Verwaltung
Das Zusammenleben von Menschen ist auch in einer kleinen Gemeinschaft nicht ohne Vorsorge- und Ordnungsregelungen denkbar. Nach den Aufzeichnungen hatte die Stadt Schlaggenwald schon im ausgehenden Mittelalter eine Verwaltung. Sie lag in den Händen des Rates, dem vier Bürgermeister zur Seite standen, die sich vierteljährlich im Amt abwechselten. Der Ämtertausch richtete sich nach dem katholischen Kirchenjahr. Nach Ablauf seiner Amtszeit war jeder Bürgermeister zu strenger Rechnungslegung verpflichtet. Nachgewiesene Unregelmäßigkeiten bei der Geschäftsführung wurden bestraft, oft sogar mit Arrest. Den Bürgermeistern waren „Amtswalter" zugeordnet.
Da gab es den „Cammerer", der die Verwaltung der inneren Stadtangelegenheiten besorgte. Bei ihm liefen alle Gelder der Stadt ein und aus. Er hatte insbesondere in Kriegszeiten ein sehr schwieriges Amt zu versehen. Von der Stadt wurden häufig sehr hohe „Contributionen" (Unterhaltslasten für die Truppen) und noch viele Jahre nach Beendigung der Feindseligkeiten Kriegssteuern gefordert. Der Haushalt war auch in Friedenszeiten nicht immer auszugleichen. Häufig mußte der Cammerer mit eigenen Mitteln aushelfen. Haupteinnahmequelle war zu dieser Zeit der von der Stadt betriebene Bergbau. Erträge warfen auch die Wälder und verpachteten Betriebe ab. So mußten die brauberechtigten Bürger für die Benutzung der stadteigenen Brauhäuser einen Bräuzins zahlen. Die Stadt kassierte auch das Wachgeld für den Sicherheitsdienst, den die Wächter, auch Stadtknechte genannt, versahen. Ein wesentlicher Teil davon fiel dem Türmer zu, der in unruhigen Zeiten Tag und Nacht Ausschau halten mußte und das Nahen Fremder durch Hornsignale anzeigte. Geringe Nachlässigkeiten führten zu seiner sofortigen Entlassung. Erhoben wurden auch: eine Fleischsteuer, eine Brottaxe, Trank- und Weinsteuer, Abgaben für die Benutzung des Tanzbodens, der Waage und der Mangel, Gebühren für das Glockengeläute usw.
Es gab auch einen „Umgelder". Er hatte dafür zu sorgen, daß Um- oder Ohmgeld (heute Biersteuer) pünktlich und in vollem Umfang entrichtet wurde.
Ein begehrtes Amt war der „Salzmesser". Das Salz bezog man aus Bayern. Der Salzmesser hatte jeder Hausfrau die für ihren Haushalt vorgeschriebene Menge auszufolgen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg mußte das Salz aus Gmünd (Österreich) bezogen werden. Das führte zu Klagen, weil die Qualität schlechter und der Preis höher als vorher waren und auch das Gewicht nicht stimmte.
Die Verantwortung für das Spital hatte der „Spitalherr" zu tragen. Im Bürgerhospital wurden arme, erwerbsunfähige Bürger unentgeltlich untergebracht und verpflegt. Es war auch gestattet, sich in das Hospital ganz oder teilweise einzukaufen.
Weitere Amtswalter waren der „Kugelhofherr", der „Wolfshofherr" und der „Ziegelhüttenherr". Sie hatten die Aufsicht über diese städtischen Besitzungen.
Zur Wahrung der kaiserlichen Rechte waren ein Forstmeister, ein Hauptmann, ein Bergmeister und ein Münzmeister eingesetzt. Eine eigene Münze einzurichten hatte der Rat abgelehnt.
Seit Fertigstellung des ansehnlichen Rathauses hatten der Rat, die Leitungsgremien und die Verwaltung eine angemessene Wirkungsstätte. Im Laufe der Jahrhunderte beherbergte das Gebäude neben Repräsentations- und Amtsräumen die unterschiedlichsten Einrichtungen, wie Rathausschänke, Sparkasse, Stadtbücherei, Stadtmuseum, Archiv usw.
Auf die Änderungen, die sich aus den Herrschafts- und Unterstellungsverhältnissen ergaben, von den Riesenburgern über die Herren von Gleichen, Junker von Plauen, die Pfluge bis zur Erhebung zur kaiserlichen Bergstadt, und die Auswirkungen der gewährten
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