Außerhalb der Ortschaft stand am Fahrweg nach Schlaggenwald, an der Abzweigung nach Leßnitz, der „durchlocherte Stein", der Rest eines romanischen Steinkreuzes. Als Sühnezeichen sollte es dem Hörensagen nach an das Aussetzen eines Täuflings am Heimweg nach Rabensgrün erinnern. Lehrer Floßmann hingegen griff in einem Beitrag im Heimatbrief die Annahme von Bürgerschuldirektor Prosch auf, daß an diesem Platz ein Mann im Streit erschlagen wurde und der Täter die Auflage erhielt, dort ein Sühnekreuz aufzustellen. Diese Freveltat stand angeblich in Verbindung mit Auseinandersetzungen bei Salztransporten, da ein Teil der Fracht auf einer Route über Rabensgrün befördert wurde.
Ein anderes, in der Nähe schräg gegenüberstehendes Feldkreuz, lange Zeit von zwei mächtigen Bäumen flankiert, errichtete 1888 die Familie Rippl als Zeichen christlicher Gläubigkeit.
Schon Ende des 18. Jhs. erhielt die Jugend Unterweisung durch einen, „der des Lesens, Schreibens und Rechnens kundig war". Im Jahre 1842 genehmigte die hohe Landesstelle eine „exponierte Schulgehilfenstation", an der als erster Lehrer Josef Walter den Unterricht abwechselnd in den Bauern- und Wirtsstuben abhielt. 1864 begann die Gemeinde den Bau des Schulhauses, das seit der Einweihung 1865 80 Jahre lang Rabensgrüner Kindern weite Wege zu anderen Schulen ersparte, sofern sie nicht zur Bürgerschule in Schlaggenwald gehen wollten. Häufig stand in vielen Familien die Überlegung des Wegfalls der jugendlichen Arbeitskraft – insbesondere der Mädchen – im Vordergrund, auf die man nur ungern verzichtete. Die Lehrer Schneider, Franz Kollert, Anton Kraus, Neidhart, Heidl, Fischer, Hubl und Josef Floßmann vermittelten ihren Schülern eine gute Allgemeinbildung, bereiteten sie auf den Beruf vor, pflegten und förderten das kulturelle Leben im Dorf. Nach dem 1. Weltkrieg bildete sich eine Theatergruppe. Floßmann gründete mit viel Erfolg einen Gesangverein (gemischten Chor). In den Gastwirtschaften beim „Drolln" und beim „Spießfleischer" entfaltete sich geselliges Leben, das in der Faschingszeit mit dem ortsüblichen Brauch „der Press" und dem Verbrennen einer Strohpuppe seinen Höhepunkt erreichte. Aus Spinnstuben und geselligen Treffen junger Leute, aus zeitbedingten Reaktionen, die wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Verhältnisse auf dem Lande gestalten zu helfen, bildete sich auch in Rabensgrün eine aktive Gruppe der Landjugend. In enger Verbindung zum „Bund der Landwirte", „Deutschen Turnerbund", „Bund der Deutschen" und „Deutschen Kulturverband" suchten junge Menschen die Dorfgemeinschaft zu erhalten und dort wiederherzustellen, wo sie verlorenzugehen drohte. Vor allem die Bauernvolkshochschulen förderten diese Bemühungen. Die „Westböhmische Bauernvolkshochschule Karlsbad", die anfangs der dreißiger Jahre ihre Lehrgänge im nahegelegenen Jahnheim abhielt, gab der Landjugend zahlreiche Anregungen für ihre Arbeit. Heute noch erinnern sich viele an diese Lehrgänge, an den damaligen Landjugendführer Gustav Hacker (1900–1979) – von 1955 bis 1967 Landwirtschaftsminister in Hessen – und an die Lehrerin Annl Gruss, verheiratete Linhart.
Aus der Zeit nach der Vertreibung verdient Anna Rippl (Hs.-Nr. 11), als Historikerin erwähnt zu werden. Die Oberstudienrätin gab 1988 in zwei Bänden das Schauspiel „Die Deutsche Tragödie" heraus. Sie setzt sich in den drei Teilen „Der Kanzler und der Präsident", „Legal an die Macht" und „Stauffenberg oder der Rettungsversuch des 20. Juli 1944" mit den Verbrechen Hitlers auseinander. Aus der christlichen Überzeugung ihres Elternhauses, nach intensiven Studien und großen finanziellen Opfern ging sie an das Wagnis dieser Veröffentlichung, die vielen Zeitgenossen heute zu einer geschichtlichen Nachhilfestunde gereichen könnte.
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