Latinská škola v Horním Slavkově 1554–1624
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Latinská škola v Horním Slavkově (1554–1624)

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aufblühende Stadt gebot, dank der fleißigen und erwerbfreudigen Bevölkerung, bald über ansehnliche materielle Mittel; so war sie z. B. in der Lage 1597 die Herrschaft Petschau von Rudolf II. für 28400 Thaler auf 28 Jahre pfandweise zu übernehmen, und sie wurde unter Mathias 1615 für die Kaufsumme von 55456 Schock meißnischer Groschen von ihr käuflich erworben. Wie alle deutschen protestantischen Städte darauf bedacht waren, ihren Kindern zur Erhaltung ihres Glaubens und zur geistigen Ausbildung eigene Schulen zu gründen, über welche die Bürgerschaft selbst die Aufsicht führte, so hat auch Schlaggenwald, das als protestantische Stadt nach Luthers Lehre in einem Lande, wo viel katholische Bevölkerung und auch sehr viele Anhänger Calvins in nächster Umgebung waren, eine sehr gefährdete Stellung hatte, eine eigene Lateinschule gegründet, aus der die Schüler als reif zum Besuche einer Hochschule entlassen wurden. Die Lateinschule in Schlaggenwald ist im Zeichen des Protestantismus ins Leben gerufen worden, gedieh und blüte, so lange die Bürgerschaft der evangelischen Lehre anhängen durfte, und ist mit der Wiedereinführung des Katholicismus sang- und klanglos eingegangen, wie in demselben Maße der Bergbau und der Wohlstand der Stadt allmählig an Bedeutung verloren.

Der Gedanke, eine Lateinschule in Schlaggenwald zu gründen, ist sicherlich erst dann entstanden, als die Bürgerschaft nach Ertheilung des Stadtrechtes am 1. September 1547 die Überzeugung gewonnen hatte, dass das evangelische Bekenntnis nicht gefährdet sei. In dieser Richtung wurden von seiten des Rathes Schritte unternommen. Man wandte sich um Unterstützung an Ferdinand I., der durch seinen Sohn Erzherzog Ferdinand am 25. November 1553 dem kaiserlichen Zehentner in Schlaggenwald den Auftrag gab, jährlich 40 Thaler aus den Zehentgefällen des Bergwerkes auszufolgen „zu desto stattlicherer Unterhaltung eines gelehrten Schulmeisters und Instituirung und Auferziehung der Jugend."*) Dieser Betrag ist später auch immer geleistet worden. Max II. änderte

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*) Die Anweisung des Kaisers an Erzherzog Ferdinand erfolgte in dieser Angelegenheit bereits am 12. November 1553. „Dann so bewilligen wir weiter auf deren von Schlaggenwald gehorsamst Anruffen und Bitten und auss sondere gnaden Inen nun hinfuren das Waggelt der zweier weissen Pfennig von Centner, dergleichen zu Underhaltung eines gelerten Schuelmaisters jährlichen, doch auch auf Wolgefallen, viertzig Taller aus obgemelten Ambts oder Zehentsgefellen zu bezahlen." Ich verdanke diese Notiz der Freundlichkeit des k. k. Statthalterei-Archivars Herrn Karl Köppl in Prag, der sie aus dem Copb. 31, Fol. 275, mittheilte.

ihn um auf 50 Gulden,) Mathias I. hat ihn nach einem mir vorliegenden Privilegium ddo. 23. Juli 1612 ebenfalls in der Höhe von 50 Gulden auszahlen lassen. Der Rath von Schlaggenwald scheint dann wegen der Einrichtung der Schule mit Luthers Freunde, dem berühmten Humanisten Philipp Melanchthon, in Unterhandlung getreten zu sein. Vielleicht bot sich dazu Gelegenheit, als der Gelehrte zum Besuche in Joachimsthal weilte, wo er am 14. März 1552) eintraf. An ihn wendet sich der Rath in einem Schreiben vom 29. Januar 1554,) in welchem er die Absicht von der Gründung einer Schule bekannt gibt und um „einen gelehrten Gesellen" bittet, der im Stande sei, ein gut christlich Schulregiment einzuführen, zu regieren und zu erhalten; desgleichen bittet er um „einen guten Cantorem, der ein Chor versorgen könnte". Dieselben sollten sich um Ostern nach Schlaggenwald begeben, um nach dem Dreieinigkeitssonntag (20. Mai 1554) die „Schule zu beziehen". Ob Melanchthon der Bitte nachkam, bleibt dahingestellt; sicher steht nur fest, dass er von diesem Schreiben an seinen Freund Camerarius am 16. Februar 1554 Erwähnung macht.†) Jedenfalls ist um diese Zeit die Lateinschule gegründet worden. Der bekannte Humanist Caspar Bruschius, gest. 1559, ein gebürtiger Schlaggenwalder, kennt in seinen Schriften den Bestand einer Lateinschule in seiner Vaterstadt nicht. Da ihn jedoch seine Lebensstellung nöthigte, weit weg von seiner Heimat zu wirken, so war er jedenfalls bei dem sehr geringen Verkehr mit seiner Vaterstadt nicht so weit über die in den letzten Jahren seines Lebens gegründete Anstalt unterrichtet, um sich über sie auszusprechen; nicht unmöglich ist es, dass er vielleicht gar keine Kenntnis von dem Bestande derselben hatte. ††)

Die Schule war bereits bald nach ihrer Gründung gut besucht. Die Schüler stammten größtentheils aus Schlaggenwald, viele andere kamen aus den benachbarten Städten, in welchen sich damals ebenfalls ein lebhafter Aufschwung geltend machte.

Der Unterricht wurde täglich von 7 bis 10 Uhr vormittags und von 1 bis 4 Uhr nachmittags ertheilt. An Sonn- und Feierta-

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*) Dvorský, paměti o školách českých. S. 457 nach einem Privilegium vom 6. Feber 1565.

**) Mathesius: Sarepta, Anhang z. J. 1552.

***) Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 1860. S. 120. Vergl. Kohl, die vormalige Lateinschule zu Schlaggenwald. Mitth. des Vereines für Gesch. der Deutschen. I. Heft 4. S. 10.

†) Daselbst S. 11.

††) Horawitz Adalbert: Caspar Bruschius. Prag. 1874. S. 272.

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