Musikinstrumente und Jagdgewehre zählten zu den Haushaltsgegenständen.
F. Schuster
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Töppeles
Östlich von Schlaggenwald, knapp 4 km von der Bergstadt entfernt, liegt das Dorf Töppeles, das seine Bewohner selbst liebevoll als „Perle des Tepltales" bezeichneten (nach Otto Zerlik). Auf beiden Seiten schützen fast 600 m hohe, bewaldete Berge vor rauhen Winden und halten durch ihre Schatten die Sommerhitze erträglich. Im Norden liegen die Große und Kleine Ries, im Osten der Donawitzer und der Trossauer Berg mit der Winterleiten und der Koppenberg, im Süden der Stirnberg und im Westen der Kirchberg mit seinem karstigen Steinweg nach Schlaggenwald sowie der Vogelherd nahe dem Nachbarort Gfell. Der Erholungssuchende fand ein günstiges Klima für seinen Aufenthalt. Im Gegensatz zum stärker industrialisierten Egertal traf man hier noch auf Ruhe und Beschaulichkeit. Kurgäste aus Karlsbad schätzten bei ihren Ausflügen entlang der Kaiser- oder Reichsstraße diese friedliche und idyllische Tallandschaft. Selbst von der Bahn aus, die zwischen Karlsbad und Marienbad seit 1902 den Schienenverkehr ermöglichte, boten sich reizvolle Ausblicke auf Wiesen, Erlen, Weiden, Brücken, Mühlen, Gänse, Höfe, Dörfer und auf die langen Reihen der mit Fichten und Haselnußsträuchern bewachsenen Hänge.
Töppeles liegt 453 m hoch und besaß einmal 428 ha Grund. Das Dorf wurde um 1400 gegründet und befand sich lange Zeit im Einflußbereich der Petschauer Obrigkeit. Die Zugehörigkeit zu diesem Gerichtsbezirk blieb auch später erhalten. Politisch zählte der Ort noch zum Kreis Tepl.
Ob der Name auf die tschechischen Wörter „teplý" (= warm) und „les" (= Wald) zurückzuführen ist, gilt als umstritten. Gegen diese Deutung spricht sich Schmeller aus, der Töppeles vom Wort „Töpel" (= Tepl) ableitet und deutschem Ursprung zuordnet. Sämtliche (mundartlichen) Flur- und Waldbezeichnungen erhärten diese Aussage, z.B. Gröisb(ü)l (Griesbühl), Oxngroom (Ochsengraben), Pichlers Peint, S(i)lwãlãuch (Silberlage), 's weiß Wiesl (das weiße Wiesel), Vuãglherd (Vogelherd), Wei(d)nbooch (Weidenbach), Winterleitn u.a.m.
Früher lebten die Bewohner vorwiegend von Landwirtschaft, Wald und Bergbau (Silbererze). Als der Ertrag aus dem Bergbau zurückging, suchten sich die Leute als Hausweber, Handwerker und Gewerbetreibende ihr Auskommen, wobei gegen Ende des 19. Jhs. auch die Hausweberei als Erwerbsquelle ausfiel. Die aufstrebenden Kurorte Karlsbad und Marienbad boten von der Mitte des vorigen Jhs. an neue berufliche Möglichkeiten. Im Hotel- und Gaststättengewerbe wurden Köche, Kellner, Kaffee-, Servier- und Stubenmädchen gesucht und fanden dort bei diesen Tätigkeiten einen lohnenden Verdienst; vor allem die Musiker erwarben sich bald einen guten Ruf. Durch den Bau der Kaiserstraße nahmen Verkehr, Handel und Wandel beachtlich zu. Als es noch keine Autos gab, befuhren zahlreiche Fiaker, Chaisen und Radfahrer aus Karlsbad, Langholzfuhrwerke sowie Milch-, Lebensmittel- und Geflügelhändler aus dem Tepler Land dieses lange Tal (Flußlauf der Tepl 58 km). Die an den Hanglagen wenig ertragreiche Landwirtschaft verlor mit der Zeit an Bedeutung, die Zahl der Höfe verringerte sich. Denn viel Mühe bereitete die Feldarbeit auf den Höhen, und gefährlich waren die steilen, steinigen Fahrwege hinab ins Dorf. Eine Getreidefuhre war ein gefahrvolles Unternehmen und jede gelungene Ankunft unten im Tal ein Dankgebet wert. Eine moderne Walzenmühle verarbeitete die Ernte. Einige Ziegeleien lieferten handgeschlagene Ziegel, die beim Aufbau der Kurstadt guten Absatz fanden. Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges lieferte man aus mehreren Brüchen die begehrten „Glassteine" (Quarzgestein) an die Glasfabrik Neusattl.
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