Schlußgedanken**
Sicher ein gutes Jahrtausend ist es her, daß an den Ufern des „Speckbachs", an denen der „Ur" oder „Auerochs" graste, erstmals Menschen siedelten und ein Zuhause fanden.
Vor 845 Jahren erhielt das Dorf „Urbach" das Marktrecht von Michelfeld übertragen.
Wohl im Jahre 1314, also vor 675 Jahren, erhob der Wittelsbacher Ludwig der Bayer Auerbach zur Stadt.
Viele Jahre „trennen uns von der grauenhaften Katastrophe, die am Ende des 2. Weltkrieges über alle Deutschen, aber besonders über die Deutschen im Osten des Reiches, im Sudetenland und in den anderen Ländern Ost-Mitteleuropas hereingebrochen ist. Die Zahl der Opfer von Flucht und Vertreibung wird sich wohl nie genau feststellen lassen. Über 12 Millionen Deutsche sind geflohen oder wurden vertrieben, davon 3 1/2 Millionen Deutsche in der Sowjetunion nicht mitgerechnet." (25) „Es war die Absicht Stalins und der Sowjetregierung, durch die Vertreibung der Sudetendeutschen und der Deutschen aus den Ostgebieten in den drei Westzonen eine Verelendung der Massen und damit die Voraussetzung für eine Radikalisierung derselben zu schaffen. Es kam jedoch ganz anders, als es nach der Lehre des Marxismus-Leninismus mit Sicherheit zu erwarten gewesen wäre, weil man die psychologische Widerstandskraft dieser Millionen einfach unterschätzte,... ." (26)
Von den ca. 2 Millionen Menschen, die nach 1945 in Bayern eine neue Heimat fanden, kamen etwa 800 nach Auerbach. Sie haben maßgeblich mit Anteil daran, daß unsere Stadt nach dem Krieg sich wieder weiterentwickelte. Dafür gebührt „unseren Flüchtlingen" großer Dank!
„Das Schicksal der Deutschen aus dem Osten, das millionenfache Leid, welches die Greuel des Krieges, die materielle Not, der Verlust der Heimat über unsere Landsleute aus Ostpreußen, aus Pommern, aus Schlesien, aus dem Sudetenland, aus dem Baltikum und aus den anderen Ländern Ost-Mitteleuropas gebracht haben, sind ein unabdingbarer Teil der Geschichte unserer ganzen Nation." (25) Durch die Anwesenheit und durch das Hineinwachsen der vielen Heimatvertriebenen in unsere Gemeinschaft Auerbach ist ihre Geschichte und ihr Schicksal auch ein Teil der Geschichte dieser unserer alten Bergstadt in der Oberpfalz geworden.
Seit der Patenschaftsübernahme der Stadt Auerbach über die Bürgerschaft von Schlaggenwald im Jahre 1956 sind schon wieder Jahrzehnte vergangen. Bei den „offiziellen Heimattreffen" und vielen privaten Besuchen kamen bisher unzählige „Patenkinder" jeden Alters aus den verschiedensten Gebieten der Bundesrepublik und des Auslandes zu uns.
Gebe Gott, daß diese Patenschaft auch in Zukunft und gerade bei der jungen Generation der Schlaggenwalder und der Auerbacher in Frieden und in Freiheit gedeihlichen Fortbestand haben möge! Dies ist der Wunsch des Verfassers dieser kurzen Geschichte unserer Stadt, Ihrer Patenstadt!
Glückauf!
[obr] Abb. 13 — Stadtsiegel: Bayern — Stadt Auerbach i. d. Opf.
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