Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
/ 464
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 438
Doslov

Nachwort
Verehrter Leser, Sie haben uns in diesem Buch auf dem Wege der Erinnerungen an unsere kleine Bergstadt und ihre Umgebung im Egerland aufmerksam und mit Interesse begleitet.

Wir haben Sie mit Bildern der Heimat, wie wir sie kennen und lieben, vertraut gemacht. Die Erzählungen und geschichtlichen Zeugnisse aus einer vergangenen Zeit enden mit unserer Vertreibung von Heim und Herd als dem schwersten Eingriff in die in Jahrhunderten gewachsene Ordnung dieses Grenzlandes zwischen Erzgebirge und Böhmerwald.

Unsere Heimat – ist sie nun für immer verloren?

Der völkerrechtliche Anspruch auf dieses Gebiet besteht weiter und verjährt nicht.

In den mehr als 40 Jahren sind viele ältere Landsleute bereits von uns gegangen. Ob und unter welchen Bedingungen die Nachkommen das Erbe ihrer Väter bei geordneten politischen Verhältnissen einmal antreten werden, ist ungewiß. Sie sind in einem anderen Land geboren und in gesicherten Verhältnissen in einer neuen Zeit aufgewachsen. Die Sorge um den Fortbestand unserer Volksgruppe ist begründet, wenn es nicht gelingt, die nächste Generation mit dem Gedankengut der Eltern vertraut zu machen und sie für das Bemühen um Anerkennung berechtigter Forderungen zu gewinnen. Es ist daher zu begrüßen, daß Kinder und Enkel, obwohl sie den Lebensraum ihrer Vorfahren kaum kennen, für die Heimat ihrer Ahnen verstärkt Interesse bekunden.

Die Umgestaltung der politischen Verhältnisse in der Tschechoslowakei nimmt ihren Lauf, und die Erkenntnis, daß mit der Ausweisung der deutschen Bevölkerung ein grober Fehler begangen wurde, beginnt sich durchzusetzen. Mag der lange und mühevolle Weg dieser Entwicklungen sich noch im Dunkel der Zukunft verlieren, so ist doch ein Silberstreifen am fernen Horizont erkennbar.

Die Geschichte Böhmens kennt viele Kapitel von Auseinandersetzungen, aber auch lange Zeiträume friedlichen und segensreichen Zusammenlebens zwischen Tschechen und Deutschen. Die „böhmische Passion" des 20. Jhs., die Verfolgung und Vertreibung der Sudetendeutschen aus ihrer angestammten Heimat sowie die Verwahrlosung und der Verfall ihres einst blühenden Landes können indes nicht das letzte Wort in der langen und leidvollen Geschichte Böhmens sein.

Wir hegen keine Gedanken an Rache und Vergeltung für erlittenes Unrecht und sind zur Versöhnung und Verständigung mit unserem östlichen Nachbarn bereit. Unser Streben nach einem guten Neben- und Miteinander steht nicht im Widerspruch zu unserem Recht auf Heimat und Selbstbestimmung. Verzicht auf diese elementaren Menschenrechte und uneinsichtiges Festhalten an alten Formeln von Macht und Nationalismus lassen jedoch die historisch gestellte Gleichung für eine Lösung territorialer und völkischer Probleme und für einen dauerhaften Frieden im Herzen Mitteleuropas nicht aufgehen.

Eine Neuordnung des Verhältnisses zwischen Deutschen und Tschechen in einer europäischen Gemeinschaft freier Völker mit gutem Willen und in demokratischer Gesinnung zu suchen, muß Ziel aller Bemühungen sein.

Und das Buch böhmischer Geschichte hat noch viele leere Seiten ...

Was nicht gerecht geregelt ist, ist auch nicht endgültig geregelt.

Abraham Lincoln (1809–1865)

list 438 z 464
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.