Neben der Beteiligung an den jährlichen Sudetendeutschen Tagen boten die regelmäßigen und gelegentlichen Zusammenkünfte mit örtlicher oder regionaler Bedeutung weitere Möglichkeiten, den Zusammenhalt zu pflegen, z.B. bei den
- Bundestreffen der Egerländer Gmoin in Marktredwitz, den Landestreffen in Bayern und Hessen, „Hutschä-Nachmittagen", Faschingsbällen und weiteren Aktivitäten,
- Bayerischen Nordgautagen in Oberfranken und Oberpfalz,
- Erntedankfeiern „Egerländer Birnsunntä" in Schirnding,
- Kirchweihfesten in Auerbach, Bayreuth, Dachau, Frankfurt-Griesheim, München, Nürnberg und Stuttgart,
- Treffen der sudetendeutschen Ackermann- und Seliger-Gemeinde,
- anderen heimatlichen Veranstaltungen, z.B. Jahrgangs- und Klassentreffen, Wallfahrten der Heimatvertriebenen
und auch bei familiären Anlässen, wie Hochzeiten und Beerdigungen, bei denen die Verwandten und Nachbarn zu unerwarteten Begegnungen zusammenfanden.
Das Bestreben, die Heimattreffen an günstig gelegenen Orten zu veranstalten, führte in den süddeutschen Raum, in dem der überwiegende Teil der ehemaligen Bewohner unserer Gemeinden wieder eine Bleibe gefunden hatte.
Der Heimatbrief rief, und Hunderte von anhänglichen und treuen Landsleuten kamen. Sie machten sich auf einen oft weiten Weg, scheuten dabei keine Entfernung, Strapazen und finanziellen Opfer und stellten so ihre ungebrochene Heimatliebe immer wieder unter Beweis. Das Erlebnis, zwei Tage im Jahr mit guten Freunden aus der alten Heimat gemeinsam verbringen zu können, entschädigte für alle diese Mühen.
Das Treffen in einer kleinen nordbayerischen Stadt an einem Wochenende im Sommer glich nicht irgendeinem Volksfest im üblichen Sinne. Ob in Goldbach bei Aschaffenburg, wo unser letzter Seelsorger Dechant Josef Bühl 1951 mit uns noch einmal das Hochamt feierte, oder in Kahl am Main, vor allem aber in Auerbach, diesem freundlichen Bergstädtchen in der Oberpfalz, das uns als Patenkinder annahm: überall standen sich keine fremden Menschen gegenüber, sondern gingen Landsleute aufeinander zu, die sich persönlich gut kannten, miteinander aufgewachsen waren, gemeinsam die Schulbank gedrückt, so manchen Streich verübt, sich aber oft viele Jahre aus den Augen verloren hatten. Und darum kannte die Freude des Wiedersehens keine Grenzen, die so echt und tiefempfunden war, daß sie jedem zu Herzen ging; denn hier fand nach der leidvollen Zersplitterung durch die Vertreibung eine große Familie bei ihrem Heimatfest wieder zusammen, die sich nach bitteren Jahren der Trennung in der Liebe und Treue zur gemeinsamen Heimat die Hand reichen konnte.
Am Ort des Treffens ansässige, idealgesinnte und rührige Heimatfreunde meisterten die Aufgabe glänzend, den Ablauf dieser Begegnungen reibungslos zu gestalten und den Besuchern an diesen beiden Tagen einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen.
So kam es, daß sich im Laufe der Jahre, besonders in Auerbach, ein eigenes, festliches Programm entwickelte.
Am Samstag fanden die anreisenden Schlaggenwalder und ihre Nachbarn aus den Dörfern im Pfarr- oder Kolpingsaal freundliche Aufnahme. Unsere Kapelle – lange Zeit unter der bewährten Leitung von Toni Kunzmann – spielte ihnen heimatliche Weisen auf, stimmte sie auf die frohen Stunden ein und gestaltete auch im weiteren Verlauf die musikalische Umrahmung. Immer wieder schlossen sich eintreffende Bekannte und Freunde in die Arme und begrüßten sich begeistert, ja überschwenglich, und manche Träne der Rührung schimmerte in den Augenwinkeln.
Verdiente Persönlichkeiten, wie Anton und Franz Hofmann, dazu die Verleger und
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