Latinská škola v Horním Slavkově 1554–1624
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Latinská škola v Horním Slavkově (1554–1624)

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konnte, hatte man Grund genug schonungslos vorzugehen. Dass Lehrer damals von der Geistlichkeit und umgekehrt, an katholischen und protestantischen Schulen häufig verklagt wurden, gehört nicht zu Seltenheiten. Es hat dies seinen Grund darin, dass in Folge des zu innigen Verkehres, der sich an einzelnen Schulen bis auf den gemeinsamen Tisch bei dem Pfarrherrn erstreckte, sehr leicht Zwistigkeiten entstehen konnten und thatsächlich entstanden sind. Überdies wollte mitunter der Geistliche den Lehrer fühlen lassen, dass nach althergebrachter Überlieferung sein Stand sich eines ganz anderen Ansehens erfreue als der des Lehrers, der ja in so vielen Punkten von der Huld des Pfarrherrn abhängig war. Vielleicht sind auch die Herren Diaconen etwas zu hitzig gewesen und wollten sich recht eifrig zeigen, um sich für die Pfründe selbst zu empfehlen, die sie damals nur vorübergehend verwalteten. Von einer Änderung in der Leitung des Schulwesens hört man nichts, es scheint also, dass die Gebrechen, welche offen zu Tage traten, bald wieder beseitigt wurden.

Nach einem Verzeichnisse des Rathes, das sich erhalten hat, meldeten sich 15 Bewerber um die durch den Abgang Dr. Samuel Fischer's erledigte Stelle.) Aus der Liste dieser Männer wählt aber der Rath nicht selber seinen Pfarrherrn, sondern wendet sich an den durch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und paedagogische Schriften berühmten Theol. Dr. Nikolaus Selnecker in Magdeburg um Anempfehlung eines solchen Bewerbers, der den vielseitigen Anforderungen in Schlaggenwald gewachsen sei). Die Verhandlungen führten zu dem Abschlusse, dass Nikolaus Selnecker seinen Sohn Georg, Pfarrherrn und Superintendenten der churfürstlichen Stadt Delitsch in Meissen, in Vorschlag brachte, der nach abgelegter Probepredigt laut Vertrages mit der Stadt vom 25. October 1590 in sein Amt eingeführt wurde. Doch auch er verspürte bald die Lust, sich einen andern Ort seiner Berufsthätigkeit zu wählen, denn am 11. Januar 1593 dankt der Rath Dr. Johann Streittberger in Culmbach und Dr. Aurelius Streittberger in Hof für die Anempfehlung eines neuen Pfarrherrn, wobei er sich beklagt, dass ohne sein Verschulden ein immerwährender Wechsel in dieser Stelle eintritt, und sich darüber freut, dass der anempfohlene Magister Guendelinus Heinricus Heubelius, Pfarrherr zu Fischbach, neben seiner anderen Ausbildung in „gutten Kunsten und Sprachen instituirt" sei.)

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*) Beilage VIII.

**) Beilage IX.

***) Beilage X.

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