Herausgeber des Heimatbriefes, zuerst Oskar Otto, danach Rudolf Marterer und später Richard Brummeissl, sowie der Erste Bürgermeister entboten den zahlreichen Besuchern ein herzliches Willkommen, während der Zweite Bürgermeister, Stadt- und Kreisräte, die Vorstände der Sudetendeutschen Landsmannschaft, anderer Vereine und Verbände freundliche Grußworte an die aufmerksamen Zuhörer richteten.
Nach dem offiziellen Teil brauste im Festsaal wieder Stimmengewirr wie Meeresbrandung auf. Später sorgten Vorträge in unserer Mundart, Gedichte und Lieder begabter Landsleute, wie Elsa Gammisch-Doppler/Willi Grill, den man auch den „Schlaggenwalder Weiß Ferdl" nannte, Anna Völkl, Fanni Hofmann (Ott) und anderer, für Heiterkeit und Stimmung, aber auch für Andacht und Besinnlichkeit. Reiseberichte und Bilder über Besuche im Schlaggenwald von einst ließen die Erschütterung erkennen, die sich auf den Gesichtern der Versammelten spiegelte. Mit Betroffenheit erfuhr man vom Ableben manch eines guten Bekannten. Die angeregte Unterhaltung zog sich bis weit in den späten Abend hin, den die Musikkapelle mit munteren Egerländer Klängen beschloß.
Am Sonntag erreichte das Heimattreffen im feierlichen Gottesdienst in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer am oberen Marktplatz mit den erhebenden Predigten unserer Geistlichkeit Prof. Dr. Kurt Huber und Studiendirektor Kurt Völkl einen weiteren Höhepunkt. Der evangelische Gottesdienst war in der Christuskirche vorgesehen. Nach dem Trauerzug, der sich aus der Knaben-, später aus der Bergknappenkapelle, Teilnehmern in Egerländer Tracht, Fahnenträgern der Städte Schlaggenwald und Auerbach und der hiesigen Vereine, aus den Bürgermeistern, Stadträten, Ehren- und Festgästen bildete und im Schweigemarsch unter dem Geläut der Kirchenglocken dem Friedhof zustrebte, legten der Erste Bürgermeister und der Herausgeber des Heimatbriefes an der Gedenkstätte für die verstorbenen Heimatvertriebenen Kränze und Blumengebinde nieder. Mit dem gemeinsamen Lied vom „Guten Kameraden" unter dem Donner der Böllersalven über die Gräberreihen fand die Totenehrung ihren Abschluß.
Der Nachmittag gehörte wieder der geselligen Unterhaltung, und des Erzählens war kein Ende. Was wurde da nicht alles in uns wieder lebendig! Episoden aus der Kinder- und Schulzeit ebenso wie Ereignisse aus dem Berufs- und Vereinsleben, auch die Erlebnisse aus der Militärzeit kamen dabei nicht zu kurz. Erinnerungen aus früheren Tagen halt ...
So vergingen die wenigen Stunden des frohen Beisammenseins mit lieben Bekannten besonders schnell, und der nahende Abend mahnte zum Aufbruch. Mit Wehmut nahm man Abschied und versprach, auch beim nächsten Mal wieder mit von der Partie zu sein.
Wer je an solchen erlebnisreichen Treffen teilgenommen hat, kennt das eigenartige, kaum zu beschreibende Gefühl, alten Freunden die Hand zu schütteln, in ihre vertrauten Gesichter zu schauen und mit ihnen in der gewohnten und unvergessenen Mundart zu plaudern. Er wird die Tage des Wiedersehens nicht vergessen!
Ausblick
In den letzten Jahren fanden die Heimattreffen fast ausschließlich in unserer Patenstadt Auerbach statt, die uns immer wieder gern und gastlich aufnimmt. Die Zusammenkünfte haben an Sinn, Anhänglichkeit und Bewahrung heimatlicher Verbundenheit nichts eingebüßt und folgen bei der Durchführung weiterhin bewährten Gepflogenheiten. Viele unserer Heimatfreunde wurden schon in die Ewigkeit abberufen, und doch blieb die Zahl der Teilnehmer auch noch nach Jahren erstaunlich groß. Die tiefe, über Raum und Zeit hinweg wirksam gebliebene geistige Verwurzelung im Heimatgedanken setzt jeden Chronisten in Erstaunen und verdient höchste Bewunderung.
Die Heimattreffen eröffnen uns immer wieder Möglichkeiten, die Verbindung unter-
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