Latinská škola v Horním Slavkově 1554–1624
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Latinská škola v Horním Slavkově (1554–1624)

Die Lateinschule in Schlaggenwald (1554—1624). Ein Beitrag zur Geschichte der Reformation

Die Lateinschule in Schlaggenwald.

(1554—1624).

Ein Beitrag zur Geschichte der Reformation.

Der große Aufschwung des Bergbaues in Böhmen zu Beginn des XVI. Jahrhundertes brachte es mit sich, dass eine Reihe von Orten und Städten, welche vorher beinahe keine Bedeutung hatten, sich in kurzer Zeit zu blühenden Bergstädten entwickelten, in denen bei rasch zunehmender Bevölkerung eine gewisse Wohlhabenheit der Bürgerschaft nachweisbar ist, wie man heute noch aus den Bauwerken und sonstigen Schöpfungen jener Zeit, soweit sich solche erhalten haben, ersehen kann. Besonders in den Städten, welche im Erzgebirge oder am Fuße desselben sich befanden, waltete ein gesunder Sinn der Bürger für die Einrichtung und Schlichtung städtischer Angelegenheiten wie auch für die Maßnahme zur Hebung des Handels und der Gewerbe, denn das alles musste in jenen Tagen der Bürger selbst sich schaffen, da ihm von seiten der Gutsherren, nicht aber von der Regierung ein nur mäßiges Wohlwollen entgegen gebracht wurde. Die durchwegs deutsche Bewohnerschaft dieser Städte stand stets in innigem Verkehr mit den durch Abstammung und Beschäftigung so nahe stehenden Bewohnern der benachbarten Gebiete Sachsens, von wo aus die Lehre Luthers frühzeitig nach Böhmen kam und gerade in den Bergstädten, deren Bewohner sich ihr freiwillig und ohne allen Zwang anschlossen, festen Fuß fasste.

Zu diesen Städten gehört auch Schlaggenwald in der Nähe von Elbogen am Flössgraben gelegen, in dessen Nähe ein ergiebiger Silber- und Zinnbergbau betrieben wurde. Der Ort, dessen erste Erwähnung in den „libri erectionum“ des Prager Erzbisthums 1380

geschieht *), wurde nach einer Urkunde des Grafen Ernst von Gleichen aus dem Jahre 1489 unter dessen Vorgänger zum Marktflecken erhoben, kam 1494 an Hans Pflug und nach dessen Tode 1538 an seinen Vetter Kaspar Pflug von Rabenstein. Als Ferdinand I. nach der Schlacht bei Mühlberg (24. April 1547) in Prag über die Theilnehmer an dem Aufstande Gericht hielt, wurde Kaspar Pflug geächtet und entzog sich durch Flucht nach Sachsen der über ihn verhängten Todesstrafe. Die auf seinen Gütern gelegenen Bergstädte Schlaggenwald, Schönfeld und Lauterbach wurden zu kaiserlichen Bergstädten erhoben, über die als Vertreter der landesfürstlichen Interessen ein Hauptmann mit dem Sitze in Schlaggenwald gesetzt wurde. Am 1. September 1547 erhielt die Stadt von Ferdinand I. das Wappen und die städtischen Rechte, welche die früheren Privilegien Kaspar Pflug's weit übertrafen. Von dieser Zeit an gelangt das Bürgerthum in Schlaggenwald zum Vollbewusstsein seiner Kraft, jetzt erst entwickelt sich daselbst so recht ein freies Stadtwesen, welches sich nach dem Muster der benachbarten, insbesondere sächsischen Städte ausbildet, mit denen die Bürgerschaft in allen wichtigeren Angelegenheiten in Fühlung bleibt. Die Lehre Luthers hat in Schlaggenwald sehr bald Anhänger gefunden; bereits 1536 wird der erste evangelische Pfarrer in der Stadt eingesetzt. Mathäus Vischer erhielt von Hans Pflug die Einkünfte seiner Pfarre bestimmt, welche über Bitten der Schlaggenwalder noch vermehrt wurden, denn damals war bereits der größere Theil der Bürger evangelisch. Die Zahl der Anhänger Luthers mehrte sich daselbst so sehr, dass die Bürgerschaft um 1547 beinahe ausschließlich aus Anhängern der neuen Lehre bestand. Ferdinand I. beließ nach Verleihung des Privilegiums die Bürger in ihrer Religion, ohne auch nur den geringsten Versuch der Wiederbekehrung zu machen. Auch seine Nachfolger haben denselben vollste Religionsfreiheit gelassen, daher denn auch der Charakter Schlaggenwalds im XVI. Jahrhunderte zur Zeit seine Blüte ein rein protestantisches Gepräge an sich trägt.

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*) In der Darstellung werden benützt die Arbeiten von Anton Kohl: „Die Wiedereinführung der katholischen Lehre in der kgl. Bergstadt Schlaggenwald." Karlsbad, Franiek, 1861, S. 53 und W. Weber „Die vormalige Lateinschule in Schlaggenwald" in den Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen. I. 1862. Heft 4. S. 9—17. Die historischen Angaben stützen sich nur auf die Archivalien der Stadt Schlaggenwald und des genannten Vereines, welche sich daselbst theils in Originalien, theils in alten Abschriften, theils in Abschriften Kohl's (Beilage I und II) befinden. Bei allen übrigen Quellen ist angegeben, woher sie entnommen wurden.

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