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guten, d.h. warmen, trockenen Jahren wegen ihrer Qualität gerne die Brauereien in Schlaggenwald und Elbogen. Vor 80 Jahren säte noch jeder Bauer auf einem kleinen Acker Lein. Aus den Samen preßte man Öl, schätzte sie aufgekocht als gutes Hausmittel für das Vieh und verspann die Flachsfasern.
Leßnitz besaß eine einklassige Schule, die auch die Kinder aus Stirn besuchten. 1902 saßen 74 Schüler in den Bänken. Nach dem 5. Schuljahr gingen von beiden Dörfern mehrere Schüler zur Bürgerschule in die Stadt. Heute noch erinnern sich die Leßnitzer an die Lehrer, die ihnen im Unterricht eine gute Grundlage für ihr späteres Leben mitgaben: Steberich, Zimmler, Neidhart (vorübergehend als Aushilfe), Hubl Oskar (von Schönfeld), Ott Albin (von Müllersgrün), Doischer, Ruppert, Völkl Margarete und als Handarbeitslehrerinnen Finger, Heidl Anna und Wurdinger; Dechant Emanuel Hoyer kam zum Religionsunterricht.
Die Bewohner waren alle katholisch; sie gehörten zur Pfarrei Schlaggenwald und besuchten dort, wo sie getauft und gefirmt wurden, Hochzeit feierten und einmal ihre letzte Ruhe fanden, regelmäßig den Sonntagsgottesdienst. In ihrer Kapelle im Dorf verehrten sie den hl. Nepomuk, von dem eine lebensgroße Figur am Altar zwischen den Heiligen Josef und Georg auf der einen Seite und Markus und Florian auf der anderen Seite stand. Der Landwirt Georg Trum (Nr. 14) errichtete (nach Gnirs) 1743 in der Ortsmitte eine Kapelle und verband damit eine Stiftung, jährlich 15 hl. Messen lesen zu lassen. Er stiftete dazu drei Meßgewänder, den Kelch und das nötige kirchliche Gerät, das in seinem Haus bis in unsere Zeit aufbewahrt blieb. Die Zahl der Messen verringerte sich nach dem 1. Weltkrieg auf drei bis vier. Die im Krieg eingeschmolzene Glocke ersetzte man 1920 bei der Renovierung durch eine neue mit der Aufschrift „In schwerer Zeit" und dem Namen „Johanna" nach der Taufpatin Johanna Heß (Nr. 16). Im 2. Weltkrieg verstummte auch diese Glocke für immer.
Am Tag des hl. Nepomuk, dem 16. Mai, beging die Gemeinde ihr Kirchfest mit einem feierlichen Gottesdienst und mit Musik und Tanz, zu dem sich viele Besucher von auswärts in den beiden Wirtshäusern drängten. Beim Englwirt (Nr. 22) drehten sich die jungen Paare im Kreise und beim Zenknwirt rumpelte und polterte es auf der Kegelbahn.
Das Leben auf dem Land bedeutete für alle unausgesetzt Arbeit. Vor allem auf die Frauen warteten nach getaner Feld- und Stallarbeit, selbst an den Abenden, noch viele Pflichten. Nichtstun und Müßiggang hatten auf den Höfen keinen Platz. „Eine tüchtige Frau, wer findet sie?" (Spr. 31, 10–31). Immer wartete das Flick-, Stopf-, Näh- oder Strickzeug auf fleißige Hände, warteten der Flachs aufs Spinnen und die Federn aufs Schleißen. Den gesponnenen Faden brachten sie nach Schönfeld zum Leinenweber, der feines Leinen für Tisch-, Bett- und auch Leibwäsche und grobes für Handtücher und Brotmehlsäcke daraus webte. Auch schnitten die Frauen aus vielen bunten Stoffresten schmale Streifen, nähten sie aneinander und wickelten sie zu großen Kugeln, um ebenfalls in Schönfeld „Bandlbloān" (Fleckerlteppiche) daraus weben zu lassen, die in ihrer rechteckig-länglichen Form als heimeliger Fußbodenbelag äußerst beliebt waren.
Wer wie unsere Bauern fleißig, zäh und strebsam seinen Besitzstand zu erhalten und zu mehren verstand, durfte mit Recht auf seinen Hof stolz sein. Selbst die nichtbäuerliche Bevölkerung, die übersteigertes Besitzstreben einzelner mit boshaftem Scherz bedachte, konnte deren größeren Beitrag zum Erhalt von Sitte, Kultur und Religiosität nicht übersehen. Das Dorf hat immer gegeben!
Leßnitz gab auch seine Söhne Doischer Udo, Gössl Richard, Gössl Wenzel, Hess Albert und Köhler Ferdinand, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind.
Unter den großen Aufbauleistungen der Vertriebenen verdienen die unserer Bauern eine besondere Würdigung. Wo immer es ihnen vergönnt war, wieder eigenen Boden unter
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