Andreas Enderlein aus Schlaggenwald, den Sohn des Mathes Enderlein, der seinen neuen Posten am 2. März 1579 antrat. Er wirkte daselbst in gleicher Eigenschaft bis an seinen Tod, der am 7. Juni 1590 erfolgte*).

Der vorliegende Vertrag über die Anstellung des Conrectors Sebastian Fürgang aus Theusing ist am 19. Juli 1618 ausgestellt worden**). In sieben Punkten wird sein Verhältnis zum Rector Rathe und Pfarrherrn festgestellt. Ihm obliegt neben dem Unterrichte die Durcharbeitung des Katechismus mit den Schülern und die Fürsorge für die Predigt; ausdrücklich soll er auf die Alumnen, das sind solche Schüler, welche „ex liberalitate civium alimentirt und erhalten werden" acht haben, auf dass sie züchtig und ehrerbietig gegen die Bürgerschaft leben, und im strengen Winter soll er denen, welche in der Kirche und Predigt wegen mangelhafter Kleidung nicht aushalten könnten, in der Schule einen Postillanten vorlesen lassen, damit sie ihren religiösen Verpflichtungen nachkommen. Dafür erhält der Conrector wöchentlich einen böhmischen Gulden oder 24 Groschen, eine Jahreswohnung, einen Stoss Brennholz, von Gebüren bei Begräbnissen u. s. w. denselben Antheil wie der Rector, doch nicht den Getreidezehent; dagegen ist ihm gestattet nach Beendigung des Schuldienstes Privatstunden zu ertheilen.

Der Rector, Conrector und Rath wahren sich gegenseitig im Falle des Bedürfnisses das Recht einer vierteljährigen Kündigung.

Genauere Nachrichten über den Wirkungskreis des Cantors, Baccalaureus und Quintus sind nicht bekannt. Dem Cantor oblag die Ertheilung des Unterrichtes in der Musik, auf deren Pflege in Schlaggenwald bedeutendes Gewicht gelegt wurde. Der Cantor hatte die Schüler im Chorgesang zu schulen, wobei auch der theoretische Unterricht gepflegt wurde (studium musicae in chorali et figurali). Die Beaufsichtigung dieses Unterrichtszweiges war vornehmlich die Sache des Pfarrherrn und der beiden Diaconen. Aus dem beiliegenden Verzeichnisse, das wahrscheinlich bei der Neubesetzung des Rectorates 1599 abgefasst wurde, ersieht man die Reichhaltigkeit

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*) Mathesius: Sarepta. Ausgabe 1679 zu d. J. 1579 und 1590.
**) Beilage II.

der Noten*), welche bei Ertheilung des Unterrichtes und während des Kirchengesanges verwendet wurden. Es sind meistens Chöre, einige derselben sind von Cantoren der Schule abgefasst oder abgeschrieben, welche dann in das Eigenthum der Anstalt übergiengen. Als Baccalaureus wirkte in Schlaggenwald Bernhard Jahn aus Tarant in Meissen vom 8. Januar 1590 an. In sein Amt setzte ihn der Pfarrherr Dr. Samuel Fischer ein. Nach 34jährigem Dienste wurde er am 20. September 1624 seines Amtes enthoben als ein Opfer der Gegenreformation, hielt sich aber noch über 3 Jahre in der Stadt auf, ehe er dieselbe verlassen hat**). Leider ist kein Schriftstück erhalten, aus dem man etwas Näheres über die Stellung, die Bezüge u. s. w. des Quintus oder Infimus folgern könnte.

Die Schule war um das Jahr 1600, als die Stadt in Folge des lebhaften Bergbaues ihre höchste Entwickelung erlangte, am stärksten besucht. Die Lehrer scheinen bei ihren Mitbürgern in entsprechender Weise geachtet worden zu sein. Bekannt ist nur eine Klage des Rectors, Supremus und Infimus beim Stadtrathe aus dem Jahre 1606, dass man sie „Bettler und Bacchanten“ schelte***). Die Bezeichnung „Bacchanten“ ist etwas sehr beleidigend und gehässig, denn man verstand gewöhnlich darunter ältere Schüler an den Hochschulen, welche sich zwei bis drei jüngere Schüler hielten, die „Schützen“ hießen und für sie singen und betteln mussten; dafür waren sie von der Schule befreit und erhielten den Unterricht nur von ihren Bacchanten, bis sie selbst zu Bacchanten erklärt wurden. Diese vielleicht persönlichen Beleidigungen sind wahrscheinlich der Grund gewesen, dass im folgenden Jahre der Rector der Schule Johann Hauer in gleicher Eigenschaft die Berufung nach Eger annahm.

Mit der Beaufsichtigung der Schule und des Unterrichtes waren zunächst der Pfarrherr und die beiden Diaconen betraut. So oft als möglich, wenn auch nicht gerade täglich, sollten sie sich von den Leistungen der Schüler überzeugen, die Thätigkeit der Lehrer, selbst auch des Rectors, in und außerhalb der Schule überwachen, namentlich darauf achten „damit unter den Schülern das exercitium latinae linguae, desgleichen der Musica in chorali et figurali etc. getrieben werden.“ Ihnen stand das Recht zu, während des Unterrichtes die Schüler selbst auszufragen; fanden sie etwas nicht in richtiger Ordnung, so hatten sie diesbezüglich die

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*) Beilage III.

**) Beilage IV.

***) Mitth. des Ver. f. G. I. Heft 4. S. 14.

Lehrer zu unterweisen, bei etwaiger Controverse aber die strittige Angelegenheit vor den Rath zu bringen. Des Pfarrherrn Pflicht ist es, dafür zu sorgen, dass namentlich im Sommer zweimal der Woche nachmittags, am Dienstag in der Pfarrkirche und am Donnerstag in der Spitalkirche, den Schülern der Lateinschule, wie auch den „deutschen Schulknaben und Mägdlein“ von den beiden Diaconen der Katechismus erläutert werde. Von Zeit zu Zeit soll er die Schüler selbst aushören, wie auch persönlich diese religiösen Übungen überwachen). In einem späteren Vertrage ist ausdrücklich den Diaconen die Aufsicht über das „exercitium linguae graecae“ anvertraut); zweifelsohne war dies stets ihre oder des Pfarrherrn Pflicht, da das Studium der griechischen Sprache gleich bei Beginn der Schule in Schlaggenwald in den Lehrplan gehörte. Im Jahre 1584 erbot sich der Pfarrherr Crines den Unterricht in der hebräischen Sprache zu ertheilen). Wenigstens mit den Schülern, welche sich dem theologischen Studium zuwenden wollten, wurde die Erklärung der Grundelemente der hebräischen Sprache vorgenommen, denn in dem Bücherverzeichnis, welches nach dem Tode des Rectors Christoph Richter 1599 aufgenommen wurde, findet sich eine „Biblia

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