Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Stirn

Stirn
Wir haben dieses Land niemandem weggenommen, wir haben niemand daraus verdrängt.
H. Watzlik

Von den acht Dörfern, die zum Schlaggenwalder Kirchsprengel gehörten, war Stirn, 3 km östlich gelegen, der kleinste Ort.

Die erste Ansiedlung hoch über dem Tepltal bildeten die damals vereinten Höfe von Floth Anton (Moisel) und Rohm Wenzel (Wetzstuā). Früheste Nachrichten findet man in der Schlaggenwalder Matrik, in der 1558 ein Christophorus Schöffel und 1559 ein Simon Ram von der Stirn genannt werden. Im Jahre 1898 zählte man 23 Häuser mit 154 Einwohnern. Am Ende eines schmalen, steilen Taleinschnittes zur Tepl hinunter standen auf dem engen Raum einer Terrasse der Sommerleiten die Häuser des Oberdorfes und im Tal die wenigen des Unterdorfes.

Stirn bildete, ehe es selbständig wurde, zusammen mit Leßnitz und früher mit Leßnitz, Rabensgrün und Töppeles eine Gemeinde, wobei diese drei Dörfer abwechselnd den Vorsteher stellten. Zur Zeit der Selbständigkeit hatte Floth Josef (Geiger) und danach Rohm Wenzel (Wetzstuā) das Amt des Gemeindevorstehers inne. 1931 erhielt der Ort Anschluß an das Elektrizitätswerk in Unterreichenau. Von Schlaggenwald kam die Post, und ein Teil der Schüler ging nach dem Besuch der einklassigen Schule in Leßnitz in die Bürgerschule der Bergstadt.

Die Bewohner lebten von der Landwirtschaft, die in dieser gebirgigen Lage nur mittelmäßige Erträge erbrachte; die Haupteinnahmen kamen aus der Viehhaltung. Es gab 8 Bauernhöfe und 16 Häusler. Zahlreiche Männer arbeiteten als Maurer und Tagelöhner in Karlsbad oder auch als Dreher und Maler in den verschiedenen Porzellanfabriken.

Alle Einwohner waren katholisch. Die Verstorbenen fanden auf dem Friedhof in Schlaggenwald ihre letzte Ruhe.

Im 2. Weltkrieg sind Heß Julius und Pitroff Erich gefallen.

Bei der Fahrt mit der Eisenbahn von Schlaggenwald nach Schönwehr sah man vom Abteilfenster aus die steilen Hänge des Stirner Berges, auf denen vor Jahrhunderten deutsche Siedler ihre kleinen Höfe und Häuser errichteten und diesem Fleckchen Erde bis zur Vertreibung die Treue hielten.

Den Ausspruch: „Zu Stirn muß man die Hackstöcke mit Ketten anhängen und die Gänse beschlagen, damit sie nicht ins Tepltal gleiten", haben die Stirner stets mit Humor getragen.

Verzeichnis der Höfe und Häuser mit (Hausnamen), (Hausnummer), Beruf und Grund vor der Vertreibung – nach Angaben von Gisela Gröschl und D. Möldner

Eckl (Glaisen) Schuster
Erler Karl (Heidelfischer) (10) Landwirt 12 ha
Floth Anna (Weißkopf)
Floth Anton (Moisel) (1) Landwirt 5 ha
Floth Josef (Geiger) (15) Landwirt 12 ha
Floth Karl Gasthaus
Gemeindehaus
Grimm Rudolf (13) Landwirt 11 ha
Heß Julius (Engler) (3) Landwirt 5 ha
Hubl Else
Knauth Franz
Lang Franz (Hånsemåtz)
Rohm Franz
Rohm Wenzel (Wetzstuā) (12) Landwirt 10 ha
Stowasser Marie (Weiler) (11) Landwirt 16 ha
Trum Anton (Wåssārā)
Trum Berta
Vogel Anton
Wagner Anna
Weil Karl (9) Landwirt 10 ha

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